San Diego - Rosarito 03.03.15

Am Abend habe ich all meine sieben Sachen gepackt und wie vergiftet die Strassenkarte Mexiko für mein Gps gesucht. Ich wusste ich hab sie irgendwo, die Frage blieb einfach wo? Das passiert wennn man seine Sachen auf 5 Taschen verteilt, das wenn im Falle etwas weg kommt man noch von allem etwas hat. Obwohl ich jetzt alles hatte, habe ich nicht gut geschlafen diese Nacht. Ich habe an der Hostelrezeption noch gefragt ob sie Erfahrung  haben mit fällen wie mir, die mit dem Velo über die Grenze wollen, doch leider konnten sie mir nicht weiterhelfen. Ich bin dann mit dem Tram bis zur Endstation gefahren und von da aus geht es per Velo Richtung Grenze. Wie es im Veloführer steht muss man über die Autobahn an die Grenze fahren, weil man das Gefährt nicht durch das für Personen vorgesehene Drehkreuz bringt, was ja eigentlich auch Sinn macht. Ich wurde an der Grenze von den Zöllnern angehalten und die haben mich angesehen wie wenn sie noch nie ein Velo gesehen hätten. Bei der Immigration habe ich ohne Probleme mein 6 monate Visum für Mexico erhalten. Wieder fragend nach dem Weg hat man mich weiter auf die Autobahn Richtung Rosarito geschickt. So bin ich eine Stunde später in Playas de Tijuana angekommen. Nur da haben sie mich nicht weiterfahren lassen auf dieser Strecke und so musste ich wieder umkehren und durch die Stadt fahren, was ich ja eigentlich nicht wollte. Aber das interessiert hier ja keinen was ich will oder nicht. Immer noch auf dem Highway, wo ich ja eigentlich gar nicht sein darf, diesmal einfach in die andere Richtung, geht es los  ins Stadtzentrum. Mein Gps kann mir bei der Suche des Weges auch nicht helfen und so mache ich bei einer Apotheke halt und Frage nach dem Weg. Die Antwort auf meine Frage ist diese Strassenkarte mit der ich ganz einfach aus der Stadt heraus finde. Ich kam unbeheligt aus der Stadt und war auf dem richtigen Weg nach Rosarito. Ich denke es gibt sicher Leute die schlechte Erfahrungen an der Grenze  machen, aber ich kann nichts schlechtes sagen. Das einzig wirklich schlechte sind die Strassenverhältnise. Das sind nicht Strassenlöcher,  sondern zum Teil Strassenkrater............  und so muss ich höllisch aufpassen wo ich langfahre. Rosarito selber ist um diese Jahreszeit ein  kleines verschlafenes Nest das erst ab April wieder zu Leben erweckt.  

 

Rosarito - Ensenada 04.03.15

 Gut ausgeruht und mit einem reichhaltigen mexikanischen Frühstück im Magen mache ich mich auf den Weg. Es geht immer der Nase nach bis nach Ensenada. Da ich ja nicht auf den Highway darf, folge ich dem Federal Highway 1 zuerst alles der Küste nach.Es geht auf und ab und die ersten 35km sind schnell zurück gelegt. Hier wird einem bewusst das es zwei Schichten Mexikaner gibt, die sehr Reichen mit wunderschönen Häusern die immer Bewacht werden und die anderen die eine einfache Blechhütte besitzen, die dem nächsten Sturm nicht stand hält. Man kann verstehen das die  Leute in den Westen wollen, nur ob ein Leben als illegaler Einwanderer in die USA wirklich besser ist bezweifle ich schwer.Die Strasse zweigt ins Hinterland ab und ab da bin ich fast alleine unterwegs. Ich geniesse  die Ruhe und die schöne Umgebung. So wenig Strassenverkehr hatte ich die ganzen letzten Monate nie. Nach der ersten Steigung geht es hügelig weiter über ein Hochplatto  bis zur Tigerschlucht, dank der gut ausgebauten Strasse kann ich ohne einmal zu bremsen nach San Miguel runter fahren. Da ist es dann wieder aus mit der Ruhe und der Verkehr der vom Highway kommt brettert wieder an mir vorbei. Es sind nur noch 15km und ich stehe im Zentrum Ensenada. Hier möchte ich eine weile bleiben und Spanisch lernen, denn ohne wird es einbisschen schwierig. Morgen mache ich mich also auf die Suche nach einer Sprachschule. 

 

Ensenada 05.03.15 - 23.03.15

Seit nun 3 Tagen laufe ich kreuz und quer durch Ensenada erstens um mich zurecht zu finden und zweitens um eine Spanischschule zu suchen. Ersteres klappt schon ganz gut und letzteres  habe ich heute auch gefunden. Ich gehe ab morgen wieder zur Schule für die nächsten 2 Wochen. Der Unterricht wird sehr intensiv weil wir nur 3 -4 Schüler sind in der Klasse, aber ich freue mich darauf. Ansonsten läuft alles wie es in Mexico halt so läuft........ nicht immer Rund aber am Schluss kommt es gut. Die Stadt selber ist wie im Reiseführer beschrieben eine Touristenstadt. Hier landen die grossen Kreuzfahrtboote für 2 Tage und dann sind die Strassenverkäufer nicht mehr zu bremsen. Sind die Touristen wieder weg, ist es richtig friedlich in den Strassen und man kann sich ohne Probleme frei bewegen. Ich war gestern Abend mit zwei Jungs von der Jugendherberge unterwegs und wir haben der ältesten Bar der Baja California einen Besuch abgestatet. Da wird zwischen Strassenmusikanten, Schuhputzern, Photografen und Rosenverkäufer getanzt und getrunken. Ein farben frohes durcheinander das auf seine ganz spezielle Art und Weise funktioniert. Wir haben gelernt, dass man grüne Lemonen über denTaccos  ausdrückt und dann mit scharfer Sauce  zusammen isst. Das ist dann so eine Kombination von hot and sour anstatt sweat and sour. Da ich die nächste Zeit stationär in Ensenada bin werde ich sporadisch meinen Bericht erweitern, bleibt also dran, den es geht schon bald weiter.  

 

Spanischschule 09.03.15

Heute war mein erster Tag in der Spanischschule und ich bin total erledigt. Meine Klasse besteht aus einem Schüler und das bin ich. Somit sitze ich in der ersten Reihe und darf alle Fragen direkt und selber beantworten. Das wird wohl die intensivste Schulzeit meines ganzen Lebens. Gaby meine Lehrerin, gibt sich wahnsinnig mühe und das gute ist, sie spricht nur Spanisch. So wird auch mein Talent, mich in der Zeichensprache  zu unterhalten, gleichzeitig gefördert. 


Ensenada mit seinen versteckten Sehenswürdigkeiten 13.03.15

Die erste Woche Spanisch Unterricht habe ich hinter mir und ich bin ganz zufrieden mit meinen Fortschritten. Es ist nicht so das ich fliesend Spanisch spreche, aber ich versuche jeden Tag das gelernte direkt in der Praxis umzusetzen. So war ich gestern beim Coiffeur und zu meinem Glück kam ich nicht mit einer Glatze heraus, sondern hatte wie gewünscht, nur meine Spitzen geschnitten.  In dieser Woche habe ich Ensenada von verschiedenen Seiten kennen gelernt. Matthey ist auch ein Student an der Schule und jeden Mittag führt er uns zu einem neuen Platz oder Restaurant, wo wir die lokale Küche testen können. Auch wenn es auf den ersten Eindruck nicht sehr bekömmlich aussieht, schmeckt alles vorzüglich. Die mexikanische Küche ist sehr abwechslungsreich und ich werde jeden Tag experimentier freudiger........... Auch das Nachtleben in der Stadt birgt viele Überraschungen. Auch wenn ein Restaurant von aussen wie eine Bruchbude aus sieht, ist das Interieur sehr stillvoll eingerichtet. Diese Lokale sind dann auch nicht Anziehungspunkt der Touristen, sondern da erhält man einen Eindruck ins Leben der hier ansässigen Mexikaner. In fast jedem Lokal wird Tanzmusik gespielt und man ist schneller auf der Tanzfläche als man denkt. Was dann etwas weniger lustig ist, bis man seinen Tanzpartner wieder los ist. Es ist definitiv ein guter Ort um Spanisch zu lernen. 


El Boufadora - Routa del Vino 14.03.-15.03.15

Am Freitag Abend haben wir uns feucht fröhlich von Elisa verabschiedet und dabei noch neue versteckte Ecken von Ensenada kennen gelernt. Ich bin dann mit einem Hangover am Samstag aufgestanden und war froh nicht die einzige zu sein, der es nicht so gut ging. Man sagt  ja nicht umsonst geteiltes Leid ist halbes Leid. Eigentlich wollte ich heute zum Fischmarkt, habe dann aber kurzfristig meine Pläne geändert, da ich mir nicht sicher war wie mein Magen darauf reagiert. Man soll sich ja nicht extra in eine missliche Situation bringen. So bin am Nachmittag mit Matthew zum El Boufadora gefahren. Das Busfahren ist eine andere Herausforderung hier in Ensenada, da es weder Bushaltestellen noch Abfahrtszeiten gibt. Wer es versuchen will, muss einfach an der richtigen Strasse stehen und wenn der Bus kommt, mit deinem Wunschziel, Hand raus und geht's los. Eine Stunde haben wir gebraucht um zum El Boufadoro zu kommen. Abgesehen von all dem Kitsch was man da kaufen kann, hat der Ort etwas magisches. Wenn man hört wie die Wellen an den Felsen prallen und dann in die Luft geschleudert werden, ganz anders als die Geysire in Island. Leider haben wir die Gezeiten vom Meer nicht einberechnet und bei Ebbe ist die Fontäne nur halb so gross wie sonst. Zurück im Hostel habe ich erfahren das es eine organisierte Weintour durch die Region von Ensenada gibt. Das lass ich mir nicht entgehen und am Sonntag stehen wir zu sechst vor dem Hostel und warten auf unseren Chauffeur. Der ist dann auch pünktlich und los geht die Reise. Leider macht das erste Weingut erst um 11h auf und wir sind eine halbe Stunde zu früh da, macht nichts, wir kriegen zwar nichts zu trinken, dürfen uns aber den Aussichtsplatz auf dem Berg anschauen. Dann geht es weiter zum zweiten Weingut, Alximia in Rancho Cortes. Da ist nicht nur das Haus eine Augenweide, auch der Wein ist der beste den ich seit beginn meiner Reise getrunken habe. So geht es weiter und nach dem vierten Weingut freue ich mich auf ein Traditionelles Mittagessen und einen Schluck Wasser. Beim letzten Weingut haben wir uns die Weinprobe geschenkt und einfach eine gute Flasche zusammen gekauft um diese gemütlich im Garten der Hazienda zu trinken. Bei der Besichtigung des Weinkellers hat die Führerin heraus gefunden das ich Schweizerin bin und hat sofort ein Lied das von Edelweiss handelt zum besten gegeben. Zu meiner Schande kenne ich das Lied nicht. Also wenn ihr auf eine Weintour geht  in Ensenada, macht euch zuerst vertraut mit Schweizer Volkslieder. 

 

Die Reise geht weiter...........

Meine Tage in Ensenada sind gezählt und am Sonntag den 22.03.15 geht es weiter Richtung Süden auf der Baja California. Ich war am Anfang sehr skeptisch gegenüber Ensenada und den Mexikanern. Auch wenn ich es nicht wahr haben wollte, haben sich die negativen Geschichten, die man so hört, in meinem Unterbewusstsein eingenisstet. Doch mit der Zeit habe ich gemerkt, das es ganz normale Leute sind die ihrem Job nach gehen und versuchen das beste aus ihrem Leben zu machen. Sobald man aus der Touristenzone heraus ist und sagt das man Schweizerin ist und nicht Amerikanerin, stehen einem fast alle Türen offen. So verlasse ich Ensenada mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da sich in dieser kurzen Zeit eine Art Bekanntenkreis aufgebaut hat. Die Leute vom Cafe Arabica sind sehr freundlich und warten immer geduldig bis ich meine Bestellung auf Spanisch  durch gegeben habe, der Früchtehändler winkt schon von weitem wenn ich meine 3 Bananen bei ihm kaufe und der Bäcker weiss, das ich jeden Morgen mein Gipfeli auf dem Weg zur Schule esse. Abschliessend war es eine gute Entscheidung mich hier für ein paar Wochen aufzuhalten.  Anderseits freue ich mich endlich wieder mehr Zeit mit Oski zuverbringen und um endlich die Naturwunder der Baja zu erkunden.  

Man kann sagen und denken was man will über die Mexikaner, aber eines haben sie den Neuseeländer und den Amerikaner voraus.........Respekt vor den Fussgängern!

 

Ensenada -San Vicente 22.03.15

Nach 3 Wochen Ensenada geht es endlich weiter auf der Baja California. Ich dachte an einem Sonntag hat es sicher weniger Verkehr als unter der Woche. Ich habe aber nicht bedacht, dass die meisten Leute auch am Sonntag arbeiten um etwas extra Geld zu verdienen. So wurde ich von  einem Bus nach dem anderen überholt. Erst ca. 2 Stunden ausserhalb Ensenada war es endlich ruhiger auf der Strasse und ich konnte das erste mal die neue Umgebung begutachten. Zeitlich genau abgestimmt hat sich mein Magen eingangs San Tomás gemeldet. Das Restaurant habe ich schnell gefunden, den das Dorf besteht aus einem Campingplatz, einer Tankstelle und dem Restaurant. Eine grüne Oase in der bergigen Umgebung. Da es erst 12h war und ich noch den ganzen Nachmittag vor mir hatte,  habe ich beschlossen noch bis San Vincente zu fahren. Den je länger ich unterwegs bin, umso wärmer wird es für die nächsten Etappen.  Dabei habe ich vergessen, dass ich schon lange nicht mehr Velo gefahren bin und die letzen Kilometer waren sehr heiss und sehr lange. San Vincente ist ein grösseres Dorf in mitten von ein paar Bergen. Nach dem langen Tag gönne ich mir ein Hotelzimmer mit einer warmen Dusche. Leider hat das warme Wasser den Weg in mein Zimmer nicht gefunden. Aber wie heisst es so schön eine Kaltedusche ist besser als keine Dusche. 

 

San Vicente - Vicente Guerero 23.03.15

Der Nachtwächter hat beschlossen eine Party zu feiern und dabei er hat vergessen das die Wände aus Papier bestehen. So hatte ich eine unruhige Nacht hinter mir und um alles abzurunden hat um 5h der Hahn vom Nachbarn angefangen den Morgen einzukrähen. So bin ich früh gestartet um die kühlen Morgenstunden zu nutzen. Die ersten Kilometer geht es auf und ab durch die Hügel und dann folgt endlich die ersehnte Abfahrt nach Colonet.  Es ist erst 10h morgens und die Sonne gibt alles um mich zu beeindrucken. Nach einer kurzen Pause geht es weiter, die Strasse wird schmaler und der Verkehr nimmt dafür zu. Zwischen Colonet und San Quintin wird am meisten Gemüse und Früchte auf der Baja angeplanzt. Die Strasse verläuft parallel zur Küste und ist abgesehen vom Verkehr nicht spektakulär. 

 

Vicente Guerero - El Rosario 24.03 - 25.03.15

Ich habe das Gefühl das die Mexikaner nie Schlafen. Ich höre schon um 4h in der früh die erste Lastwagen auf ihrem Weg nach Süden. Das ist entweder wegen der Hitze oder den Unruhen im Nachbardorf. Die Landarbeiter verlangen mehr Lohn und die Rancher sind damit nicht einverstanden. Ich komme unbehelligt durch San Quintin, doch die Polizeipräsenz ist gewaltig. Die Landschaft lädt nicht zum verweilen ein und so mache ich gute fahrt und komme schon um 12h an meinem heutigen Etappenziel an. Ein Campingplatz direkt am Meer. Der Platz ist herrlich und es gibt 3 Sonnenschirme die für Schatten sorgen. Leider gibt es zur Zeit kein Wasser und auch keine Toiletten. Soll ich hier bleiben oder doch noch weiterfahren? Nach einer ausgedehnten Pause entscheide ich mich für's weiterfahren. Am Strand spreche ich noch mit einem Amerikaner der da lebt und er erzählt mir das die Situation in San Quintin evt. eskaliert wenn keine Lösung gefunden wird. Also nichts wie weg über die nächste Bergkette. Die Strasse folgt  die nächsten immer noch entlang der Küste, bevor es wieder ins Landesinnere geht. Die Vegetation verändert sich schlagartig. Jetzt sehe ich die ersten Kakteen und eine ganze menge ausgetrockneter Flussbeete. Ich muss Oski den Berg hoch schieben, die Strecke ist nicht all zu steil, doch ich habe soviel Lebensmittel und Wasser dabei das es für uns beide eine Herausforderung ist. Auf dem Berg angekommen, wartet wieder ein Militärkontrollpunkt auf mich. Mit ernster Mine werde ich gefragt woher ich komme und was mein heutiges Ziel sei. Ich gebe anscheinend die rechten Antworten und kann ohne Probleme passieren. Als Krönung  des Tages folgt eine lange Abfahrt bis nach El Rosario. Hier werde ich einen Ruhetag einlegen um dann frisch gestärkt in die Wüste aufzubrechen. 

 

El Rosario - Santa Rosita 26.03 - 28.03.15

Ich habe mir den ganzen Tag überlegt ob ich mit dem Bus fahren soll oder mit Oski. Am Abend habe ich mich dann für Oski entschieden. Das Gepäck ist fertig und ich habe mir ausgerechnet das ich 3l Wasser brauche am Tag und noch je einen halben für das Abendessen und Frühstück, so viel zur Theorie. Die ersten Meter ausserhalb des Dorfes werde ich von bellenden Hunden begleitet, die jedesmal wenn ich anhalte wieder das weite suchen. Nur einer ist sehr hartnäckig, doch er hat nicht damit gerechnet das Schweizer Wädli etwas zäher sind als andere und als ich ihm dann auf Schwyzerdeutsch gesagt habe was ich von ihm halte, hat er das weite gesucht. Weiter geht es ins Landesinnere. Nach den ersten Steigungen frage ich mich ob meine Entscheidung mit dem Velo zu fahren die richtige war. Ich setzte mir eine Limite von 40 km um dann zu entscheiden was ich machen werde. Es geht immer weiter den Berg hoch und ich schiebe Oski schon eine Weile. Endlich auf dem Hügel angekommen treffe ich auf Bruce und Beatrice, die mir ohne zögern Wasser geben. Mein Mund ist ganz trocken und 2 Liter Wasser verschwinden im nu. Frisch gestärkt und mit extra Wasser mache ich mich wieder auf den Weg. Die Sonne brennt und ich ziehe mir ein Langärmliges Shirt an und mache mir einen Turban um mich vor der Hitze zu schützen. Ein Restaurant kreuzt mein Weg und ich freue mich auf eine Pause im Schatten. Ein Kaffe, eine Cola und 3 Liter Wasser später mache ich mich wieder auf den Weg. Ich möchte soviel Strecke wie möglich zurück legen bevor ich meine erste Nacht in der Wüste verbringe. Ich finde den idealen Platz zwischen ein paar Sträuchern, nicht weit weg von der Strasse und doch so versteckt das man das Zelt nicht sieht.Ich schlafe relativ gut und werde erst am Morgen geweckt als eine Stute mit ihrem Fohlen in der nähe meines Zeltes steht. Es ist wunderschön die beiden zu beobachten wie sie mit den ersten Sonnenstrahlen in der Wildnis verschwinden. Die riesigen Kakteen die mich gestern begleitet haben sind weg und die Landschaft ist sehr eintönig. Auf der Höhe von Santa Augustin sehe ich endlich die schon lange erwarteten Felsquader die mich bis Catavina begleiten. Zwischen den Felsen wachsen allerlei Kakteen die es nur auf der Baja California gibt. Ich kann mich gar nicht satt sehen an dieser wunderschönen Natur. Ich denke mir, als Gott die Welt geschaffen hat, sind im diese Steine vom Lastwagen gefallen, ansonsten gibt es keine Erklärung wie diese Steine hier in der Wüste gelandet sind. Da nur der Fahrtwind etwas Kühlung bringt, mache ich nur ein paar Fotos und schaue zu das ich wieder in Bewegung komme. Catavina ist wie eine Oase mitten in dieser Steinwüste. Der perfekte Ort um mich zu regenerieren und um morgen mit dem Bus weiterzufahren. So stehe ich schon früh an der Strasse und warte auf den Bus.Da es keinen Fahrplan gibt, kann mir niemand sagen, wann genau der Bus hier sein wird. Ich habe Glück und der Bus kommt bevor ich Wurzeln schlage.Je länger die Fahrt dauert, desto sicherer bin ich mir, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Eigentlich will ich nur bis San Ignacio fahren, doch ich ändere meine Pläne als ich in Guerrero Negro aus dem klimatisierten Bus aussteige. Die Hitze schlägt Purzelbäume und ich gleich mit.So fahre ich an die Ostküste nach Santa Rosalia und hoffe das die Meeresbrise etwas Abkühlung bringt. 

 

Santa Rosalia - Loreto 29.03. - 31.03.15

Das mit der Meeresbrise und der Abkühlung stimmt nur teilweise,  doch die Sonne verschwindet schon bald am Horizont und ich muss noch eine bleibe für die Nacht suchen. Das erste Hotel ist dann auch gleich meine erste Wahl. Nach einem ganzen Tag Busfahren bin ich froh wenn ich unter die Dusche komme und mich für 5 min auf Ohr hauen kann. Santa Rosalia ist eine kleine Stadt die früher von Minenarbeitern bevölkert war. Es gibt heute noch aktive Minen in der Region. Es ist  Samstagabend und die Einwohner tummeln sich bis spät in der Nacht in den Strassen und vor meinem Hotelzimmer. Ich bekomme nicht viel schlaf, aber das stört mich mitlerweilen gar nicht mehr. Am Sonntag geht es nach einem ausgibigen Frühstück und dem auffüllen meiner Wasserreserven weiter dem Meer entlang bis zu einem kleinen Campingplatz. In der nähe von Santa Rosalia gibt es anscheinend die schönsten Strände der Baja. Der Zeltplatz ist ganz klein und ich bin die einzige reisende mit Zelt, so kann ich mir meinen Platz aussuchen.  Wie ich erfahre Leben ein paar Amerikaner und Canadier von November bis April hier um dann wieder gen Norden zu fahren, wenn es hier zu heiss wird. Ich werde herzlich empfangen und mit kühlen Getränken und einem Stuhl zum Sitzen versorgt. Am Nachmittag kommt ein Strandverkäufer vorbei und verkauft Kuchen, selbst gemachtes Eis und andere leckereien. Ich kaufe ein Eis und geniesse dieses in Gesellschaft von France, Ken und ihren 5 Hunden. Sie kommen seit 10 Jahren hier her und verbringen den Winter an der wärme. Während dem Abendessen erzählen sie mir viele Geschichten von Reisenden die hier halt gemacht haben. Leider hat der Hurrican von letztem September den Strand komplett verwüstet und jetzt kommen nicht mehr so viele Touristen her. Schade eigentlich den die Besitzer vom Camping sind sehr nett und es ist alles sehr gut unterhalten. Ich jedenfall geniesse die Nacht im Zelt unter dem Palmendach. Ich uberlege noch einen Tag zu bleiben, doch die Hitze treibt mich weiter Richtung Mulege. Es sind nur gerade mal 65 km die ich zurück lege, doch dafür brauche ich so lange wie sont eine ganze Tagesetappe. Mulege ist eine kleine Stadt in der Baja die aber ausser ein paar Hotels nichts zu bieten hat. Als ich mich nach dem Preis für das Zimmer erkundige, sagt die Besitzerinn 450 Pesos. So viel will ich nicht ausgeben und mache mich auf die suche nach etwas günstigerem. Nach stunden stehe ich wieder vor dem gleichen Hotel und bekomme das Zimmer für 350 Pesos. Diese Nacht mache ich dann auch Bekanntschaft mit meiner ersten Kakerlake. Die Freude beruht leider nicht auf gegenseitigkeit und ich versuche das Teil einzufangen. Wer das schon mal versucht hat, weiss wie schnell diese rennen können. Nachdem die Kakerlake wieder auf freiem Fuss war und ich trotzdem ruhig schlafen will, verbarikadiere ich den Türschlitz mit Toilettenpapier. Nachdem ich mir gestern fast einen Sonnenstich eingefangen habe und mir während der Nacht deswegen schlecht war, nehm ich den Bus bis nach Loreto. Hier gibt es einen Camping direkt am Meer, den ich mir anschauen möchte. Doch wie jedesmal in einer neuen Stadt dauert es eine Weile bis ich mich zurecht finde. Ich habe genug Zeit mir zu überlegen ob ich vielleicht doch ein Hotelzimmer nehme? Ich laufe am Hotel Plaza vorbei, im Stadtzentrum von Loreto und meine Entscheidung ist gefallen. Ich werde die nächsten Tage hier verbringen. Da hier Frühlingsferien sind und zudem Ostern vor der Türe steht sind viele Leute unterwegs und es aussichtslos etwas in La Paz zu finden. 

 

 Ein kleiner Ausflug nach San Javier 04.04.15

Vor ein paar Tagen habe ich bekanntschaft gemacht mit ein paar Amerikanern die hier in Loreto wohnen und jeden Tag eine kleine Fahrradtour machen. Ich werde eingeladen sie zu begleiten. Pünktlich stehe ich auf der Plaza und langsam tröpfeln alle auch alle anderen ein. Wir fahren los und nach 500m haben sie mich abgehängt. Den es geht über Stock und Stein und Oski und ich sind beide keine Offroader, wie ich feststellen muss. So trenne ich mich von der Gruppe und nur einer kommt mit mir, wieder Richtung Hauptstrasse. Er erklärt mir die Umgebung und so kommen wir auf die Mission in San Javier zu sprechen. Da möchte ich mit dem Bus hin, aber es ist schwierig eine geführte Tour zu finden.  Nachdem ich seit 3 Tagen hier in Loreto die Beine strecke und nichts tue beschliesse ich mit Oski diesen Ausflug zu machen.  So mache ich mich heute früh um 6.30 auf den Weg. Es ist angenehm kühl und ich komme gut vorwärts und die ersten Steigungen nehm ich noch mit links. Dann geht es zur Sache und bin gezwungen Oski zu schieben. Die Berge vor mir haben zu recht den Namen Sierra de la Giganta. Als ich so dahin fahre oder Oski schiebe verstehe ich endlich was der Autor des Bikeführers gemeint hat bei der Beschreibung der Tour.  Auf dem Platto angekommen gibt es ein paar kleine Seen die sich rechts und links von der Strasse tummeln. Das Verbindungsstück dazwischen ist eine Senke in der Strasse durch welcher ich Oski schiebe. Auf einem dieser Seen sehe ich Taucherli und eine ganze Entenfamilie davon schwimmen. Mein heutiges Ziel liegt irgendwo vor mir,  leidef weiss ich nicht genau wo. Die einen sagen 23km, die anderen 32km und nach 37km kehre ich um ohne auch nur in Sichtweite der Mission San Javier gekommen zu sein. Auf meinem Weg zurück nach Loreto mache ich noch ein paar Fotos von den kleinen Seen und der Umgebung. Ich muss nicht pressieren den vor mir fährt ein Landwirt mit seinem Traktor und er ist nicht viel schneller als ich. Mit ihm sind auch seine zwei Hunde und einer der beiden hat gefallen gefunden an meinen Waden und ich finde diese aufmerksamkeit unnötig und bleibe deshalb zurück. Ich fahre auf eine Senke zu und da es berg ab geht will ich nicht absteigen und fahre durch oder versuche es wenigstens. Den keine 2 minuten später lieg ich flach wie ne Flunder auf dem Rücken und bin zum ersten mal richtig froh das ich meinen Velohelm trage. Mit einer Erfahrung und ein paar blaue Flecken reicher fahre ich nach Loreto zurück.  

 

Per Taxi nach San Javier 05.04.15

Leider gibt es keine geführte Tour nach San Javier, so entscheide ich mich per Taxi dahin zu fahren. Die andere möglichkeit wäre ein Auto mieten, aber da die Strassenverhältnisse heikel sind bleibe ich beim Taxi. Pünktlich um 10h stehen wir am vereinbarten Treffpunkt und so kann es gleich los gehen. Leider spricht Cruiz nicht so gut englisch und wir verständigen uns mit meinem noch schlechteren spanisch. Beides gemischt führt manchmal zu lustigen Sätzen und wir tun beide so als ob wir den anderen verstanden hätten. Zuerst geht es zu einem Flussbett  und da zeigt mir Cruiz einen speziellen Baum. Die Wurzeln sehen aus als ob sie in der Hitze geschmolzen wären. Doch anscheinend hat alles seine  richtigkeit mit dem Wuzelwirwar. Zurück auf der Strasse kommen wir zügig voran und ich geniesse es nicht selber fahren zu müssen. Schon bald erreichen wir den Punkt an dem ich gestern umgekehrt bin. Ein Bergführer hat mir mal gesagt, bevor du eine Entscheidung trifft, schaue um die nächste Ecke und dann ist alles viel klarer. Wenn ich das gemacht hätte, hätte ich nicht 1km vor meinem Ziel kehrt gemacht und die Dächer der Mission gesehen. San Javier ist ein kleines Dorf  mit einer Mission. Mir ist nicht klar ob da jemand das ganze Jahr über lebt oder ob die jeden Tag da hin fahren. Auf den Feldern rund um die Mission wachsen Mais und Zwiebeln und es gibt noch ein paar Olivenbäume. Der älteste Baum ist ca. 320 Jahre alt. Die Mission von San Javier wurde am 11. Mai 1699 gegründet und die heutige Mission wurde von 1744 bis 1758 erbaut. Sie ist heute noch immer gut erhalten und an jedem  2. Dezember kommen die Einwohner der Baja und teils Leute vom Festland Mexico hier her um das zu feiern. Auf den Heimweg werde ich weiter in die Pflanzenwelt der Sierra de la Giganta eingeführt und ich mache bekanntschft mit der bösen Frau und dem guten Mann. Die böse Frau hat ganz haarige rauhe Blätter und wunderschöne weisse Blüten. In meinen Augen die perfekte symbiose. Der gute Mann ist kleiner und hat lange Stacheln. Das ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass sich gegensätze anziehen.

 

Loreto - La Paz 07.04. - 12.04.15

Wie schon die letzen Etappen konnte Oski wieder im Gepäckabteil vom Bus mitfahren. La Paz ist die letzte Station hier auf der Baja California. Die Stadt ist sehr vom Amerikanischen Tourismus geprägt. In jedem Restaurant spricht man Englisch und die Preise sind dem entsprechend hoch.  Ich habe heute ein Gespräch belauscht und es war lustig zu hören das beide seiten mit wenig aufwand das meiste heraus holen wollen. Dieser Teil der Baja gehört definitv den Amerikanern die hier Leben und Geschäfte machen. Ich sitze hier fest, da ich erst für die Fähre am Sonntag ein Ticket bekommen habe. Die ersten 2 Tage war ich in einem kleinen Studio ausserhalb des Zentrums eingemietet. Zu Fuss ca. 20 min vom Zentrum weg. Das war insofern mühsam, weil ich Abends nicht lange in der Stadt bleiben konnte und ich definitiv nicht spät Nachts durch die dunklen Gassen gehen wollte.   So habe ich mir für die restlichen Tage ein Zimmer direkt in der Stadt gebucht. So kann ich mich freier bewegen und dem Malecon entlang schlendern bis spät in die Nacht. 

 

La Paz - Mazatlan 12.04. - 16.04.15

Der Weg bis zum Fährehafen war einfach zu finden, einfach 20 km aus der Stadt raus und schon ist man dort. Ich habe mein reserviertes Ticket ohne Probleme erhalten und ich hatte so viel Zeit zur Verfügung das ich mich noch gemütlich  umziehen konnte und mir etwas zu trinken zu besorgen. Dann habe ich 3 std  gewartet bis ich heraus gefunden habe das ich nicht wie die Passagiere einchecken muss, sondern wie die Autos direkt auf's Schiff kann. Oski darf auf Deck 3 mitfahren und ist in bester Begleitung, den da stehen schon 2 Velos mit Anhänger. Mein Herz schlägt höher und ich bin ganz wild darauf die Leute kennen zulernen. Es dauert auch gar nicht lange und da stehen sie an der Relling auf dem Sonnendeck. Karl, Mary und Kayla. Das Gespräch verläuft ganz ungezwungen und es geht wie immer um die Fragen wie lange unterwegs, wo gestartet, wie lange geplant, Reiseziel und auf welcher Route. Sobald alles geklärt war konnten wir zum gemütlichen Teil über gehen........ Hallo ich heisse Susanne und komme aus der Schweiz...... und du?

Auf dem Schiff gibt es aber nicht nur Velofahrer und Truckdriver sondern auch pensionierte  Segler die auf dem Weg nach Mazatlan sind. Wir kommen ins Gespräch und werden unzertrenliche Freunde bis Mazatlan. Wir essen auf dem Sonnendeck obwohl die Sonne schon lange untergegangen ist,  wir Schlafen jeder auf seiner Bank auf dem Sonnendeck und wir teilen uns das Frühstück immer noch auf der gleichen Bank sitzend wie am Abend vorher. Nach 16std. überfahrt laufen wir endlich in Mazatlan  ein und mit dem Festland Mexico beginnt auch eine neue Etappe meiner Reise. Ich kann der Versuchung wieder stehen mit Kevin und seinem Freund zurück nach LaPAz zu segeln. Ich halte mich an die Velotourer und wie sich heraus stellt  war das eine sehr gute Idee. Die Familie ist in Alaska gestartet und fährt wie ich nach Argentinien. Sie sind seit einem Jahr unterwegs mit ihrer kleinen Tochter Kayla die jetzt 2 Jahre und 3 monate alt ist. Ich werde sofort in die Familie aufgenommen und bin ab sofort die beste neue Freundin von Kayla. Mazatlan ist eine grosse Stadt mit einem Historischen Stadtteil. Jedes Haus ist anders gestrichen und das gibt dem ganzen einen freundlichen Touch. Auch der Warenmarkt ist in einem alten Historischen Gebäude un da gibt es alles zu kaufen was das Herz begehrt. Wir füllen unsere Vorräte mit frischem Gemüse und Früchten auf. Auch eine Bäckerei ist nicht weit weg von unserem Hotel und da gibt es frisches gutes Brot  und für mich endlich wieder einmal ein Confibrot zum Frühstück. 

 

Mazatlan - El Salto 16.04. -  23.04.15

Bis alle Taschen gepackt und verstaut sind dauert etwas länger und wir kommen erst um die Mittagszeit aus Mazatlan raus.  Der Verkehr ist heftig und wir sind froh als endlich die Abzweigung für Durango kommt. Schon nach wenigen Kilometern sind wir die einzigen Personen auf der Strasse. Der Weg den wir nehmen führt uns in die Berge. Die erste Nacht verbringen wir in Concordia. Ein kleines hübsches Dorf mit einem gepflegten Park und einer alten schönen Kirche. Am nächsten morgen geht es weiter stetig den Berg hoch bis nach Coppala. Wir kommen noch vor dem ersten Regen  im Dorf an. Da das Dorf etwas abseits der Strasse liegt fragen wir 3 Personen ob es da auch wirklich ein Hotel gibt, nachdem wir 3 mal die gleiche Antwort erhalten fahren wir auf der holprigen Strasse ins Dorf. Wir Fragen nach Lupita und werden direkt zum Hotel geführt. Ein wunderschönes Hotel was für diese Nacht unser zu Hause war. Wir sind die einzigen Gäste und so dürfen wir auf der gedeckten Terasse unser Abendessen zubereiten. Da wir alle etwas müde sind  und es tagsüber mit 39,5 grad sehr heiss wird zum velofahren fragen wir im Hotel Villa Blanca ob wir auf dem Parkplatz unsere Zelte aufschlagen dürfen. Wir dürfen und zudem können wir im Hotel duschen, was nach dem anstrengenden Anstieg dringend nötig ist. Kayla bekommt Fieber und Durchfall so bleiben wir 2 Tage am gleichen Ort. Ich habe Zeit mich mit dem Sohn des Hotelbesitzers zu unterhalten und so erfahre ich das es seit der Eröffnung der Autobahn nach Durango kaum mehr Leute gibt die durch die kleinen Dörfer fahren.  Für uns ist das sehr positiv, den das bedeutet keinen Verkehr, aber für viele Restaurantbesitzer ist das grosses Problem und die existenz ist gefährdet. Nach einem Ruhetag geht es weiter und unser heutiges Ziel ist El Palmito. Das Dorf besteht aus 3 Super mercados und einem Hotel. Wir können unsere Zelte wieder im Garten des Hotels aufstellen und verbringen eine mit Hundegebell, Hahnengeschreih und  Mexikanischer Musik durchtränkte Nacht. Für einmal brauchen wir keinen Wecker zum Aufstehen! Die Landschaft wechselt  und wir fahren ab hier durch  Pinienwälder und die Strasse führt an schroffen Felsklippen entlang.  In den kleinen Dörfern am Weg finden wir keinen Platz zum schlafen, also verbringen wir unsere  erste Nacht im Wald.  Wie sich herausstellt werden daraus 3 Nächte,  die wir im Wald verbringen.  Heute haben wir es endlich geschafft und noch vor der Mittagspause fahren wir über den höchsten Pass mit 2814 Meter auf unserer Route. Von jetzt an geht es mehrheitlich Berg ab und wir erreichen El Salto  am frühen Nachmittag.  Zuerst stärken wir uns mit Hamburger und Sandwich bevor wir uns auf die Suche nach einem Hotel machen. Die Suche ist relativ einfach den es gibt nur 2 Hotels in der Stadt. Wir leisten uns den Luxus einer Dusche und einem  Abendessen im Restaurant. Da Kayla immer noch Durchfall hat, fährt die Familie mit dem Bus nach Durango. Ich  und Oski machen uns alleine auf den Weg nach Durango, das wir hoffentlich in 2 Tagen erreichen. 

 

Durango 24.04 -28.04.15

Eigentlich wollte ich diese Etappe ohne öffentliche Verkehrsmittel machen , doch nachdem mich seit ein paar Tagen der Durchfall plagt, entschiede ich mich doch für den Bus. Die Familie reist auch mit dem Bus, da Kayla zum Arzt muss wegen Durchfall. So sind wir schon um 13h in Durango und werden von Scoot abgeholt. Er ist auch mit dem Velo unterwegs und wohnt zur Zeit auch bei Jonathan unserem Hostvater. Durango ist so gross und unübersichtlich das ich froh bin  den Weg nicht alleine suchen zu müssen. Ein Freund von Jonathan holt uns mit dem Auto ab und so geht es gleich zu einem Arzt. Nachdem Kayla die halbe Praxis verschreckt hat mit ihrem geschrei wegen der Untersuchung fahren wir weiter in die Altstadt von Durango. Mit einem Bärenhunger stürmen wir eine Pizzeria und bestellen gleich 3 grosse Pizzas mit allerlei guten Sachen darauf. Nach 2 Wochen Reis und Pasta eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Nach einer schlaflosen Nacht  beschliesst die Familie und ich das wir uns ein Zimmer in der Stadt suchen. Für mich und Kayla wird der Abschied nicht leicht und es fällt mir sehr schwer mich von ihr zu trennen. Doch meine Reise geht weiter und die Familie bleibt noch eine Weile in Durango. Meine neuen mexikanischen Freunde bestehen dann auch darauf mir beim Umzug zu helfen und fahren mich und Oski mit dem Auto direkt vor's Hotel Roma, mitten im Stadtzentrum von Durango. Es ist ein komisches Gefühl nach 2 Wochen Begleitung meine freie Zeit alleine zu gestalten. Ich mache einen kleinen Abendspaziergang durch die Altstadt bevor ich todmüde in mein Bett falle und tief und fest durch schlafe bis am nächsten morgen. Wie verabredet gehen Mary, Kayla und ich am nächsten Tag  unseren wohlverdienten Kaffee trinken.  Ich bin erleichtert zu sehen das es Kayla besser geht und sie mit neuem Appetit ein Früchtejoghurt isst. Ich selber nutze den Nachmittag um all meine Bilder hochzuladen und einen langen Nachmittagsschlaf zu machen. Jetzt erst merke ich was mich die letzten Tage  an Substanz gekostet haben. Am Abend werde ich von Mario und Abdy noch auf eine Stadtführung mitgenommen, Durango ist umwerfend in der Nacht. Am Dienstag geht es für mich weiter Richtung Zacateca. Die Stadt gehört zu der historischen Silberstrasse die Santa Fe (USA) mit Mexiko City verbindet und gilt als Weltkulturerbe Zentralamerikas. 

 

Durango nach Zacatecas 29.04. - 02.05.15

Beim Frühstück studiere ich noch einmal die Karte von Durango um mir meinen Weg aus der Stadt einzuprägen. Wie es scheint mit Erfolg den schon bald befinde ich mich auf dem Highway Nr. 45 auf dem ich bis nach Zacatecas fahre.  Ohne grosse Motivation strample ich meine Kilometer auf dem Pannenstreifen der Schnellstrasse ab, die Landschaft ist auch nicht berauschend und so endet meine erste Etappe in Nombre de Dios. Auf den ersten Blick und um die Mittagszeit scheint das Dorf wie ausgestorben. Die Läden sind geschlossen und es hat keine Leute auf der Strasse. Nach einem Mittagsschlaf gehe ich in den Park weil es da freien Internetzugang gibt. Die Parkbänke im Schatten sind alle belegt und so bleibt mir nur noch ein Sonnenplatz. Die Einwohner des Dorfes treffen sich hier, tauschen Neuigkeiten aus und geniessen die frischen Früchte die hier verkauft werden. Da das mit dem Internet nicht funktioniert, kaufe ich frische Mangos und schlendere durch's Dorf. Da finde ich allerlei kleine Läden die versteckt in den Gassen auf Käufer warten. Mein Abendessen wird mit Zucchetti und Tomaten aufgepeppt. Im einzigen Kaffee des Dorfes gibt es einen guten Cappuccino zum Zvieri. Meine improvisierte Küche befindet sich neben dem Waschtrog vom Hotel und da erfahre ich das hier im Dorf die erste Kirche vom Bezirk Durango gebaut wurde. Am nächsten Tag geht es weiter und kurz nach dem Dorf  überholt mich ein  Traktor mit Pferdeanhänger. Diese Niederlage lass ich nicht auf mir sitzen und überhole den Traktor als es Berg ab geht. Wir liefern uns ein Rennen das er beim nächsten Anstieg gewinnt. Er warte auf mich und wir wechseln ein paar Worte, für mehr reicht mein Spanisch nicht. Er wünscht mir eine gute Weiterfahrt und unsere Wege trennen sich hier wieder. In Vicente Guerro wollte ich eigentlich eine Pause machen, fahre aber wieder zum Dorf raus ohne ein Restaurant gefunden zu haben. Etwas entmutigt fahre ich weiter und mache unter einer Autobahnbrücke halt um etwas zu essen. Die Pause ist kurz, den eine ganzes Heer von Ameisen hat es auf meine Tortillas abgesehen. Ich habe heute eine lange Auseinandersetzung mit meiner Motivation und ich behalte am Schluss die überhand. Mein heutiges Etappenziel ist am Schluss Sombrerete. Ich nehme mir im ersten Hotel ein Zimmer und nach einer heissen Dusche bin ich mit mir und der Welt zufrieden. Es ist eine farbenfrohe Stadt und wie immer dominiert eine riessige Kirche das Dorfzentrum. Der nächste Tag beginnt gleich mit einem steilen Anstieg aus der Stadt raus. Ich schiebe Oski den Berg hoch und endlich sind wir auf dem Hochplato angekommen. Ich habe das Gefühl er geniesst die Fahrt, den wir kommen vorwärts ohne gross in die Pedalen treten  zu müssen. Die Landschaft ist wunderschön und ich habe Zeit mal links mal rechts alles zu bestaunen, den die Strasse ist neu und ich muss nicht auf Schlaglöcher oder andere Hindernisse achten. Die Einfahrt von Sain Alto wird mit einem grossen Torbogen angekündigt. Die Strase ist zwei spurig für die ersten 500m, danach ändert sich das Dorfbild drastisch und die Schlaglöcher haben wieder vorrang. Das Dorf selber ist sehr klein und abgesehen von der Kirche gibt es nicht zu bestaunen. Ich verwöhne mich mit einem Glace und beobachte die Dorfbevölkerung, die auf dem Dorfplatz ihre sozialen Kontakte pflegt. Ich selber werde auch bestaunt, bin ich doch ein Exotischer Vogel der sich mit einem vollbepackten Velo im Dorf verirrt hat. Es wartet wieder eine lange Etappe auf mich, den heute will ich Frenillio erreichen. Die unendliche Weite des Hochplatos verändert sich schlagartig nach dem ersten Hügel den ich passiere.Die Landschaft wird hügelig und ist mit Büschen überwachsen, etwas langweilig für meinen Geschmack,  aber da muss ich durch. Ich mache wie die letzen Tage an einer Bushaltestelle eine Pause, das ist der einzige schattige Platz in dieser Einöde. Ich bleibe nicht lange alleine und ein Autofahrer gesellt sich zu mir. Er ist sehr an meinem Velo interessiert und wie sich heraus stellt versteht er einiges davon, er fährt selber Mountainbikerennen.Je näher ich der Stadt komme umso heftiger wird der Verkehr und ich bin froh als ich im Zentrum ein Hotel finde. Nach einer schlaflosen Nacht und der Aussicht die letzten 50 km auf der Autobahn nach Zacatecas zu fahren, wird Oski wieder im Bauch eines Buses verstaut und ich geniesse die Fahrt nach Zacatecas. 

 

Zacatecas 02.05 - 06.05.15

Wie immer in einer neuen Stadt beziehe ich zuerst mein neues Quartir um dann unbeschwert und ohne Gepäck die neue Stadt zu erkunden. Um meinen lieben zu Hause bescheid zu geben, das ich gut angekommen bin, habe ich bei Starbucks einen Kaffe und ein Stück Rüeblitore genossen. Was man nicht alles für Opfer bringt für die Daheim gebliebenen........... danach ging es weiter zur Stadt besichtigung.  Am späteren Nachmittag verabrede ich mich mit Scoot den ich ja von Durango her kenne und dabei treffe ich auch Sandra, Francisco und ein paar ihre Freunde. Wir trinken vor ihrem Haus auf der Plaza ein Bier und der Abend wird mit einer Ladung Taccos abgeschlossen. Auch Kayla ist mit ihrer Familie in Zacatecas eingetroffen und ich Freue mich von Herzen meinen kleinen Engel wieder bei mir zu haben. Im Hause Lopez geht es am Sonntag wild her, wir treffen uns alle zum Frühstück. Ich unterhalte mich lange mit Raphael, der in Österreich studiert und perfekt deutsch spricht. Am Nachmittag machen Scott und Francisco eine Biketour und ich und die Familie einen Spaziergang durch die Stadt.  Am Abend kommt Reymundo mit seiner Frau Maru vorbei und ich löchere ihn mit Fragen zu meiner weiteren Tour. Wie sich heraus stellt gibt es einiges zu sehen bis nach Veracruz. Auch in Zacatecas gibt es noch einiges zu sehen und so mache ich mich alleine auf den Weg zu den Minen und der Luftseilbahn die über die Stadt schwebt . Die  Tour in der Mine zeigt wie gefährlich es früher war und auch Heute noch ist, unter Tags zu arbeiten.  Am Schluss der Führung kann ich noch eine Mineraliensammlung bestaunen und dann geht es wieder ans Tageslicht.  Der Besuch hat sich auf jedenfall gelohnt und kann ich auch weiter empfehlen. Die Luftseilbahn wurde von der Schweizer Firma Glavadetscher gebaut und ich muss zugeben, ich bin etwas erleichtert......... den wir schweben ein paar hundert Merer über dem Boden. Zu Fuss geht es über steile Stufen wieder zurück in die Stadt. Mein Magen knurrt und wir beide freuen uns auf Marys selbst gemachter Pizza. Am Schluss des Abend sind wir ca. 15 Leute die in Etappen Pizza essen. Zum Glück hat Mary eine grosse Schüssel Teig gemacht, dass  es für uns alle reicht.  Ein Interesanter Museums Besuch bei Francisco von Assis rundet das ganze Programm der letzten Tage ab. Für mich wird es Zeit weiter zufahren und meine neuen Freunde bringen mich mit dem Auto nach San Louis Potosi. Wie ich auf der Fahrt erfahre ist diese Strecke nicht ganz ungefährlich und es kommt immer mal wieder zu schiessereien und unfällen. Wir kommen ohne zwischenfall durch und als Belohnung gibt es erstmal ein köstliches Mittgessen. Der Abschied naht und wieder einmal bin ich in Tränen aufgelöst, wer schon einmal gereist ist weiss wie das ist. Meine neuen Freunde haben mich aufgenommen und mir  ein zu Hause angeboten und wir hatten eine sehr schöne Zeit. Ich freue mich darauf wenn ich für Sie das gleiche machen kann. 

 

San Louis Potosi 06.05. - 09.05.15

Neue Stadt und schon wieder neu Eindrücke. San Louis Potosi hat nichts vom noblen Charm von Zacatecas, dafür gibt es eine Fussgängerzone ohne Ende. Man kann stundenlang durch die Gassen ziehen und Museen, Kirchen, Cathedralen und vieles mehr bestaunen. Da ich nur 2 Tage in der Stadt bin und natürlich möglichst alles sehen will, mache ich eine Bustour durch die Innenstadt.  Abgesehen von den schönen Gebäuden die an uns vorbei ziehen, ist die Fahrt selber ein Abenteuer.  Die engen Gassen und die tiefhängenden Stromkabel über der Strasse  geben dem ganzen einen  speziellen Touch. Ich muss öfters in letzter Sekunde den Kopf  einziehen. Eines haben all die Städte dich ich bis jetzt besucht habe gemeinsam, es gibt an jeder Ecke einen Schuhladen oder einen Optiker. So bin ich zu der Konklusion gekommen das alle Mexikaner Schuhfetischischten sind und ein Augenproblem haben. Ansonsten kann ich mir dieses Phänomen nicht erklären. Meine eigentliche Herausforderung hier ist, ein Reisebüro zu finden um meinen Abstecher nach Kuba zu organisieren. Das erste Reisebüro meinte so......" Der Flug kostet 10'000 Pesos mit Velo und Gepäck"  als ich nach eiener Detaillierung der Kosten frage, meinte er nur " mit diesem Preis können Sie so viel Gepäck wie sie wollen mitnehmen. Das reicht mir als Schweizerin natürlich nicht als Antwort und meine Suche geht weiter. Zum Schluss finde ich endlich was ich brauche und ich bin guter hoffnung heute Abend mein Ticket buchen zu können. 

 

San Louis Potosi - Rayon 09.05.15 - 11.05.15

Ich bin definitiv kein Freund von grossen Städten, doch die Ausfahrt aus San Louis Potosi war einfacher als erwartet. Nach nur 2 Stunden hab ich es geschafft und jetzt roll ich wieder auf der Schnellstrasse zu meinem neuen Ziel die Laguna Media Luna. Die Etappe  für in die Berge und über einen kleinen Pass. Die 800 Höhenmeter wären schnell feschafft, hätte nicht jemand eine Dusche in meinem Helm eingebaut. Schon nach ein paar Höhenmeter tropft es in regelmässigen Abständen aus meinem Helm und das hört erst wieder bei der Abfahrt auf. Zuerst geht es aber 800 Höhenmeter den Berg hoch. Meine Beine vertragen diese Hitze schlecht und so  schiebe und stosse ich Oski den Berg hoch, er ist mir auch keine grosse Hilfe heute. Auf dem Pass ist es angenehm kühl und ich überlege mir  hier zu zelten, doch auf der anderen Seite geht es ab hier nur noch Berg ab und die Abfahrt lockt mich mehr. Die Strasse ist gut und ich kann die Abfahrt geniessen bis uns der Heissluftbackofen wieder hat. Die Luft im Tal ist erdrücken und ich bereuhe meinen Entschluss nicht auf dem Pass zu zelten schon fast. In einem Kleinen Ort gibt es ein Hotel und da werde ich die Nacht verbringen. Zuerst nehm ich mir ein Zimmer, doch ich ändere meine Meinung nachdem ich mir das Bett angesehen habe. Nicht das es nicht sauber war, sondern so steinhart, dass ich bequemer auf meiner Matte im Zelt schlafe.   Schon bald nach dem Frühstück erreiche ich die Abzweigung zur Laguna de la Media Luna. Ich weiss eigentlich nur das es ein See ist und die Leute mit denen ich gesprochen habe, mir diesen Platz sehr empfehlen. Es ist ein Freizeitpark mit der möglichkeit im Park zu campen und in der Laguna zu schwimmen oder zu tauchen. Als ich ankomme sind die meisten Campingplätze noch besetz, doch im laufe des Nachmittags gehen die meisten Besucher nach Hause und ich finde den idealen Platz für mein Zelt. Es wird auch endlich Zeit mich in der Laguna zu erfrischen. Das Wasser ist kristall klar und eine wunderbare Erfrischung nach einem heissen Tag. In der Nacht zieht ein heftiges Gewitter über die Region. In der Laguna selber gibt es nur einen kurzen Platzregen und die erhofte Abkühlung der Luft  bleibt leider aus. Am Morgen werde ich  vom Vogelzwitschen geweckt. In der Laguna leben viele Vögel die ich leider nicht zu gesicht bekomme, doch das Vogelkonzert entschädigt für alles.  Die Ausfahrt aus Ciudad Fernández wird am frühen Morgen zu einem Hindernisslauf zwischen Schlaglöchern und den Verkehrsberuhigenden Strassenverbauungen. Doch Oski und ich passen gut auf und schon bald hat und die Schnellstrasse  wieder. Die Landschaft ist wie schon die letzen Tage unverändert, Landwirtschaftsland, Büsche, Kakteen und wenige kleine Dörfer auf meinem Weg. Was sich verändert, ist der Geruch der Umgebung. Hier blühen andere Pflanzen als auf meinem bisherigen Weg und ich bin immer wieder überrascht, wie gut man solche Veränderungen beim Velofahren mitbekommt. 

 

Rayon - Tamasoto 12.05.15 - 13.05.15

Erst bei der Ausfahrt vom Hotel sehe ich die schwarzen Regenwolken und ich bin mir gar nicht sicher ob ich im Regen fahren will.  Auf Oski machen die Wolken keinen eindruck und so will ich keine Spielverderberin sein und strample los in Richtung Tamasoto. Diesmal ist es nicht die Autobahn  sonder die Hauptstrasse die mich ins Hinterland führt. Während ich so strample denke ich mir das wäre eine super Töffstrecke, vielleicht nächste mal.  Die schwarzen Wolken hängen tief  in den grünen Hügeln und das macht die Landschaft so faszinierend.  Ganz ohne Regen geht es nicht und die letzten 7 km  vor Tamasoto spüre ich die ersten Tropfen.  Beim Nachmittags Spaziergang sehe ich  ein Hotel nach dem anderen........... nur wo sind den die Restaurants? Mein Magen hängt in meinen Kniekehlen und bräuchte unbedingt ewas zu futtern.  Ich  finde nicht nur ein Restaurant sondern auch gleich den Wegweiser zur Puente des Dios was ich mir am nächsten Tag ansehen will. Am Morgen frage ich im Hotel nach wo ich den Frühstücken kann und finde mich 10 min später in der Familienküche mit einem echt mexikanischen Essen wieder. Frisch gestärkt mache ich mich auf meine Wanderung und treffe dabei auf Cemyl aus Holland. Wir kämpfen uns gemeinsam den Berg hoch und dann die vielen Treppen bis zum Fluss wieder runter. Die Luftfeuchtigkeit ist unglaublich und ein Bad im Fluss ist die einzige Abkühlung. Da ich keine Badehosen dabei habe, springe ich einfach in meiner Unterwäsche ins Wasser. Die Puente des dios ist wunderschön und etwas ganz spezielles, weil man durch einen kleinen Felsspalt in eine Art Grotte schwimmen kann. Das Wasser ist türkis blau und es hat Stalaktiten  an der Decke, einfach magisch. Sobald man aus de Grotte kommt ist die Strömung aber so stark, dass man sich an den gespannten Seilen vorwärts angeln muss um überhaupt vorwärts zu kommen. Als ich so in den Seilen hing, wurde mir auch klar wieso alle mexikanischen Besucher eine Schwimmweste tragen.  Auf  dem Weg ins Dorf machen wir halt in einem kleinen Restaurant, doch der Hunger vergeht uns als das Essen Beine bekommt und über den Teller kriecht. Die Wirtin meinte nur zu ihrem Mann "Wir hätten den Salat vorher Waschen sollen....".

 

Tamasoto - Hotel las Yakas 14.05.15

Heute gab es wieder einmal Porridge und kein leckeres mexikanisches Frühstück, dafür wurde ich von der Wirtin mit dem Auto bis zur 7km entfernend Abzweigung gefahren. Von da aus geht weiter Berg auf und Berg ab  und immer weiter der Nase nach. Irgendwo auf der Strecke  treibt ein Gewitter sein Unwesen, doch mich betrifft das nicht. Ich komme an einem kleinen Restaurant mit Seee vorbei und entschliesse kurzerhand hier meine Mittagspause zu verbringen. Zum Hotel gehören noch 6 kleine Bungalows und ein Swimingpool. Nach einem leckeren Fischmenu komme ich mit der Tochter des Besitzers ins Gespräch und so kommt es,  dass ich diese Nacht in diesem kleinen Paradies übernachten darf. Oski und ich werden in einem Photo festgehalten und danach beziehen wir unser Quartir. Dafür werfe ich die Werbetrommeln an bei meinen mexikanischen Bekannten. Vielen dank an die Familie für dieses wunderbare Erlebnis.

 

Hotel los Yakas - Xilitla 15.05. -17.05.15

Gut erholt geht es wieder über alle Berge nach La Morena. Da werde ich mir den Wasserfall Tamul ansehen. Im Dorf frage ich wie abgemacht nach Senior Fortino. Er führt hier im Dorf ein Restaurant und macht auch Touren zum Wasserfall. Meine 7 Sachen sind schnell gepackt und danach warte ich stunden bis es endlich los geht. Anscheinend kommt eine kleine Reisegruppe von Xilitla und mit denen darf ich mich anschliessen. So sitze ich und warte und bin ganz erstaunt das so viele Bootsführer hier rum sitzen und auf Touristen warten. Noch mehr staune ich, als der dritte Reisecar an mir vorbei fährt in Richtung Fluss. Meine Gruppe kommt auch und endlich geht es los. Der Reiseleiter spricht etwas Englisch, der Rest der Gruppe spricht Spanisch und ich sage heute mal nichts. Wir padeln dem Fluss entlang und die erste Gelegenheit unter einem kleinen Wasserfall durch zufahren wird genutzt. Nach dieser Wassertaufe müssen wir zuerst das ganze Wasser wieder aus dem Boot schaufeln und dann geht es weiter.  Fluss aufwärts passieren wir eine kleine Stromschnelle und als Belohnung für  die ganze Padelei dürfen wir im Fluss baden. Nach 4 km sind wir endlich in der nähe des Wasserfalls. Mitten im Fluss ragt ein Stein aus dem Wasser und darauf stellen sich alle Reisegruppen im 10 min takt um den Wasserfall zu photografieren. Auf dem Rückweg passieren wir noch eine Quelle und eine Grotte wo wir schwimmen gehen. An der Decke der Grotte hängen Stalaktiten in jeder Form und Grösse. Am Eingang der Höhle steht eine 42 meter langen Baumwurzel , die den Baum über uns nährt.  Auch wir bekommen langsam Hunger und fahren schnell wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ich habe bereits abgemacht das ich mit der Gruppe bis nach Xilitla mitfahre. Auf dem Weg dahin werden wir uns noch diese wahnsins Höhle Sótano de las Golondrinas (Schwalbenhöhle) ansehen.  Der Höhlenumfang ist ca. 50m  und die tiefste Stelle ist mit 519 m erreicht.  Es gibt ein Video von National Geographic, schaut es euch an, es ist unglaublich. Wir selber dürfen mit Seilen gesichtert bis zum Höhlenrand um einen Blick in die Tiefe zu werfen. Da die Schwalben zur Zeit nisten, waren nicht so viele unterwegs, es war trotzdem unglaublich schön. Das beste kommt ja bekanntlich immer am Schluss und das waren diesmal 586 Stufen die uns wieder zum Parkplatz bringen. Die Fahrt nach Xilitla zieht sich ewig hin und wir sind erst um 21h dort. Die Herberge in der Nähe des Skulpturengarten von Sir Edward James ist leider ausgebucht und ich muss mir etwas einfallen lassen wo ich diese Nacht schlafen werde. Adrian nimmt das an die Hand und schon bald werde ich im Haus von Sir James einquartiert. Diese Notlösung gilt nur für diese Nacht und am nächsten Tag fahre ich ins Dorf und finde da zum Glück noch ein Hotelzimmer. Anscheinend haben alle  Mexikaner beschlossen dieses Wochenende einen Ausflug nach Xilitla zu machen.Das Dorf mit seinen farbigen Häusern und den vielen Kaffees und Restaurants ist sicher ein Besuch wert. Nach einem kräftigen Frühstück treffe ich Javier in der Stadt und wir machen die Führung im Skulpturen Garten von Sir Edward James gemeinsam.  Eine Beschauliche Art zu zeigen, dass man mit Beton nicht nur viereckige Häuser bauen kann, sondern seiner Phantasie freien Lauf lassen kann. Am Sonntag war Markt und zum Frühstück ich habe eine Spezialität der Region ausprobiert, das nennt sich Zacahuil. Ein Maisbrei mit Fleisch, hat sehr gut geschmeckt. Bei der getrockneten Blutwurst habe ich aber danken abgelehnt.  Am Nachmittag gab es auf dem Dorfplatz noch etwas spezielles, nämlich den Huapangos. Auf dem Dorfplatz spielen 4 Musikanten traditionelle Musik und wer Lust hat kann dazu tanzen. Diese Möglichkeit lassen sich die Mexikaner nicht nehmen und es herrscht den ganzen Nachmittag ein buntes Treiben auf dem Parkett.  Für mich wird es wieder einmal Zeit meine Sachen zu packen, den am nächsten Tag geht meine Reise weiter. 

 

Xilitla - Huejutla 18.05. - 19.05.15

Wegen eines heftigen Gewitters habe ich fast  die ganze Nacht kein Auge zu gemacht, dem entsprechend war ich müde als mein Wecker geklingelt hat. Im Dorf ist es schwül und der Schweiss läuft mir runter noch bevor ich auch nur einen Kilometer gefahren bin. Der Schweiss wird schon bald vom Regen abgelöst und ich überlege kurz umzukehren und auf besseres Wetter zu warten. Da ich eh schon Nass bin kann ich auch gut weiterfahren. Je weiter ich ins Tal komme um so weniger wird der Regen und ich bin im nu wieder trocken.  Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und ein Paradies für Schmetterlinge und Vögel. Zum Teil komme ich mir vor wie in einem Papilloma. Nicht das ich etwas davon verstehen würde, ich kann nur an Hand der verschieden farbigen Falter abschätzen wie viele Arten hier leben. In den zwei Tagen die ich für die Strecke brauche, begegne ich vielen verschiedenen Leuten. Wir haben aber etwas gemeinsam,  sie sind genauso exotisch für mich, wie ich für sie. Huejutla entpuppt sich als ein kleines schickes Städtchen, auf meiner Entdeckungstour finde ich die Markthalle. Die vielfallt die da herrscht ist genial, von Kleidern über Schuhe, vom Schweinskopf bis zur Hühnerbrust oder von Blumen zu exotischen Früchten, ist alles vertreten. Nach einem guten Kaffee und einem Glace zum Dessert geht es wieder zurück ins klimatisierte Hotelzimmer. Wenn  einem die Hitze nicht schafft, dann sicher die Mücken, die es auf jeden Zentimeter freier Haut abgesehen haben.    

 

Huejutla - Álamo 20.05. - 21.05.15

Es kommt mir vor als hätte ich Huejutla vor langer Zeit verlassen, doch es sind erst 2 Tage. Ich bin gestern früh los gefahren, da ich weiss, dass ein paar heftige Anstiege auf mich warten. Zum aufwärmen der Beine geht es zuerst einmal Berg ab, was mir Spass macht, den der Fahrtwind bringt etwas Kühlung. Doch die Freude hält nicht lange an und schon beginnt der Anstieg. Der erste Berg hab ich hinter mir und eine lange  Abfahrt vor mir. Der Anstieg vom zweiten Berg wird sehr heftig. Da mir der Schweiss in Bächen den Rücken runter läuft, hab ich mal versucht weniger zu trinken und somit weniger zu schwitzen. Ich kann euch sagen , das funktioniert nicht. Ich habs dann mit einer Pause im Schatten versucht, aber auch das, bei 43 Grad, mit mässigem Erfolg.  Aber jammern nützt nichts und so fahre ich weiter. An meinem Weg sehe ich ein Restaurant mit dem Schild "Günstiges Essen", ich fahre weiter da ich ja kurz vor meinem Etappenziel bin. Doch 5 km weiter hängt mir der Magen in den Kniekehlen. Diese befinden sich ja zum Glück beim Velofahren nicht all zu tief. Ich habe zwei Packtaschen voll Essen dabei und ausser ein paar Mandeln und Pekannüssen doch nichts zum futtern. Die Müsliriegel mit Schockolade, die ich noch dabei habe, haben sich in eine undefinierbare Konsistenz verwandelt und sind mittlerweile ungeniessbar. So bleibt mir nichts anderes übrig als " de Grind ab und trampe". In Benito Juárez angekommen frag ich nach einem Hotel, doch da gibt es nichts. Das nächste Hotel ist in Llano Enmedio. Auch wenn du denkst du bist am Ende, dann geht es noch einmal 2 Stunden weiter. Ich versuche meine Kräfte einzuteilen und nicht in Panik zu geraten, weil es schon spät ist, ich Hunger habe, die Sonne immer noch auf meiner Haut brennt und ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen habe, ausser den Nüssen. So schiebe ich Oski weiter den Berg hoch als ein Auto neben mir hält  und mich fragt, ob ich vielleicht mitfahren möchte. Ich zögere 2 Sekunden und dann sitze ich im Auto. Dieser Tag hat mich geschafft und ich bin froh endlich unter der Dusche zu stehen und anschliessend ein leckeres Abendessen zu geniessen. Die Klimaanlage im Hotel funktioniert nicht recht und so wird es eine heisse Nacht. Nach dem Frühstück geht es auf nach Álamo. Die Strecke ist im Gegensatz zu gestern flach und führt durch Mais, Bananen und Orangenplantagen. Der Verkehr hält sich in Grenzen und so kann ich die ganze Strassenbreite nutzen um den Schlaglöchern auszuweichen. An einem Stand kaufe ich Wassermelonenwasser, das schmeckt lecker und erfrischt. Der zweite Becher bekomme ich um sonst. Ich denke mein Gesicht ist genau so rot wie das Wasser und die Verkäuferin hat einfach nur erbarmen mit mir.  

 

Álamo - Veracruz 22.05. - 29.05.15

In der Stadt angekommen mache ich mich wie immer auf die Suche nach einem Hotel. Die Stadt ist in etwas so ansprechend wie die Hotels die ich besichtige. Schon fast am verzweifeln laufe ich durch die überfüllten Strassen und siehe da, mein letzter Versuch ist ein Volltreffer. Ein kleines Hotel mit gerade mal 8 Zimmern wartet auf mich und Oski. Der Innenhof ist gemütlich und dieser wird direkt zum Wäschetrockner umfunktioniert. Ein Abendspaziergang und eine grosse Portion Chinesische Nudeln und ich schlafe tief und fest in meinem klimatisierten Zimmer. Dann geht es weiter nach Poza Rica. In meiner Vorstellung ist daseine blühende Stadt wo ich mich 2 Tage ausruhen kann und die Tempelstadt El Tajin besuchen kann. Tja die Hoffnung stirbt am Schluss,  aber sie stirbt definitiv. Poza Rica ist eine junge Stadt ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Vor ca. 60 Jahren wurde hier Öl entdeckt und seither Platz dieses Stadt aus allen nähten. Auf beiden Seiten der Strassen reihen sich die Strassenhändler mit ihren Ständen aneinander und es herscht ein buntes Treiben überall.Trotzdem fühle ich mich nicht wohl und sicher in dieser Stadt. Ich treffe zum Glück auf Victor, der mich zu den Tempeln von El Tajin begleitet und mir etwas von der Geschichte dieser Stadt erzählt. Die Tempel sind dann auch das Highlight während meinem Aufenthalt. Wir haben Glück und können als erstes dem Tanz der los Voladores  de Papantla zuschauen. Danach geht es weiter zu den verschiedenen Tempeln, die leider langsam am Verfallen sind. Der Bekannteste Tempel ist die Nischenpyramide mit 365 Nischen, dies entspricht dem Jahreskalender unserer Zeit. Da ich nicht die ganze Geschichte der Stadt kenne, kann Wikipedia sicher weiter helfen. Nach 2 Stunden Besichtigung und einem typischen mexikanischen Essen geht es per Bus wieder in die Stadt. Für mich geht meine Reise morgen weiter und ich komme am Nachmittag endlich an der Ostküste in La Vigueta an. Somit habe ich das Festland von Mexiko von West nach Ost durchquert. Auf einem schönen Campingplatz an der Costa Esmeralda gönne ich mir eine 2 tägige Verschnaufpause. Ich werde von der Familie vom Campingabwart herzlich empfangen u d gleich ins familienleben integriert. Es ist schön und ein wunderbares Gefühl wenn man ohne Vorurteile und mit offenen Armen empfangen wird. Es fällt mir auch schwer weiter zu fahren, doch ich will endlich mein eigentliches Ziel Veracruz erreichen.   Die Küstenstrasse ist flach und ich bin dankbar dafür, doch macht mir die Hitze und die tropische Feuchtigkeit schwer zu schaffen. Ich fahre von Schattenplatz zu Schattenplatz und wann immer möglich mache ich halt um etwas kühles zu trinken. Denn das Wasser, was ich dabei habe, ist nämlich schon kurz nach dem Sonnenaufgang lauwarm und bringt keine Erfrischung mehr. So mache ich dann auch in einer völlig überteuerten Ferienanlage halt und nehme mir ein Zimmer. Die Leute an der Rezeption freut es, den ich bin für Heute der einzige Gast. In der Nebensaison ist diese Region von Mexiko völlig ausgestorben. Wie schon seit Tagen fahre ich auch heute weiter auf der Schnellstrasse die dann irgendwann zur Autobahn wird. Der Verkehr hält sich zurück und bei den Zahlstellen für die Autos weiche ich auf den Gehsteig aus und lächle beim vorbei gehen  den Polizisten herzlich aus meinem roten überhitzen Gesicht an. Der letzte Halt vor Veracruz mache ich am Strand von Chachalacas. Ein kleiner Campinglpatz direkt am Meer. Hier treffe ich auf Carmen und ihre Familie und wir verbringen einen schönen Nachmittag zusammen. Vom Meer her weht ein kühler Wind und ich habe mich auf eine kühle Nacht gefreut, doch mit dem Sonnenuntergang hat sich auch der Wind schlafen gelegt und die einzige die kein Auge zugemacht hat war wieder einmal ich. Endlich ist es geschafft und ich stehe im Herzen von Veracruz. Ich bin stolz auf mich und belohne mich mit einem heissen Milchkaffe und einer kühlen Coca Cola. Der Kellner schaut zwar etwas komisch aus der Wäsche bei dieser Bestellung, aber das ist mir egal, hauptsache mein Durst wird gestillt, um mir danach in aller Ruhe eine Zimmer für diese Nacht zu suchen. 

 

Veracruz 29.05. - 03.06.2015

Alle Leute haben immer so begeistert von Veracruz  gesprochen,  doch mich hat die Stadt nicht aus den Socken gehauen. Vielleicht liegt es an meiner Darmverstimmung oder an meiner beginnenden Erkältung das mich alles nicht so anspricht hier in dieser Weltstadt. Veracruz ist die Stadt der Musik und des Carnevals. Für den Carneval bin ich zu spät, aber die Musik habe ich mitbekommen. Am Samstagabend spielen verschiedene Gruppen Musik und jeder der auf zwei Beinen steht holt sich einen Tanzpartner und dann geht es rund auf dem Platz. Die Leute tanzen und singen bis spät in die Nacht hinein. Das ist auch der einzige Zeitpunkt wo jung und alt sich auf der Plaza aufhalten. Ich habe mir schon vorher via Air B&B eine bleibe gesucht für die nächsten Tage. Leider ist die Wohnung etwas ausserhalb von der Stadt und so bekomme ich nicht mehr mit vom Stadtleben, dafür mache ich meine Erfahrung mit Busfahren und Taxichauffeuren. Alle Busse die an meiner Strasse vorbei fahren gehen ins Centrum, das ist der easy part an der Sache. Nur welcher Bus fährt wieder zurück? Das ist während den 3 Tagen in der Stadt die Knacknuss. Ausgeschlafen mache ich mich am Sonntag auf in die Stadt,  ich will eine Sightseeingtour machen. Das Wetter ist nicht der Hammer, doch schaffe ich es ohne Regen die Tour durch die Innenstadt zu machen. Dann stell ich mich an die Bushaltestelle und Frage jeden Buschauffeur ob er den in meine Richtung fährt.......... Leider weiss keiner so genau wo meine Adresse liegt und alle verweisen mich auf den nächsten Bus. Das hilft mir nicht weiter und nach einer halben Stunde halte ich ein Taxi an. Wie gelernt handle ich zuerst einen Preis aus und dann geht es los. Leider weiss der Taxifahrer auch nicht so recht wie er meine Adresse findet, doch kann ich im dank GPS weiterhelfen. Am nächsten Tag mache ich mich zu Fuss auf den Weg zur Zentralen Bushaltestelle von Veracruz. Nachdem ich mein Busticket für San Cristobel de la Casas gekauft habe, frage ich mal ob es einen Bus zum Aquarium gibt, was promt verneint wird. So steige ich in irgend einen Bus ein wo Centro drauf steht und laufe dem Malecon entlang Richtung Aquarium und erreiche dieses gerade noch vor dem grossen Platzregen.Das Aquarium ist einen Besuch wert. Am Eingang begrüssen einem verschiedene Papageien und im Rundaquarium schwimmen Rochen und Haie um die Wette. Es gibt auch noch ein Becken mit Tigerhaien, die sehen aus der Nähe nicht wirklich freundlich aus, aber das stört mich nicht den die sind ja hinter Glass. Wer will kann in einem Käfig ins Becken abtauchen und die Fische füttern. Mein Augenmerk ist aber auf die Delfineshow gerichtet. Es ist eindrücklich zu sehen das die Delfine auf Handzeichen reagieren und jeden Befehl genaustens ausführen. Da ich schon frühzeitig am Becken bin stehe ich in der ersten Reihe, was ja eigentlich erfreulich ist. Nur als das Handzeichen für Besucher nassspritzen kam, wäre ich gerne etwas weiter hinten gestanden. Mein Vorletzer Tag in dieser Stadt und ich stelle mich wieder der Herausforderung Bussfahren, so schwer kann das doch nicht sein. Ich sehe einen Bus da steht Strasse 20. November drauf, das ist ganz in der Nähe meiner Adresse. Ich steige ein und fahre sicher 40 min im Kreis ohne auch nur Ansatzweise an der  Strasse 20. November vorbei zukommen. Ich gebe mich geschlagen, steige irgendwo aus und laufe wieder nach Hause. Busfahren in Veracruz ist nur für Einheimische gedacht. Ich gehe nicht in die Bussfahrer geschichte dieser Stadt ein,  dafür bin ich als Velofahrerin eine Berühmtheit. Meine WG Gspändli haben ihren Freunden erzählt das eine Schweizerin mit dem Velo unterwegs ist und bei ihnen in der Wohnung wohnt. Ein paar Freunde haben mich bei meiner Ankunft gesehen und  nach einer Photosession mit mir und Oksi werde ich an der Pinwand der WG verewigt. 

 

San Cristobel de las Casas 03.06. - 09.06.2015

Nach einer 9 stündigen Busfahrt bin ich um 1 Uhr in der früh in San Cristobel de las Casas angekommen. Zum Glück habe ich die Adresse des Hotels auf dem Gps gespeichert, denn um diese Zeit ist die Stadt Menschen leer...... was ja auch normal ist. Der Nachtportier hat mich auch etwas komisch angeschaut als ich um Einlass bat. Gut ausgeschlafen und nach einem reichhaltigen Frühstück habe ich mich auf den Weg gemacht um die Stadt zu erkunden. Immer der Nase nach bin ich durch die Strassen geschlendert und habe mich in den farbigen Häusern und den vielen kleinen Querstrassen völlig verlaufen. Ich habe dann das Hotel dank GPS wieder gefunden. Nach einem Mittagsschlaf bin ich wieder voller tatendrang losgelaufen und schon bald wusste ich wieder nicht mehr wo ich genau bin. Normalerweise kann ich mich recht gut orientieren, doch diese Stadt bleibt während des ganzen Aufenthaltes eine Knacknuss. Da ich nicht nur die Stadt sondern auch die Umgebung erkunden wollte, habe ich für den nächsten Tag eine Tour zum Wasserfall Chifflon und zur Laguna de Montebello gebucht. Die Laguna ist eine von 59 Seen in dem Nationalpark de la Montebello. Das war dann auch der einzige Ausflug den ich gemacht habe, den danach lag ich mit einer heftigen Sommergrippe im Bett. Somit habe ich mich die nächsten Tage damit begnügt die Stadt zu erkunden. Ich muss zu geben, ich habe mich total in diese Stadt verliebt. Da ist nicht nur der farbenfrohe Markt mit seinen diversen Ständen, genauso farbenfroh laufen die Indigenas in ihren Trachten durch die Gassen und verkaufen ihre Waren. Wer einen Blick in die Innenhöfe der einzelnen Häuser wirft entdeckt das eine oder andere kleine Paradies. So habe ich mich in Wirtschaftskunde weitergebildet und auch da die eine oder andere Entdeckung gemacht.  Ein Besuch dieser Stadt lohnt sich auf jedenfall. 

 

San Cristobel de las Casas - Cancun 10.06. - 18.06.2015

Mit triefender Nase und hustender Lunge habe ich mich von San Christobel verabschiedet und mich auf den Weg ins Flachland  gemacht. Wobei der Weg alles andere als flach war. Ich habe Oski dann auch mehr gestossen als getreten und bin deshalb nur langsam vorwärts gekommen. Das Wetter war angenehm kühl und die Landschaft mit Kiefernwäldern durchzogen sehr schön. Ich wurde sogar aus einem Auto heraus mit "Hop Schwiz" angefeuert, das war dann auch der einzige Schweizer den ich bis Chetamul getroffen habe. Im Reiseführer stand etwas von einer langen Abfahrt, doch meine Strecke hatte Abfahrten und lange Anstiege und ich dachte mir ich hab eine Abzweigung verpasst. Nach meiner obligaten Cola Pause und einem kurzen Gespräch mit der Ladenbesitzerin, geht es endlich berg ab bis nach Oxchuc. Der Himmel hängt tief und die dunkelgrauen Regenwolken laden nicht zum weiterfahren ein und so suche ich mir einen Unterschlupf für diese Nacht. Meine Entscheidung war Richtig, den keine 5 min nach Zimmerbezug ist ein heftiges Gewitter über die Stadt gezogen. Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne und so kann meine Reise weiter gehen bis Ocosingo. Der Kiefernwald wird wieder durch dichtes Buschwerk ersetzt und die frische kühle Bergluft wird durch schwühl feuchte Tropenluft ausgetauscht. Ich merke wie mir das Klima zu schaffen macht und so besteige ich am nächsten Tag den Bus nach Palenque.  Die Tempelstadt in Palenque war einmal total vom Jungel überwachsen und vor ein paar Jahren wurde diese Maya-Stätte wieder aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Es wurden nur ca. 20% der Gebäude freigelegt,  der Rest schlummert immer noch verborgen im Jungel. Im Museum kann man den Sarkophag des Herschers Pascal der Grosse bewundern. Eine sehr schöne und eindrückliche Anlage. Zum Einschlafen kann ich von meinem Bungalow aus noch den Brühlaffen und den Vögeln zuhören wie sie ihr all abendliches Konzert der Stimmen anstimmen.  Ab Palenque geht es wieder per Velo weiter, obwohl mir der Schweiss nur schon beim Gedanken an Velofahren runter läuft. Die Strecke ist eintönig und es geht alles gerade aus immer der Nase nach. Ich fahre bis nach Chablé und nehme mir im einzigen Hotel in den Dorf ein Zimmer. Eigentlich wollte ich mit dem Bus bis nach Chetumal fahren und doch in Conhuas wurden wir durch eine Strassensperre gestopt und dann ging gar nichts mehr für ein paar Stunden. Als wir dann die Information erhalten haben das der Streick bis in die Nacht hinein geht, haben wir alle unsere 7 Sachen gepackt und sind zu Fuss durch die Sperre gelaufen. Ich habe Oski gesattelt und mich auf den Weg gemacht um mir für diese Nacht eine Bleibe zu suchen. Beim Restaurat La Laguna durfte ich dann mein Zelt aufstellen, denn es gab weit und breit keine andere Gelegenheit. Nach einer Portion Tortillas und Ruehrei mit Wuerstchen geht es weiter auf der Strasse nach Chetamul. Da wegen der Strassensperre von gestern alle Lastwagen stecken blieben gab es relativ viel Verkehr fuer die Strecke. Ich bin aber ohne probleme auf dem Ueberholstreifen gefahren und habe mich bis Conhuas durch gekaempft, danach habe ich alle viere von mir gestreckt und auf den naechsten Bus gewartet, der mich diesmal wirklich bis nach Chetumal bringt. Hier in der Jugendherberge treffe ich dann auf Florian, den zweiten Schweizer seit San Cristobel.  Er bereist Mexiko per Bus und ist auch schon ein paar Monate unterwegs. Es ist schoen mal wieder so zu sprechen, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Fuer mich geht es weiter per Bus nach Cancun, meine letzte Station hier in Mexiko. Wenn ich so aus dem Fenster schaue bin ich froh im Bus zu sitzen, denn draussen ist es extrem warm, besser gesagt schwuehlheiss und die Landschaft ist sehr eintoenig. 

 

Cancun 18.06.- 23.06.2015

Cancun ist die Touristenhochburg Mexikos. Es gibt hier die Touristenmeile mit teueren Hotels und Laeden, die ich seit ich die Schweiz verlassen habe, nie mehr gesehen habe. Es ist auch dem entsprechend teuer und nicht fuer Velotouristen wie mich geeignet. Ich habe mich eine Jugendherberge eingemietet und das im Herzen von Cancun Stadt. Die Stadt selber ist klein und ueberschaubar und hat keine grossen Sehenswuerdigkeiten zu bieten. Die Umgebung allerdings weist und ein Besuch in der Ruinenstadt Chichen Itza ist pflicht. Die Kukulkan Pyramide gehoert zu den 7 Weltwunder der Welt. Man kann aber auch den wieder Eroefffneten Mysterpark in Interlaken besuchen und dabei sehen wie die Schlange am 21. Maerz die Treppe runter kommt und am 22. September wieder hochsteigt. Eine wirklich Sehenswerte Stette der Mayakultur.

 

Teil 1 meiner Mexiko Reise

Teil 2 der Mexico Karte

Meine Reise geht weiter und führt mich am 23.06.2015 für einen Monat nach Kuba.