La Cruz nach Jaco 10.09. - 18.09.2015

Ich realisiere schnell das ich wieder auf costaricanischem  Boden bin, den die Strassen sind einiges schlechter, als auf der anderen Seite der Grenze. Mein leerer Magen hängt mir in den Knien und so erscheint mir der erste kleine Hügel als unüberwindbar. Die Aussicht auf die Bahia de Salinas ist wunderschön und mein erstes Etappenziel entpuppt sich als ein kleines Bijoux. Weiter geht es bis nach Liberia. Vom Meer ist nichts mehr zu sehen, dafür fahre ich wieder durch grünen Busch und an riesigen Weiden vorbei. Ich nehme mir ein Zimmer im Hotel Liberia und trotz vernichtender Kritik im Reiseführer, ist es für mich die richtige Adresse. Der Hotelangestellte gibt mir ein Einzelzimmer zum Preis von einem Mehrbettzimmer mit Frühstück. So ein Angebot lass ich mir natürlich nicht entgehen. Jetzt geht es weiter auf die Halbinsel Nicoya wo ich auf Nikolas und seine Familie treffe. Eigentlich hatte ich über warmshower ein Bett reserviert, nur Armando hatte keinen Platz und so hat er mich kurzerhand umquartiert. Die Familie wohnt in Curime, in einem kleinen hübschen Haus. Das jüngste Familienmitglied ist gerade mal 5 Monate alt. Ich darf im Zimmer der älteren Tochter schlafen und hier möchte ich mich noch einmal für die Gastfreundschaft bedanken. Ich erfahre ganz viel über das Leben in Costa Rica und über sein kleines Familienunternehmen. Auf meinem Weg zur Fähre in Cabo Blanco hab ich die Strasse fast für mich alleine. Meine Strecke ist wohl die untouristischste Strecke im ganzen Land. Mir und Oski macht das nichts aus und so können wir uns mehr auf die Landschaft konzentrieren als auf den Verkehr. Fast zwei Stunden dauert die Überfahrt wieder aufs Festland nach Puntarenas. Da ist es dann vorbei mit der Ruhe auf der Strasse. Der Verkehr rauscht uns um die Ohren und mir wird von den Abgasen fast schlecht. So fahre ich weiter bis nach Caldera und hoffe da eine Unterkunft zu finden. Wieder einmal hat sich gezeigt das wir Frauen zusammen halten müssen, hier die Kurzfassung der Geschichte. Ich frage nach dem Preis, 15'000 colones ist die Antwort, ich kann aber max. 10'000 colones bezahlen, die Angestellte fragt nach, der Chef willigt ein mir für den Preis das kleinste Zimmer zu geben, sie gibt mir das grösste Zimmer, da Oski ja auch mit rein muss und alle sind glücklich. Gut ausgeschlafen und nach einem kräftigen Frühstück geht es weiter bis nach Jaco. Seit langem, wieder das erste mal ist Fahrrad wandern für Fortgeschrittene angesagt. Ich schiebe mich und Oski den Berg hoch der irgendwie kein ende nimmt. Das einzige was mich antreibt ist das wissen, das Jaco am Meer liegt und das irgendwann eine Abfahrt auf mich wartet. Bei meiner Ankuft ist die ganze Stadt auf den Beinen. Nicht wegen mir, sondern weil am 15.09. der Nationalfeiertag gefeiert wird. Ich möchte ein paar Tag in der Stadt bleiben und so hab ich mir ein Hostal mit sehr guter Kritik ausgesucht. Der erste Eindruck ist dann ernüchternd, den eine Woche vor meiner Ankunft hat ein Tornado den ganzen Garten umgestaltet und hat ein riesiges Chaos hinter lassen. Paul, der Hostelangestellte zeigt mir dann noch das ganze Haus und ich kann mich wieder mal nicht entscheiden ob ich bleibe oder mir ein anderes Hostal suchen soll. Ich weiss nur, mit leerem Magen soll man keine Entscheidungen treffen. So lass ich Oski im Hostel stehen und bilde mich mal in der Wirtschaftskunde weiter. Mit vollen Magen sieht die Welt schon ganz anders aus und ich entscheide für zwei Tage hier zu bleiben. Mein neues zu Hause ist in einem der noch stehenden Zelte. Ich wasche mal wieder all meine Kleider, putze Oski auf Hochglanz und schreibe mein vernachlässigtes Tagebuch. Am Strand ist nicht viel los, doch die Leute im Hostel sind cool und so werden aus zwei, vier Tage bevor meine Reise weiter geht.   

 

Quespo - Uvia 19.09. - 22.09.2015

Wieder lasse ich Leute zurück mit denen ich die letzten Tage verbracht habe. Ich lasse Oski freie fahrt und hänge noch etwas meinen Gedanken nach. Die Strecke dem Meer entlang ist flach und ich treffe ohne grössere Schwierigkeiten in Quespo ein. Eigentlich will ich in der nähe des Nationalparks Mario Antonio in einem Hostal übernachten, überlege es mir dann aber anders, als ich Oski den Berg hoch schiebe. Schweissgebadet mache ich im Schatten eines Hauses eine Pause und erkläre das soeben passierte Hostel als mein nächster Aufenthaltsort. Auch hier mache ich wieder zwei Tage Pause bevor es weiter geht. Der Hostalbesitzer ist ganz begeistert von meiner Reise und er möchte auch irgendwann mal mit dem Fahrrad eine längere Tour machen. Kurz nach 7 Uhr in der früh geht es los bis nach Uvia. Bis jetzt hatte ich immer Glück mit dem Regen, doch heute bin ich entweder zu früh oder schon zu spät unterwegs und 10km vor Uvia fahre ich in einen heftigen Regenschauer rein. Wie heisst es so schön, nach dem Regen scheint die Sonne und es wird gleich wieder schwül heiss. Das Regenwasser verdampft und es fühlt sich so an als wenn ich durch Nebelschwaden fahre. In Uvia fühle ich noch meine Packtaschen mit Lebensmittel und mache mich auf zum Cascade Verde Hostal. Das Hostal liegt mitten im Busch und entpuppt sich als ein kleines Paradies. Es ist so ruhig hier, so das ich nach meiner Ankunft und einer Dusche ein 3 stündiges Nickerchen in der Hängematte gemacht habe. Nach einem leckeren Frühstück hab ich dem Wasserfall hinter dem Hostal einen Besuch abgestatet. Doch mir ist das Wasser zu kalt zum baden und so setzte ich meine Wanderung fort Richtung Aussichtspunkt auf dem Bergrücken.  An der Sonne ist es so heiss das meine eingebaute Dusche wieder auf hochtouren läuft. Die letzten Höhenmeter kann ich auf einem Quad mitfahren und bin gar nicht so ünglücklich darüber. Oben angekommen mache ich ein Photo und dann geht es wieder runter mit dem Quad. Mein Taxifahrer kommt aus Holland und seine Familie hat hier ein Stück Land gekauft und jetzt bauen sie ein Resort hier in den Bergen. Ich darf mir alles ansehen und mache noch eine kleine Wanderung zum Wasserfall der sich auf dem Grundstück befindet. Sie leben in einem Wilden Paradies, vor ein paar Tagen hat ein Puma die Wasserleitung demoliert. So nah ist hier die Natur. 

 

Palmar Norte - Cd. Neily 23.09. - 24.09.2015

 Ich verlasse das kleine Paradies im Busch und jetzt geht es immer der Nase nach bis nach Panama. Die Strecke bis Palmar Norte ist nicht spektakulär. Es gibt noch nicht einmal einen Photosujet wo ich pro forma wieder einmal halten könnte um eine Pause zu machen. Dafür finde ich eine ruhige Unterkunft wo wir uns ausruhen können. Die heutige Strecke führt mich wieder durch Palmölplantagen und Ananasfelder. Die Dosenfabrik Del Monte hat in der Region eine Fabrik und hier werden die leckeren Früchte verpackt. Der Tropische Regenwald weicht wieder trockenerem Klima und ich bekomme schon einen ersten Vorgeschmack auf das Klima in Panama. In meiner ersten Pause bestelle ich Spaghetti Bolonese und sehe erst danach das es erst 9.30 ist. Die Serviertochter verzieht keine Mine und minuten später verzehre ich diese genüsslich. Ich bin froh, dass man hier zu jeder Tageszeit alles essen kann, was auf der Speisekarte ist und man sich nicht an irgendwelche Zeiten hält.