Picton bis Christchurch

Seit ein paar Tagen bin ich auf der Suedinsel unterwegs. Die Insel ist viel abwechslungsreicher als der Norden und der Verkehr ist viel weniger anstrengend. Mein erster Halt war am Lake Grassmere. Das ist die Regenaermste Gegend von der Suedinsel und da werden jedes Jahr zig Tonne Salz abgebaut. Der Campingplatz ist direkt am Meer und ein kleiner Geheimtipp fuer alle Naturliebhaber. Auf dem Weg nach Kaikoura gibt es ganz viele Robbenkolonien, die man direkt von der Strasse aus beobachten kann.  Die jungen Robben sind ganz besonders suess, wenn sie versuchen ueber die Steine zu klettern und es dann auch irgendwie schaffen. Da hier in Neuseeland gerade Hochsaison ist und alle Hotels, Jugis und Motels ausgebucht waren bin ich weitergeradelt bis nach Christchurch.  Die Stadt wurde ja von einem heftigen Erdbeeben teilweise zerstoert und ist nach all den Jahren immer noch eine Geisterstadt. Die meisten der alten Gebaude im Stadtzentrum, die noch von der Gruenderzeit her stammen wurden dabei zerstoert.  Jetzt entsteht ein voellig neues modernes Christchurch mit Metallbauten und Glasfassaden. Die Stadt wird bis in ca. 15 Jahren wieder hergesellt sein. 

Meine naechsten Etappen fuehren mich in die Berge und ueber den Arthurspass nach Greymouth. 

 

Von Christchurch hinauf zum Arthurs Pass -06.01.-08.01.2014

Das Wetter meint es gut mit mir und die Sonne scheint jeden Tag.....

Die Strecke war zum teil sehr sehr Steil und ich habe mein Velo den ganzen Weg bis zum Porters Pass gestossen... keine Chance auch nur ans fahren zu denken. Zum Teil musste ich uns Oski in den Strassengraben fliehen weil  zu wenig Platz für uns und die schweren Lastwagen waren. Da gibt es doch tatsächlich noch so Idioten die einen Lastwagen überholen, der fast nicht den Berg hoch kommt, aber sie selber sehen gerade mal 2 Meter weit und haben keine Ahnung was den Berg runter kommt....... und da hat man ja ein bestimmtes Tempo drauf.

Heute hat mich einer gefragt ob ich mich sicher fühle hier auf den Strassen... meine Antwort kam ganz Spontan aber von Herzen..... nein.

Obwohl der Verkehr wesentlich weniger ist als auf der Nordinsel.

Auch wurde ich noch von einem Erdbeben geschüttelt, das ist schon ein komisches Gefühl wenn der Stuhl, der Tisch und die Wände anfangen zu wackeln aber alle in eine andere Richtung... Zum Glück ging alles glimpflich aus und es gab keine Schäden.

 

Vom Arhturs Pass nach Franz Joseph Glacier

Die Landschaft bis zum Pass war sehr abwechslungsreich und zeitweise auch sehr steil. Das gute daran ist, dass es auf der einen Seite hoch geht und auf der anderen wieder runter. Die Abfahrt vom Arthurs Pass war das bis jetzt beste was ich erlebt habe in Neuseeland. Mit 16% gefaelle wird es einem nicht nur um's Herzen warm, auch die Felgen haben etwas davon. Unterwegs habe ich dann noch 3 Velofahrer aufgegabelt und wir sind gemeinsam bis nach Moana gefahren. Die Jungs waren zwischen 66 und 78 Jahre alt aber fit wie Turnschuhe. Wir sind dann gemeinsam nach Greymouth weiter und unterwegs haben sie mir erzaehlt wo sie schon ueberall  waren und wie viele Km sie schon gefahren sind..... beeindruckend. In Greymouth haben sich unsere Wege wieder getrennt und nach einem intensiven Kartenstudium habe ich mich entschieden runter nach Queenstown zu fahren. Bis ich da ankomme habe ich noch den einen oder anderen Berg vor mir. Der erste war der Mt. Hercules..... viel versprechend, doch der hat sich als kleiner Huegel entpuppt . Wenig Steigung dafuer um so mehr Downhill. Die Landschaft wechselt sich ab zwischen Regenwald oder Farmland und das im 10 Km wechsel. 

 

Franz Joseph Glacier nach Haast 15.01. - 16.01.2015

ich bin am 15.01.15 vom Franz zum Fox Gletscher aufgebrochen. Meine Neuseelaendischen Freunde haben gesagt, diese Etappe vom 23 Km dauert einen Tag. Ich wusste es gibt 2 steile Steigungen zu bewaeltigen. Die ganze Traversierung hat gerade mal 2.15 Std. gedauert. Zur Belohnung gab es in Fox einen Kaffee mit einem Muffin. Da es erst 11.30 am Morgen war und das Wetter gut, hatte ich also noch genug Zeit um einbischen weiter zu fahren. Doch auf meiner Karte war kein Camping fuer die naechsten 70km eingezeichnet. Doch bis jetzt war da immer irgendwo im nirgendwo ein Kaffee oder ein Restaurant oder ein Camping. So bin ich voller zuversicht los geradelt......... doch diesmal hatte es wirklich nichts was auch nur ansatzweise einem Restaurant oder Campingplatz glich. So bin ich meinem Traum  von einer  Tagesetappe von 100km mit gestrampelten 96 km ziemlich nahe gekommen. An einem See hatte es dann so etwas wie ein Campingplatz mit Plumpsklo, einen Bach fuer frisches Wasser und 100'derte von Sandfliegen oder Blackflys wie sie hier genannt werden.... ich habe noch nicht herausgefunden fuer was diese dinger gut sind..... aber eines weiss ich mit bestimmtheit, die Stiche spuerst man noch Wochen danach.   In der Nacht hat es dann zu regnen begonnen. Am Morgen stand der sogenante Campingplatz fast unter Wasser. Ich habe meine sieben Sachen gepackt und mich ohne Fruestueck auf den Weg gemacht. Ich fand es nicht so angebracht, neben dem Plumpsklo meinen Porige zu kochen. Mit leerem Magen und einer Huegellandschaft vor mir, sind diese 48km, die zu bewaeltigen sind bis Haast, kein Zuckerschlecken. In Haast angekommen habe ich das erst beste Restaurant gestuermt und mein hungrigen Magen war mir dankbar dafuer.  So stehe ich jetzt nur noch vor der Frage Campingplatz oder Backpackers? Ich kann euch sagen diese Frage hat sich schnell erledigt. Erstens hat es wieder angefangen zu niesseln und zweitens bin ich kein Hardcor Camper mit Aussicht auf eine weitere Nacht mit 100' derte von Sandfliegen.

 

Von Haast nach Wanaka 15.01. - 18.01.2015

Haast  - Haast Pass - Makarora

Die heutige Etappe verlief anders als von mir geplant. Gestern habe ich mir die Wetterprognosen angeschaut und angeblich sollte es um 12h anfangen zu regnen. Die Etappe über den Haast Pass (564m) ist aber über 68 km lang und mit sehr steilen anstiegen versehen. So habe ich geplant bis zum Fuss des Passes zu fahren, da das Unwetter abwarten und dann am folgenden Tag weiterzufahren, Ich war heute schon sehr früh wach  und ich weiss nicht was mich mehr gestört hat, das schnorcheln der Zimmergenossen oder die juckenden Füsse von den Sandfliegen Stichen. Oski stand schon um 7:15 fertig beladen vor der Türe. Es ging alles dem Fluss entlang, Berg auf und Berg ab und schon bald waren die ersten 48 km zurück gelegt. So standen wir um 10h in der früh auf dem sogenannten Campingplatz. Das war wieder s einer mit kaltem Wasser, Plumpsklo und 100derten von Sandfliegen. Für mich war klar das isch nicht da bleibe, sondern direkt über den Pass fahre. Das Wetter war gut, die Sonne hat gelacht und ich habe Oski den Berg hoch gestossen.Und wer hätte es gedacht genau um 11.57 habe ich die ersten Regentropfen gespürt und beim zurück schauen, habe ich gesehen wir sich eine Regenwand in Richtung Pass schiebt. Also nichts wie weg von hier nach Makarora.  Der Haast Pass gilt als Wetterscheide zwischen Westküste und Ostküste. An der Westküste gibt es nur Regenwald und ein paar Meter nach dem Pass ändert sich die Vegetation un das Klima wird trockener. So krass ist mir das bis jetzt noch nirgends aufgefallen auf de

 

Von Wanaka nach Queenstown 20.01.2015

Dank Regen hatte ich einen zusätzlichen Ruhetag in Wanaka. 

Für einmal habe ich eine kleine Wanderung gemacht und Oski im trockenen gelassen. Zu meinem erstaunen taten mir nach der 2 Std Wanderung die Füsse und Beine weh... wer hätte das gedacht.

Bei Zeiten habe ich mich am 20.01.2015 auf den Weg nach Queenstown gemacht, der mal wieder alles anders war als flach. Die Etappe führt über die höchst gelegene Strasse in Neuseeland, die Cardrona Range Road.

Die Etappe fängt mit einem steilen Anstieg an und danach folgt die Strasse dem Bach entlang bis nach Cardrona. Genau richtig für den ersten und einzigen Kaffee halt bis nach Aarowtown. Frisch gestärkt gilt es jetzt kräftig in die Pedalen zu treten. Das Gefühl wenn man oben am Pass steht und weiss man hat es geschafft, ist unglaublich. Man ist einfach glücklich und zufrieden und kann mit Heisshunger eine halbe Tafel Schokolade verspeisen. 

Zwei Bikerinnen aus Holland haben mit gesagt das ich unbedingt den Umweg über Arrowtown machen soll. Eine kleine auf Touristen zugeschnittenes Städtchen. Doch zuerst wartet eine lange mit Serpentinen angelegte Strasse auf mich. Die Abfahrt ist doch immer noch das beste am Tag. Von da an ist es noch eine Stunde nach Queenstown.

 

Ausflug zum Millford Sound 21.01.2015

Ich habe nicht daran gedacht das isch es bis hier runter schaffe und so bin ich überglücklich einen Ausflüg zum Millford Sound zu machen. Das Wetter ist perfekt und die weinigen Wolken am Himmel stören gar nicht. Es geht bereits um 7 Uhr in der früh los. Die Fahrt mit dem Bus dauert einen Weg 5 Std. zum glück habe ich gutes Sitzleder nach all den gefahrenen Kilometern. Die Landschaft ist uerst nur Weideland und nicht wirklich spektakulär. Nach ca. 2,5 Std. gibt es in Te Anau die erste Pause. Die Ortschaft liegt am zweit grössten See in Neuseeland. Danach geht es weiter und wir lassen die Zivilisation ganz hinter uns. Da gibt es nur noch Weideland, Kühe und eine ganze Menge Schafe. Die Strasse wird kurvig und plötzlich sind wir von riesigen Bergen umgeben. Der Bus hat ein Glasdach und so kann man die ganze Umgebung in aller Ruhe anschauen, geniessen und einfach nur staunen. über so viel Natur pur. Millford selber besteht aus einem Backpackers Hotel und der Bootsanlegestelle. Davor, danach und dazwischen gibt es einfach..... nichts.Wir machen eine 2 stündige Bootsfahrt mit einem 3 Master (Segelschiff). Das Wetter ist perfekt und wir streiten uns um die besten Plätze an Bord. Ich räume meinen Platz als wir uns einem Wasserfall nähern und alle an die Reling drängen um einen gutes Photo zu machen. denn ich weiss das die alle klatsch Nass werden und für eine kalte Dusche ist es mir einfach zu kalt. 

Der Rückweg ist wieder eine 5 stündige Busfahrt und bis auf den Fahrer verschlafen wir alle diese wunderbare Umgebung die jetzt im Abendlicht ganz speziell aussieht.

 

Queenstown nach Cromwell 22.01.2015

Gestern stand ich im Fahrradladen und habe nach Cromwell gefragt. Der Verkäufer hat mich angeschaut wie wenn Weihnachten und Silvester auf einen Tag fallen, einige Stunden später weiss ich wieso. Wie schon auf dem Weg in die Stadt, habe ich auch für meine heutige Tour den Radweg am Fluss entlang gewählt. Die Landschaft ist wunderschön und abwechslungsreich. Man darf einfach keine Angst haben vor grossen Höhen und ausgesetzten Wegen. den ein Abschnitt führt über eine Hängebrücke. 

Für die ersten 25km brauche ich fast 3 Stunden. Deshalb verlasse ich vor Gibson denTreck, denn ich muss noch einige Kilometer machen bis zu meinem Ziel. Wieder auf der Hauptstrasse wird mir der Verkehr doppelt bewusst und ich muss mich wieder voll auf die Strasse konzentrieren und kann die Landschaft nur noch mit einem halben Auge geniessen. Die Umgebung wechselt und die Flusslandschaft wechselt zu schroffen Felsen und steilen Hängen. Spätestens jetzt weiss ich wieso der Verkäufer mich so komisch angekuckt hat als ich nach dem Radweg gefragt habe.

 

Clyde nach Dunedin vom 23.01. - 26.01.2015

In Clyde faengt der  Radweg auf dem stillgelegten Bahntrace an. Ich habe mir fuer mein unterfangen die heissesten Tage ausgesucht. Der Rekord war 35 Grad auf meiner Anzeige. Die ersten 25 km sind sehr flach und fuehren durch Weideland und einem kleinen Fluss entlang. Zum Glueck finde ich ein paar Baeume die mir fuer kurze Pause schatten spenden. Der Weg ist so staubig und trocken das ich froh bin endlich in Chatto Creek anzukommen und eine kuehle Cola trinken zu koennen. Nach einer 2 stuendigen Pause mache ich mich auf den Weg zum Tiger Hill. Das ist das steilste Teilstueck das ich erklimmen muss. Als ich so den Berg hochfahre, bin ich dankbar, das wir Schweizer die Zahnradbahn erfunden haben und nicht die Neuseelaender. So komme ich sogar in den grossen Gaengen locker den Berg hoch.  Mein Ziel fuer die heutige Nacht ist der Camping von Omakau. Der Weg fuehrt auch am anderen Morgen wieder bergauf bis zum hoechsten Punkt von 618 m. Die Sommerhitze von gestern ist der Morgenfrische von 14 Grad gewichen und so macht das fahren sehr viel mehr Spass. Die geraden Strecken sind vorbei und ich komme wieder in steiniges Gelaende. Ausser mir und ein paar Velotouris gibt es da nur Schafe, Kuehe und lauter gar nichts. Die Natur ist so unberuehrt wie ich sie seit Anfang meiner Reise noch nicht gesehen habe. In Rainfurly wird dann unter einer warmen Dusche der ganze Staub vom heutigen Tag abgewaschen. Der dritte und letzte Tag hat wieder ein paar Sehenswuerdigkeiten auf Lager. Da sind die Tunnels und die Viadukte die in den Jahren 1901-1908 gebaut wurden. Wenn die alten Schwielen erzaehlen koennten was sie alles erlebt haben in den letzten 100 Jahren, dass waere sicher spannend. Da der Weg nur noch  berg ab geht, komme ich meinem Ziel Middlemarch schnell entgegen und Oski bekommt seine verdiente Pause. Er hat den ganzen Weg mit Bravour gemeistert. 

 

So beschliesse ich gleich weiter zu fahren um den Zug durch die Taieri Gorge zu erwischen. Diese letzten 24 km sind anstrengender und steiler als die in den letzten Tagen zurueck gelegten 150 km. Zum Glueck habe ich genug Zeit einberechnet fuer die Strecke. Auf der Karte sieht es aus als liege die Haltestelle ein bisschen ausserhalb des Dorfes. Doch so kann man sich taeuschen. Ich fahre fuer gute 2 Stunden durch Weideland und nur ein geterter streifen Strasse zeigt mir die Richtung. Da ist kein Mensch und kein gar nichts das ich fragen koennte. Am Horizont taucht eine Staubwolke auf, die mir anzeigt das es da hinten irgendwo noch etwas gibt. In Pukerangi angekommen warte  ich geduldig auf den Zug der laut Fahrplan um 4.35 p.m. ankomt. Was macht man wenn einem langweilig ist, ganz einfach, ein Nickerchen. Als ich wieder die Augen auf mache ist es 16.15. Ich bereite mich vor und warte auf den Zug der ja gleich am Horizont erscheinen sollte. So gegen 16.50 wird mir langsam mulmig in der Magen gegend. Ich kontrolliere noch einmal den Fahrplan und komme zum gleichen Ergebniss wie vorher, der Zug sollte laengstens hier sein. Ich versuche die Bahn anzurufen und zum glueck klappt die Verbindung. Die nette Dame versichert mir das der Zug unterwegs ist und das ich einfach warten solle. Ich bestaetige ihr das ich nirgenswo hin gehe und um 17.30 sehe ich endlich meine Zug zurueck in die Zivilisation. Die Zugfahrt durch die Taieri Gorge bis nach Dunedin ist lohnenswert und das warten hat sich auf jedenfall gelohnt. 

 

Dunedin nach Moeraki vom 28.01.2015

Das sonnig warme Wetter der letzten Tage scheint vorbei zu sein und der Nebel hat heute morgen das sagen. Den Weg aus der Stadt finde ich recht gut und so entkomme ich noch vor dem grossen Morgenverkehr. Dabei fahre ich an der steilsten Strasse der Welt vorbei. (Laut Guinnes-Buch ist sie mit ca.35% Steigung die steilste Strasse der Welt) Das wird der Höhepunkt dieses Tages. Ein Tourist fragt mich, ob ich da hoch fahre? Ich schüttle nur den Kopf und biete ihm Oski an, damit er hoch fahren kann.Doch er verzichtet gerne auf einen Versuch. So fahre ich weiter und die Strasse schlägelt sich den Berg hoch. Aus Nieselregen wird richtiger Regen und ich muss meine Regensachen aus den Taschen kramen, bevor ich mich an die Abfahrt nach Waitat mache. Nach der Kaffeepause wurde mir empfohlen, die Coast Road nach Karitane zu nehmen. Diese Route wäre wahrscheinlich bei schönem Wetter traumhaft, doch bei Nebel ist die Aussicht nicht wirklich berauschend. Ich folge mehr oder weniger der Bahnlinie bis nach Palmerston. Wiso die offizielle Zugstour nur bis nach Palmerston fährt bleibt mir ein Rätsel. Zurück auf der Strasse wird mir der Verkehr wieder bewusst. Die Autos und Lastwagen donnern wieder ohne Punkt und Koma an mir vorbei. Ich vermisse bereits die letzten Tage auf dem Trail, wo nichts und niemand die Ruhe gestört hat. So muss ich mich auf den Verkehr konzentrieren und bemerke gar nicht, dass sich der Nebel gelichtet hat und sich eine schöne Landschaft vor mir auf tut. Doch richtig geniessen kann ich diese nicht, den hinter dem nächsten Hügel verschwindet alles schon wieder im Nebel. Für heute reichts mir und mein Etappenziel ist Moreaki. Morgen sehe ich mir auf dem Weg nach Oamaru die Moeraki Boulders an.

Von Moeraki nach Otematata 30.01.2015

Gestern morgen bin ich zum Strand geradelt wo man die  Moeraki Boulders sehen kann. Die Boulders sind Felskugeln  mit einem Durchmesser von bis zu 4 Metern. Diese Riesenmurmeln sind nach Schätzungen ca. 4 Millionen Jahre alt und entstanden durch vulkanische Aktivitäten. Wer sich dafür interessiert, findet unter Wikipedia noch mehr Details. Es gibt die Sage der Maoris oder die rein Wissenschaftliche Erklärung. Welche Geschichte auch dahinter steckt, es ist faszinierend zu sehen. Die Boulders waren dann auch der Höhepunkt des Tages. Wenig motiviert bin ich in Richtung Oamaru geradelt. Ich bin auf raten einer anderen Radlerin wieder der Küstenstrasse gefolgt. Im Landesinnern hat es geregnet und ich bin ohne einen Tropfen  davon gekommen. Ich bleibe in Oamara und gehe dafür am Abend zum Hafen um den Blue Pinguinen beim Überqueren der Strasse zuzuschauen. Das klingt banal, aber für die kleinen Pinguine ist es eine riesige Herausforderung. Sie kommen kurz bevor es dunkel wird aus dem Meer um dann in den Sandsteinfelsen am gegenüber  liegenden Hang die Nacht zu verbringen. Es gibt offizielle Aufpasser die jeden Abend die Strasse sichern, damit kein Mensch oder Auto diese Reise behindert. Photographieren ist erlaubt, doch nur ohne Blitz. Wehe dem der versucht mit Blitz zu photographieren.......... Da ich gesten meien Faulenzer Tag eingezogen habe muss ich heute mehr Gas geben um mein Etappenziel zu erreichen. Der Himmel ist bedeckt und es sieht auch nach Regen aus, doch der bleibt zum Glück aus und ich bin im nu in Otamata.

 

 

Otematata zum Lake Tekapo  31.01.2015-01.02.2015

 Nach dem es die ganze Nacht geregnet hat, habe ich ausgeschlafen und einfach gewartet bis erstens das Wetter besser wird und zweitens das Zelt trocken ist. So bin ich erst um 11h losgefahren Richtung Twizel. Unterwegs habe ich wieder einen Fahrradweg gefunden und musste nicht auf der Strasse fahren. Es war den ganzen Tag bedeckt, aber es hat zu meinem Glück nicht mehr geregnet. Der Campingplatz in Twizel war sozusagen ein Biker Treffpunkt. Es hatte noch 4 andere Velofahrer und 2 Harleyfahrer. Die Motorräder waren aus den Jahren 1937 und 1942. Da hat mein Motorradfahrerherz ganz schnell zu schlagen angefangen.

 

Ich bleibe Oski treu und wir fahren gemeinsam nach einer sehr regnerischen Nacht los zum Lake Tekapo.  Unterwegs habe ich die Chance einen Blick auf den Mt. Cook zu werfen, der höchste Berg Neuseelands. Die Kulisse ist Atemberaubend mit dem türkis blauen See im Vordergrund. Es geht weiter dem See entlang und nach meinem Gefühl stundenlang über eine flache Ebene. Endlich kommt der Kanal in Sicht, der den Velofahrer direkt ins Herzen von Tekpo bringt. In der Jugendherberge angekommen ist gleich Wäschewaschen und Zelt trocknen angesagt. Nachdem alles erledigt ist gehe ich noch schnell ins Dorf um meine Vorräte aufzufüllen und um den See zu bestaunen. Das hätte ich lieber  nicht gemacht, den danach war aus die Maus mit besichtigen oder anderen Outdoor Aktivitäten.   Auf dieser Wiese gibt es massenhaft " Bunny holes" und in so ein Hasenloch bin ich getreten und habe mir übelst den Fussknöchel verletzt. :-( So sitze ich jetzt hier und warte die nächsten Tage ab wie sich das ganze entwickelt.

Man sagt ja alles im Leben hat seinen Sinn, vielleicht wollte jemand das ich heute im trockenen sitze und nicht durch den Regen strampeln muss.....

 

 

Lake Tekapo nach Picton 01.02.2015-08.02.2015

So am 01.02. 15 habe ich mir den Knöchel verdreht und seit da läuft nichts mehr so wie geplant. Ich bin länger als erwartet in Tekaop geblieben, aus einer Nacht wurden 4 Tage.  Doch wegen der Hochsaison waren alle Betten in der  Herberge ausgebucht und so kam es das ich für eine Nacht auf der  Couch in der Stube geschlafen habe. So kam wieder einmal Plan B zum Zuge. Wie und wo kann ich am besten bleiben um meinen Fuss zu kurieren? In Christchurch war alles ausgebucht für die nächsten Tage und auch sonst war es aussichtslos etwas zu finden das zahlbar war. Da hilft nur noch die Flucht nach vorne und das ist in meinem Fall Picton. So bin ich mit dem Zug auf der Pacific Coast Line nach Picton gefahren. Eine wunderbare Zugstrecke der Ostküste entlang. Die gleiche Strecke bin ich vor ein paar Wochen per Velo in entgegengesetzter Richtung gefahren. Das Wetter ist gut und vom Zug aus kann ich die frisch verschneiten Berge sehen. Der Herbst kündigt sich langsam an und die nächsten Tage wird es max. 20 Grad tagsüber. Die Nächte sind schon sehr kühl und ich bin froh eine dicke Jacke dabei zu haben. Heute bin ich das erste mal wieder etwas länger unterwegs gewesen. Ich habe eine kleine Wanderung der Küste entlang gemacht. Meinem Fuss geht es gut und ich bin zuversichtlich, dass ich in ein paar Tagen wieder mit Oski durch die Gegend fahre und meine Zwangspause ein Ende nimmt. ;-)

 

Picton nach Havelock 11.02.2015-12.02.2015

Endlich kann ich wieder in die Pedalen treten. Nach 10 Tagen  Zwangspause freue ich mich auf diese kurze Etappe. Der erste Anstieg von 100 Metern schaffe ich mit Bravur. Am Lookout angekommen hat mich eine Frau angesprochen und mir gratuliert das ich den Hang hoch gekommen bin. Danke für die Blumen. Der wirkliche Berg steht aber noch an und ich schalte mal 5 Gänge zurück. Der Fuss hält und ich komme langsam aber sicher auf die andere Seite. Die Aussicht auf die Sounds ist überwältigend. Das Wetter zeigt sich auch wieder von der schönsten Seite. Den Instruktionen von Viktor folgend komme ich 2 Stunden früher als geplant in Havelock an. Ich Besuche Verwandte von einer Freundin und in ihrem Haus werde ich noch die letzten Tage  verbringen. Nach etwas suchen finde ich das Haus und denke mir, so muss es im Paradies aussehen. Das Haus liegt von der Strasse aus versteckt und es ist vom Regenwald umgeben. Die Aussicht von der Terrasse auf den Sound ist wunderschön. 

Meine Tour auf der Südinsel ist abgeschlossen und schon bald fahre ich wieder mit der Fähre nach Wellington und dann Auckland wo alles angefangen hat.  Die Zeit ist so schnell vergangen und ich habe in den 10 Wochen meiner Reise so viel gesehen und erlebt, dass ich es kaum glauben kann in 8 tagen bereits  in der USA zu sein, wo meine Geschichte weiter geht


Wellington -Auckland 16.02 - 20.02.2015

Die Zugfahrt von Wellington nach Auckland hat sich wirklich gelohnt. Man fährt die meiste Zeit durchs Hinterland der Nordinsel und entdeckt dabei ganz viele verschiedene Landschaften die von der Strasse aus nicht ersichtlich sind. So habe auch ich noch ein paar Ecken entdeckt die ich gerne gesehen hätte und die sicher ganz interessant sind. Man muss einfach noch einmal kommen um alles zu sehen. Auch Auckland zeigt sich von seiner Sonnenseite. Es ist immer noch angenehm warm im Gegensatz  zur Südinsel wo der Herbst bereits Einzug gehalten hat.  So geniesse ich die letzten Tage noch in vollen Zügen. Mein Fuss hat sich auch wieder erholt, so das ich meine  Reise ohne Probleme fortsetzen kann. Ich bin sehr froh das es Schlussendlich so glimpflich abgelaufen ist. 


In Neuseeland zu starten war ein guter Entscheid. Auch wenn das Wetter am Anfang nicht so toll war, habe ich die 11 Wochen auf der Insel sehr genossen. Ich habe  ca. 2'300 km und ca. 15'000 Höhenmeter zurück gelegt. Gut eingefahren starte ich  auf der anderen Seite des grossen Teiches in neue Abenteuer.


Meine nächsten Abenteuer kannst Du von jetzt an unter der Rubrik Geschichte meiner Reise - Amerika weiter verfolgen.