Grande River Lodge 02.08. - 05. 08. 2015

Am Morgen noch schnell in die Schweiz telefonieren und dann geht es an die Grenze nach Nicaragua. Der Übertritt war ganz einfach und in weniger als einer Stunde stehe ich in Nicaragua. Die Strasse ist besser als auf der anderen Seite der Grenze und so kommen wir zügig voran. Bereits in Cost Rica habe ich von der Grand River Lodge gehört, auch der Flyer sieht sehr gut aus und das Angebot von Touren nimmt fast kein Ende. So entscheide ich mich dieser Lodge einen Besuch abzustatten. Von der Wegkreuzung mit dem riesigen Plakat bis zur Lodge sind es ja nur 15 km. Was ich da aber noch nicht weiss, ist, das es eine Überlandstrasse ist und das diese teilweise unter Wasser steht. Im letzten Dorf das ich passiere rufe ich in der Lodge an und frage ob sie den Platz haben, ich will ja nicht den ganzen Weg um sonst machen. Nach 2 stunden fahren und schieben frag ich mich ob ich da wirklich hin will und bin froh als  mich ein Autofahrer bis zur Lodge mitnimmt. Wir schauen uns ein wenig komisch an als wir die Einfahrt hoch fahren, auf dem Flyer sieht alles irgendwie anders aus. Die Leute sind nett und ich denke mir, schlimmsten falls bleibst du eine Nacht und danach fährst du weiter.  Ich bleibe dann 3 Tage und auf den zweiten Blick ist alles gar nicht so schlecht. Den ersten Nachmittag verbringe ich in der Hängematte vor meinem Bungalow, weil es immer wieder heftige Regengüsse gibt.  Am Abend beruhigt sich die ganze Sache und der Sonnenuntergang ist wunderschön. Am nächsten Tag frage ich nach der Cacaotour, doch leider hat der Hausherr heute keine Zeit und so verschiebe ich alles auf den nächsten Tag. Als Alternative soll ich doch beim melken der Kühe zusehen und es selber mal probieren. Ich staune nicht schlecht als der Melker ein Kalb aus dem Pferch lässt, dieses direkt zu seiner Mutter läuft und anfängt zu säugen. In dieser Zeit werden der Kuh die Hinterläufe zusammen gebunden und dann wird gemolken.  Da kommt mir die Geischte vom Emmentalerkäse in den Sinn, diesem müssen Heupartikel zugeführt werden weil die Milch zu steril ist, dies kann hier definitiv nicht passieren. Als ich sehe, was den da alles in der Milch schwimmt, beschliesse ich auf den Käse zu verzichten. Im Gegenzug was dich nicht umbringt macht dich stärker und so beisse ich herzhaft in den Käse in meinem Teller. Am Nachmittag schlendere ich zum Fluss und bin ganz erstaunt als das Verbindungsboot zwischen Los Chiles und San Carlos 8 Touristen ausspuckt. Ich komme mit einer Gruppe Holländer ins Gespräch und wir verbringen den Rest des Tages zusammen. Da es einen generellen Stromausfall gibt, spielen wir bei Kerzenlicht Karten bis uns die Augen zufallen. Am nächsten Tag ist endlich so weit und ich werde in die Geheimnisse des Cacao eingeweiht. Die Cacaofrucht kann grün, orange oder rot sein, je nach Typ und Region wo die Früchte wachsen. Hier in der Lodge wachsen alle 3 Sorten. Wenn man die reifen Früchte aufschneidet, kann man das Fruchtfleisch von der eigentlichen Cacaobohnen essen,  schmeckt echt lecker. Wie und was man mit den Bohnen macht, habe ich leider nicht mehr erfahren, irgendwie hatte er wieder keine Zeit. Schade eigentlich, aber meine Reise geht weiter nach San Carlos. Diesmal darf Oksi die Aussicht auf dem Dach des Buses geniessen. Ich selber stehe in erster Reihe, direkt neben dem Fahrer, den das ist der einzige Platz der noch frei ist. Ich bin wieder einmal überrascht,  mit welcher Gelassenheit die Leute das nehmen. Obwohl der Bus aus allen nähten Platz und 3 Leute auf einem 2er Sitzplatz sitzen, sich eine Strassenverkäuferin durch die Reihen zwingt, haben alle ein lächeln im Gesicht. 

 

San Carlos - Juigalpa 06.08. - 08.08.2015

San Carlos ist ein kleines Dorf das mehr Hostals, Hotels und Restaurants hat als eigentliche Häuser. Es ist der Touristenort schlecht hin. Hier stranden alle auf ihrem Weg von oder nach Costa Rica. Ich wollte ja von hier aus mit der Fähre nach Granada fahren, doch leider ist das zur Zeit nicht möglich. Der Wasserstand von See ist zu tief und deshalb können die Boote nicht fahren. So umrunde ich den See halt per Oski und es geht gleich los. Die Ausfahrt von San Carlos ist einfach zu finden und die ersten Kilometer sind schnell abgehackt. Eine kleine Pause in einem Kaffee während es leicht regnet  und dann geht es weiter. Die Strasse ist flach und so kann ich mich voll auf meine neue Umgebung konzentrieren. Ich bin von dieser Natur die uns umgibt überwältigt, so grün, so einfach und ohne all den Touristen Rummel wie in Costa Rica. Die Einfahrt nach San Miguelito hat es in sich und die letzten 10 km werden dann doch noch recht  anstrengend. Ich finde in Hafennähe ein kleines Hotel wo ich meine müden Beine strecken kann.  Die letzten 10 km werden heute meine ersten Kilometer und meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Wieder auf der Hauptstrasse geht es zügig nach Acoyapa. Die Autos und Lastwagen hupen, die Motorradfahrer fallen fast von ihren Rädern beim zurück schauen, wer sich unter dem Helm versteckt und mir fällt bis am Abend fast mein Arm ab vom winken. Die grösste Sensation für die Leute des Hotels war dann mein Kocher. Sie haben so etwas noch nie gesehen und staunen nicht schlecht als ich meine Eigenkreation Teigwaren an Tomatensauce mit Thunfisch innert 5 min auf den Teller zaubere.  Heute schlaf ich mal aus und geniesse ein ausgedehntes Frühstück mit Brot und Confi. Das klingt banal, aber das hatte ich seit Wochen nicht mehr. Die Etappe ist hügelig, der Verkehr ist wenig und meine Gedanken schlagen wieder einmal Purzelbäume. Irgendwie muss man sich ja beschäftigen wenn man alleine durch die Welt radelt. 

 

Juigalpa -Granada 09.08. - 12.08.2015

Mein Plan den See in kleinen Etappen zu umrunden scheitert kläglich, wegen mangel an Hotels, Hostales oder Camping möglichkeiten. So beisse ich in den sauren Apfel und mache Tagesetappen zwischen 70 und 90 km. Auf meinem Weg nach Teustepe habe ich nach einer kleinen Pause einen Begleiter namens Santo. Er ist auch mit dem Velo unterwegs, er ändert aber seine Route um mit mir zu fahren. Leider haben wir etwas verständigungsprobleme und so fahren wir relativ schweigsam neben einander her. Kurz vor Teustepe verlässt er mich und ich beschliesse noch weiter zu fahren bis zu einem Familien Hotelpark mit Hotpool. Ich gebe zu die Vorstellung bei 40Grad in einen Hotpool zu steigen kommt mir etwas spanisch vor, aber daran hab ich mich ja gewöhnt. Das Zimmer ist definitiv überteuert, das Essen schmeckt gut und das Bad in der Abenddämmerung ist herrlich.  Am nächsten Morgen geht es früh los, den heute will ich in Granada eintreffen. Es ist interessant wenn man die Leute nach dem Weg oder Strecke fragt, wie unterschiedlich die Aussagen sind, zu dem was ich dann unterwegs antreffe. Der Polizist meinte "Sie kommen gleich zu einem Kreisel, da müssen Sie links abbiegen". Was er nicht erwähnt hat, dass dazwischen 20 km liegen. Ist ja auch egal ich muss ja eh dahin. Irgendwann hab ich mich einfach gefragt ob ich vielleicht den Kreisel übersehen habe, wäre ja nicht das erste mal....... gell Rita Manetsch? Dann endlich kann ich den See von weitem sehen und nach 6 Stunden und 94km bin ich endlich da. Der Verkehr hier in der Stadt ist sehr chaotisch und ich versuche mich mit dem vollbepackten Oski elegant durch zu schlängeln, was mir nur teilweise gelingt. Da ich wieder einmal keinen Stadtplan habe und es echt eine Herausforderung ist all meine Sachen beieinander zu halten, mache ich beim ersten Hostal das auf meinem Weg liegt halt. Ich schaffe es auch diese mal wieder an der Touristenzone vorbei zu fahren und mir da ein Zimmer zu nehmen wo sonst selten ein Tourist absteigt. Dafür ist es ruhigin der Nacht und der Supermarkt ist gleich neben an. Ich erhalte von der Hostal Besitzerin einen Stadtplan mit dem Hinweis ab 17h einige Stadtteile zu meiden. Das ist aber kein Problem für mich, den ich habe mir angewöhnt beim eindunkeln zu Hause zu sein und somit weg von der Strasse. So verpasse ich vielleicht das aktive Nachtleben, dafür kann ich den nächsten Tag in vollen Zügen geniessen. Granada ist die älteste Stadt Nicaraguas und hat eine Abwechlungsreiche Geschichte hinter sich. Heute ist es eine Touristen Hochburg und zieht alle wie ein Magnet an. Auch ich mache Morgen noch eine Stadtbesichtigung, denn ab Donnerstag wartet eine ganz neue Herausforderung auf mich..........ich werde für 3 Wochen auf einer Farm arbeiten. Was genau ich da machen darf ist noch nicht so klar, aber sobald ich es weiss, erzähle ich es euch. 

 

Hacienda los Malacos 13.08. - 18.08.2015

Ich bin seit 5 Tagenauf der Hacienda und ich habe schon viel erlebt. Die Hacienda ist riesig und sie beherbergt Pferde, Kühe,Katzen, Hunde, Hühner, Kaimanen (gehören zu der Familie der Krokodile) und meine neuen Freunde die Affen. Ferdin und ich haben uns direkt ineinander verliebt und was ihn betrift sind wir unzertrenlich. Er sitzt an liebsten auf meiner Schulter und dann hält er sich an meinen Haaren fest und wir machen kleine Spaziergänge. Was die arbeit betrifft war es die ersten Tage etwas schwierig. Jeder Volontaire kann sich ein Projekt ausdenken und dann daran arbeiten. Nach dem zweiten Tag war für mich klar, ich muss den Speisesaal neu dekorieren. Zur Zeit bastle ich an einem Windspiel aus Bambus. Diesen habe ich am kleinen See der zur Farm gehört gefunden. Es ist spannend sich zu überlegen wie man das am besten anstellt und ich mir dann auf der Farm alles was ich benötige zusammen sammle.  Bis jetzt bin ich ganz zufrieden mit meinem Resultat. Was ich danach noch in Angriff nehme weiss ich jetzt noch nicht, aber mir kommt schon noch was in den Sinn. In der freien Zeit gehen wir oft zum See und spielen mit Fermin, fahren mit den Ruderbooten raus oder machen einen Ausritt mit den Pferden. Mit mir ist noch ein Geschwisterpaar aus Colorado hier und seit gestern haben wir Unterstütztung aus dem Schwarzwald erhalten.  Morgen startet Carly ihr grosses Projekt, sie will die Aussenwände vom den Toiletten bemalen. Ich selber möchte morgen den Speisesaal fertig dekorieren , so das die Touristen am Donnerstag ein gemütliches Mitagessen einnehmen können. 

Faultier 20.08.2015

Heute ist wieder einer dieser Tage die meine Reise unvergesslich macht. Am frühen Morgen war ich schon bei den Pferden und habe zugesehen wie sich Antonio sein heutiges Pferd, das er für die Arbeit braucht, einfängt. Danach durften Carly und Griffin die Kühe melken und ich habe mich mit der Photokamera nach weiteren Motiven umgeschaut. Die Männer haben ein junges Maultier eingefangen und diekt im Pferch kastriert. Das fand ich dann nicht so schön, ist aber halt nötig. Mit vereinten kräften haben wir heute auch das Bücherregal im Speisesaal aufgehängt. Ich habe dabei an meine Bohrmaschine, Schrauben und Dübel gedacht, doch wie sich heraus stellt geht es auch anders.  Der Akkubohrer hat dann sein letztes gegeben und anstatt Dübel wurde ein Stück Holz angepasst und ins Loch gesteckt und dann wurde das ganze zusammen verschraubt. Ich habe dabei gelernt das es viele Wege gibt, die zum Ziel führen, man muss zwischen durch einfach etwas neues ausprobieren. Am Abend kam Jose Antonio vorbei und wir durften dabei sein als er und Martin ein junges Faultier auf der Insel im See frei gelassen hat. Es ist dann ganz langsam den Baum hoch geklettert und hat sich in seinem neuen zu Hause umgeschaut. Die Hacienda ist ein Paradies für Tiere und auch für uns Volontäre, wir haben das Glück das direkt mit erleben zu können. 

 

Das Leben als Volontär 21.08. - 26.08.2015

Wo soll ich bloss anfangen.......... ich habe so viel erlebt in den letzten Tagen. Am Freitagabend haben wir mit einer kleinen Poolparty das Wochenende eingeläutet. Am Wochenende wurden wir von Jose Antonio nach Granada eingeladen. Geplant war eigentlich das wir mit den Fahrrädern nach Granada fahren, doch da es fast die ganze Nacht geregnet hat, haben wir diesen Plan verworfen. Dann haben wir versucht den VW Bus zu starten, aber nach 5 vergebenen anschieb versuchen ist auch dieser Plan ins Wasser gefallen. Am Schluss blieb dann nur noch das gute alte Maultier das uns per Anhänger nach Granada gebracht hat. In der Stadt wurde eine Bullen jagt wie in Pamplona veranstaltet. Aus Sicherheitsgründen wurde dann aber nur ein Bulle freigelassen und der wurde dann von allen durch die Stadt gejagt. Wir sind dann einfach durch die Stadt geschländert und sind dabei auf eine kleine Gruppe Kinder mit einem Fussball gestossen. Es hat gerade mal 2 sekunden gedauert und wir hatten ein internationales Länderspiel am laufen, Amerika, Deutschland und Schweiz gegen Nicaragua. Der Ausgang des Spieles war nicht ganz klar, dafür hatten wir alle viel Spass und das ist was zählt. Zurück im Haus haben wir unsere überhitzen Köpfe erst mal im Pool abgekühlt. Ein kühles Bier, ein Curry-Mangotaco uns ein Eis haben den Tag abgerundet. Am Montag haben wir nach dem Früchstück einen Spaziergang zum See gemacht. Der grösste Süsswassersee in Mittelamerika, ist schon sehr eindrücklich. Nach einem Bootsausflug zu den Isletas geht es zurück auf die Hacienda. Wir planen ein Abendessen für alle Hacienda Mitarbeiter und so gehen wir auf dem Heimweg noch bei Pali einkaufen. Mit schweren Taschen und erleichtertem Portemonaie treffen wir am Abend wieder auf der Hacienda ein. Das gemeinsame kochen gestaltet sich dann etwas schwierig, den wir sind nie alle zur gleichen Zeit auf der Hacienda. Doch irgendwie schaffen wir es bis am Abend und das Essen schmeckt allen sehr gut.  Zur Feier des Tages stossen wir noch mit einem kühlen Bier an. Den Mittwoch gehen wir langsam an, heute ist Carlys und Griffins letzter Tag. Am Nachmittag machen wir einen letzten Ausritt zum See. Die anderen galopieren dann auch zügig Richtung See nur mein Pferdchen nimmt es sehr gemütlich. Alle meine Versuche Matcho anzutreiben bleiben ergebnislos und ich bitte Harvy um Hilfe. Ein Wort oder ein Schnalzen mit der Zunge und ab geht die Post oder in diesem Fall Matcho. Am Schluss galopieren wir alle gemeinsam über den Strand Richtung Granada. Der Morgen rückt näher und der Abschied von den beiden ist für mich nicht ganz einfach, doch bin ich dankbar für diese zwei wunderbaren Wochen. 

 

Cinferosa 27.08.2015

Ich neheme mir mal eine Auszeit von der Hacienda und mache einen Spaziergang zum kleinen See und zu meinen Äffchen. Heute kann ich das erste mal mit Cinferosa spielen. Sie ist 9 monate alt und macht ihre ersten Gehversuche. Sie schlägt Purzelbäume und kletter auf Bäume um sich dann wieder fallen zu lassen. Ein unermüdliches Energiebündel, das es liebt wenn man sie am Bauch streichelt.  Wenn sie einem mit ihren grossen Auge ansieht hat sie änlichkeit mit einem neugierigen Kind. Das einzige worauf man ein Auge werfen muss ist ihre Mutter. Die ist mit den Erkundungsstreifzügen ihrer Tochter nicht immer einverstanden. Doch solange Martin dabei ist, ist sie eigentlich sehr friedlich. Ich hoffe die nächsten Tage noch einmal die gelegenheit zu haben um mit ihr zu spielen. 

 

Die letzten Tage auf der Hacienda 28.08. -03.09.2015

Die letzte Woche vergeht wie im Flug und meine weiterfahrt steht schon vor der Türe. Das Wochenende war wieder sehr turbulent. Der Vorarbeiter und 3 Mitarbeiter wurden entlassen und so ist alles etwas chaotisch umd unorganisiert. Marco und ich versuchen da einzuspringen wo Not am Mann ist. Es bleibt dann aber doch noch zeit am Sonntag nach Granada zu fahren. Da findet die jährliche Pferdeschau statt, mit Umzug und allem was dazu gehört. Leider fängt es heftig zu regnen an mitten im Umzug, doch den Teilnehmern macht das nichts aus und wir stehen zum Glück unter einem Dach. Die Strasse verwandelt sich dann auch in minuten schnelle zu einem Bach und die Besucher watten durch knietiefes Wasser. Doch bis wir den Heimweg antreten ist der ganze Spuck wieder vorbei. In den nächsten 2 Tage werde ich meiner Affenfamilie noch einen Besuch abstatten und noch einen Austritt zum See machen. danach heisst es Oski satteln und zurück in die Zivilisation. 

 

Granada - San Jorge 04.09. -05.09.2015

Mit einem oder in meinem Fall mit zwei weinenden Augen habe ich die Hacienda am Freitag verlassen. Auch wenn das Essen sehr eintönig war, haben wir es die letzten Tage geschaft aus nicht viel etwas leckeres zu zaubern. Alles in allem war es eine gute Erfahrung die ich nicht missen möchte. Zum Abschied hat mich Fermin noch einmal kräftig gebissen. Er hat sich dann bei mir Entschuldigt in dem er meine Hand genommen hat und wir einen kleinen Spaziergang gemacht haben. Er ist noch einmal auf meine Schulter geklettert und dann in den Bäumen verschwunden. Meine Reise geht weiter und ich verabschiede mich definitiv von Granada. Mein heutiges Etappenziel heisst San Jorge, von wo aus ich morgen die Fähre zur Isla Ometepe nehme. 

 

Isla Ometepe 06.09.2015 - 09.09.2015

Heute ist seit langem der erste Tag wo es bereits am Morgen regnet. Ich kann weder die Vulkane noch die Insel sehen als die Fähre fast pünktlich um 9.30 aus dem Hafen läuft.Die Überfahrt dauert 80 min und mir wird wieder bewusst, wie gross dieser See ist. Das gegenüber liegende Ufer ist nicht auszumachen. Zur besseren Orientierung benötige ich WiFi, das und ein leckeres zweites Frühstück finde ich im Restaurant in der Nähe vom Hafen. Da lerne ich Margrit und Martin von  Australien kennen. Sie wohnen zur Zeit auf der Insel und haben mir gute Typs gegeben wo ich den überall hinfahren sollte. Sie kennen die Insel so gut, da sie vor 20 Jahren hier ein Hilfswerk für Kinder gegründet haben und jetzt zurück gekommen sind um das Projekt noch weiter auszubauen. Eine spannende Geschichte die ich sicher weiter verfolgen werde. Ich bin heute von San Jose del sur bis nach Santo Domingo geradelt. Auf der Suche nach einem Hostal oder einem Campingplatz bin ich drei mal am Natural Vegetarian Restaurant vorbei gefahren. Einen Camping habe ich nicht gefunden dafür habe ich wohl das beste Curry seit monaten gegessen. Die Erkundungstour geht am nächsten Tag weiter und mit dem vollbepacktem Oski umrunde ich die kleine Insel komplett. Zum Schluss sind wir beide fix und foxi von der Schotterstrasse und nehmen uns ein Zimmer im Hostal Santa Cruz. Die Zimmer sind sehr einfach doch die Aussicht auf den Vulkan El Concepcion ist dafür unschlagbar. Ich bleibe dann auch zwei Tage hier und strecke die Beine in der Hängematte. Dann geht es weiter nach Altagracia wo ich Margrith und Martin besuchen möchte. Leider sind die beiden nicht zu Hause und so fahre ich weiter wieder Richtung San Jorge. Der obligate Regen zwingt mich eine Pause zu machen und so habe ich Zeit meine Pläne für heute wieder einmal abzuändern. Ich beschliesse direkt die Fähre zu nehmen und wieder aufs Festland zu wechseln und am nächsten Tag früh an die Costaricanische Grenze zu fahren. Einen oder zwei Tage mehr auf der Insel ändern ja nichts daran das ich Nicaragua wieder verlassen muss.  

 

Rivas - la Cruz 09.09. - 10.09.2015

Zurück auf dem Festland suche ich mir ein Hostal oder günstiges Hotel. Dieses unterfangen klappt dann auch erst beim zweiten Versuch, dafür werde ich vomHotelbesitzer um so herzlicher empfangen. Auf der anderen Strassenseite wartet noch eine leckere Überraschung auf mich, ein Restaurant mit Deutscher Küche. Die Kartoffeln schmecken himmlisch. Nach einer langen Nacht geht es in den morgenstunden Richtung Grenze. Mich begleiten auf ca. 20km Windmühlen für die Stromproduktion. Ich weiss gar nicht wieso wir Schweizer uns dagegen wehren, es ist sauber, macht keinen Lärm und benötigt weniger Resourcen als ein Wasserkraftwerk. So stehe ich 2 Stunden später an der Grenze. Ich habe mich auf eine 3 bis 4 stündige Prozedur eingestellt und habe nicht schlecht gestaunt als ich nach einer Stunde bereits auf der costaricanischen Seite stand. Jetzt geht es wieder berg auf und ab bis nach La Cruz meinem ersten Etappenziel in Costa Rica. 

 

Allen Unkenrufen zum trotz habe ich den Weg nach Nicaragua gefunden und bin Glücklich Land und Leute kennengelernt zu haben. Wer ein interessantes und touristisch unbekanntes Land entdecken will, dem kann ich Nicaragua sehr ans Herz legen.