Paso Canoas - David 25.09. - 26.09.2015

Bereits um 8.30 stehe ich an der Grenze zu Panama.  Dies ist wohl der unorganisierteste Grenzuebergang, den ich auf meiner Reise gesehen habe. Nach einigem Hin und Her habe ich meinen Ausreisestempel von Costa Rica und den Einreisestempel von Panama in meinem Reisepass. Die ganzen Formalitaeten benoetigen 30min und ich stehe auf Panamanischem Boden. Es gibt nur eine Strasse nach David und das ist die Autobahn. Kein Schatten und kein Restaurant weit und breit und so wird es eine lange Fahrt bis nach La Conception. Alle Restaurants die ich sehe sind fuer mich auf der falschen Strassenseite und ich bin schon fast am verzweifeln, bis endlich eine kleine Imbissbude auf meiner Seite der Strasse auftaucht. Ich bestelle ein Mittagessen und weiss gar nicht, was ich bestelle, bis ein Teller mit Reis, Bohnen und Kutteln vor mir steht. Ich verdrehe die Augen und sage, ich kann das nicht essen. Die Kellnerin fragt wieso und ich erklaere ihr, das ich gar nicht gewusst habe was ich bestelle. Sie lacht und bringt mir einen neuen Teller mit Poulet drauf. Es schmeckt herlich und ich fahre gestaerkt weiter bis David. Im Hostel Bambus bleibe ich 2 Tage und treffe da auf Travelers die ich bereits in Costa Rica getroffen habe. 

Boquete 27.09. - 01.10.2015

In den fruehen Morgenstunden verlasse ich David und komme gut voran, immer den Berg hoch in Richtung von Boquete. Etwas ausserhalb von David werde ich von einer Gruppe Fahrradfahrer ueberholt und als wir den ersten Hang hoch fahren hat einer der Fahrer erbarmen mit mir und schiebt mich den Berg hoch. Auf der geraden Strecke kann ich gut mithalten und erfreue mich an der Gesellschaft. Sobald es aber wieder den Berg hoch geht ist fertig mit lustig und ich verliere den Anschluss zur Gruppe. Doch meine Freunde von vorhin kommen zurueck und ich werde wieder den Berg hoch gestossen. Ich bin ausser Atem als wir oben ankommen und nach einem Gruppenphoto verlassen mich meine neue Freunde definitiv. Fuer mich geht es weiter immer den Berg hoch. Ich schiebe Oski eine Weile bevor ich mich wieder in den Sattel hiefe. Kurz darauf faehrt ein Motorradfahrer auf meiner Hoehe und fragt mich ob er mir ein paar Fragen stellen kann. Richard wohnt hier in Boquete und moechte auch eine Fahrradtour machen, aber in Italien. So wird meine Pause etwas ausgedehnter und ich erfahre viel ueber Panama und Boquete. Der Himmel wird immer dunkler und der alltaegliche Regenschauer kuendigt sich an. Ich schaue das ich die nie endende Steigung hinter mich bringe und erreiche das Hostel kurz bevor es anfaengt zu regnen. Im Hostel treffe ich auf Colleen und wir verbringen die naechsten Tage zusammen. Sie ist auf der Suche nach einer Wohung hier in der Stadt. Nach 2 Tagen finden wir die ideal e Wohnung fuer sie und auch fuer mich wird es ein besonderer Tag. Beim Besuch des woechetlichen Farmermarket beisse ich herzhaft in ein Fleischkaese broetchen. So was leckeres hab ich seit Monaten nicht mehr gegessen. Der Food Truck Emma ist in der ganzen Stadt bekannt fuer seine Bratwuerste, Currywurst, Fleischkaese oder was er sonst noch leckeres anzubieten hat. Die nächsten Tage verbringen wir in Panama City um die Stadt und den Kanal zu besichtigen. Danach komme ich zurueck nach Boquete um Oski zu holen und dann geht unsere Reise weiter.

 

Kurzbesuch Panama City 02.10. - 05.10.2015

Die Reise mit dem Bus nach Panama City dauert ca. 10 Std. Im Nachtbus machen wir es uns bequem und erreichen das Hostal Miraflores um 7h in der Frueh. Fast ausgeschlafen machen wir uns auf die Suche nach einem richtig guten Fruehstueck, das haben wir uns verdient haben nach der langen Fahrt. Die Stadt ist riesig und wir verbringen die naechsten Tage im Stadtteil Casco viejo. Die Aussicht auf die Wolkenkratzer der Stadt ist wunderschoen. Da Colleen die Stadt bereits kennt, kann ich mich zurueck lehnen und sie ist der Tourguide fuer die naechsten Tage. Die erste Station ist das groesste Einkaufszentrum von Lateinamerika, namens Albrook Mall. Da kommt keine Langeweile auf und wir schlendern den ganzen Tag durch die verschiedenen Laeden. Mit vollen Rucksaecken und leerem Portemonaie gehts zurueck zum Hostal. Am naechsten Tag schaue ich mir den Panamakanal an. Ich habe Glueck und ich sehe wie ein Kreuzfahrtschiff die Schleusen passiert. Der Kanal wurde 1914 fertig gestellt und in den letzten Jahren ist die Anzahl der Schiffspassagen auf 15000 pro Jahr angestiegen. Die Schleussen sind sicher die Hauptattraktion von Panama City.  Eigentlich wollten wir am Nachmittag mit dem Sightseeingbus eine Tour durch die ganze Stadt machen, doch nach 2 stuendigem Warten an der Haltestelle geben wir auf. Anstelle kapern wir ein Taxi und fahren in den Zoo von Panama City. Die Taxifahrt dauert ca. 30 min und jetzt verstehen wir auch, wieso uns der Fahrer mehr als 15 Dollar abknoepfen will. Wir stehen am Eingang von diesem Park in der Mitte von Nirgendswo. Wir schlendern durch die Anlage, doch alles was wir zu sehen bekommen sind leere Kaefige. Wir haben keine Ahnung wie wir wieder in die Stadt kommen und so setzen wir uns an die Bushaltestelle und warten. Die Busfahrt zurueck in die Stadt kostet uns dann 50 Cents und wir sind sicher um eine Erfahrung reicher....... Frage Einheimische was man besichtigen kann und glaube nicht blindlings Tripadviser und dessen Empfehlungen. Am Sonntag versuchen wir unser Glueck noch einmal mit dem Sightseeing Bus. Diesmal haben wir Glueck und der Bus erscheint mit einer zweieinhalbstuendigen Verspaetung an der Haltestelle. Die Tour ist dann sehr interessant und wir sehen endlich die ganze Stadt mit all ihren Sehenswuerigkeiten.  Nach 3 Tagen haben wir genug von der Stadt und diesmal nehmen wir den Tagesbus zurueck nach Boquete. Die Fahrt ist fuer mich sehr interessant, da ich zum ersten mal die Strecke sehe, die ich in ein paar Tagen mit Oski zurück legen werde. 

 

Auf der Panamericana bis nach Panama City 09.10. - 14.10.2015

Es wird wieder einmal Zeit meine Zelte abzubrechen und mich von meinem zwischen zeitlichen zu Hause in Boquete definitiv zu verabschieden. Ich hatte eine schöne Zeit hier und ich danke Colleen ganz herzlich für ihre Gastfreundschaft der letzten Tage. Noch ein letzter Besuch von Richard und seiner Frau Sandy und dann kann es los gehen Richtung Panama City. Meine Route führt mich durchs Hinterland über Alto Boquete in Richtung San Lorenzo. Seit Beginn meiner Reise fahre ich das erste mal auf dem Panamericana Highway. Das ist weitaus weniger spannend als es sich anhört, doch es ist ganz ok. Zwischen David und Santiago ist der Highway eine einzige grosse Baustelle. Für mich insofern gut, da ich wenn immer möglich auf der stillgelegten Fahrbahn fahre und somit weit weg vom normalen Strassenverkehr.  Ich wusste bereits das es schwierig werden würde eine Schlafgelegenheit zu finden und so fahre ich guten Mutes nach San Lorenzo. Leider gibt es in diesem Dorf weder eine Feuerwehrstation noch sonst eine Gelegenheit wo ich sicher übernachten könnte. Im Centro de salud werde ich zuerst abgewiesen, doch dann erbarmt sich Isadora meiner  und ich durfte bei ihr zu Hause übernachten. Mir war bis dahin gar nicht bewusst wie misstrauisch die Panamesen Fremden gegenüber sind. Ich hatte Glück und nach einer Ruhigen Nacht und einem guten Frühstück geht es weiter bis zur Kontrollstelle in Tolé. Da wird mir dann bestätigt das es bis nach Santiago kein Hotel oder Restaurant mehr gibt wo ich unterschlupf finden kann. Meine Entscheidung ist schnell getroffen und ich fahre mit dem nächsten Bus nach Santiago. Die Polizisten haben die Fahrt für mich organisiert, den kein Bus würde auf der Strecke Passagiere einfach so mitnehmen. Ich muss dann auch noch versichern das ich Geld habe, da mein Ticket das doppelte kostet als für Einheimische. Als ich dann Frage wie sich den der Preis zusammen setzt, korrigiert er diesen nach unten und setzt einen Preis fürs Fahrrad fest. Ich stürme nicht da er mich sonst evt. wieder ausgeladen hätte und das ist definitiv nicht in meinem Sinne. Am nächsten Morgen bei der Ausfahrt der Stadt begegnen mir ein paar Fahrradfahrer und irgendwie kommen die mir bekannt vor. Jemand von der Gruppe grüsst freundlich und plötzlich steht mein fleissiger Helfer von vor zwei Wochen vor mir. Man fragt wie es geht und wir tauschen ein paar Sätze aus bevor er mit seiner Gruppe abbiegt und ich weiter gerade aus fahre. Ich habe das Gefühl zu Hause zu sein, nicht einfach ein Tourist, nein, ich kenne Leute in dem Land das ich bereise und das ist ein schönes Gefühl. Weiter in Richtung Aquadulce steht plötzlich ein Mann auf dem Pannenstreifen und winkt mir zu. Ich frage mich schon was der von mir will und dann spricht er ein perfektes "Baslerdütsch". Ein Landsmann der mich an meiner Schweizerfahne erkannt hat und nicht das Gefühl hat ich fahre für das Rote Kreuz durchs Land. Ich komme gut voran und nach weiteren zwei Tagen habe ich mein Ziel fast erreicht. Ich überlege bereits was ich den schreiben auf meiner Homepage  möchte

als Oski plötzlich zickig wird. Das Vorderrad und der Lenker fangen an zu zittern und es ist ein komisches Gefühl zum Fahren.  Meine schon formulierten Sätze werden in dem Moment umgeschrieben, da ich mir 16km vor Panama meinen ersten Platten einfange. Ich werde also meinen ersten Reifen wechseln und bin ganz stolz auf mich das ich es unter einer Stunde schaffe. Auch ein heftiger Platzregen war nicht vorgesehen und mir wird wieder bewusst, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.Zuerst stell ich mich bei einem Hotel unter doch als es nach einer Stunde immer noch regnet beschliesse ich die letzten Kilometer im Regen zu fahren. So überquere ich die Puente de los Americas im Regen und verpasse es ein schönes Photo von dieser eindrücklichen Brücke zu machen. Ich finde dann noch den Richtigen Abzweiger für die neue Umfahrungsstrasse und stehe kurz danach triefend Nass vor dem Hostal Magnolia Inn. Wo ich die nächsten Tage verbringen werde. 

 

Ausflug nach El Valle 19.10. - 23.10.2015

Da Panama City nicht all zu viel zu bieten hat, mache ich noch einen Ausflug nach El Valle Anton. Das ist ein kleines Dorf in den Bergen. Ursprünglich warves ein aktiver Vulkan aber bei einem seiner letzen Ausbrüche vor 1500 Jahren hat sich der halbe Berg weggesprengt und jetzt liegt das Dorf friedlich im Vulkankrater. Mit meinen neuen Begleiter Anna und ihre Mutter Daisy machen wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Oski darf hier bleiben und sich im Gepäckabteil des Hostales ausruhen. Für mich ist ein deja vu, den ich bin die gleiche Strecke vor ein paar Tagen in umgekehrter Richtung gefahren. Der Himmel ist verhangen und schon bald nach unserer Ankunft im Hostal Boudhi fängt es an zu regnen. Ich mache ein Nickerchen und warte bis es wieder besser wird. Der heutige Tag ist gelaufen und wir geniessen ein ausgiebiges Abendessen und gehen schon früh schlafen. Am nächsten Tag strahlt die Sonne und wir machen gemeinsam mit dem Hostel Hund Oreol einen Ausflug zu den Arboles Cuadrademos. Gemäss den Erzählungen stelle ich mir kleine quadratisch geschnittene Bäume vor, doch in Realität sind es gigantisch hohe Bäume und nur die Wurzel hat etwas von einem Quadrat. Der Himmel wird wieder dunkel und wir schaffen es noch vor dem nachmittäglichen Regen zum Hostal. Anna und Daisy fahren heute noch weiter und ich mache es mir wieder mit ein 3m Buch gemütlich. Mit Sandrine, einer Schweizerin aus Lausann beschliesse ich am nächsten Tag eine längere Wanderung zu machen zu dem Wasserfall la India Dormida. Nach einem kurzen Anstieg geniessen wir die Aussicht auf das Dorf und den nun gut erkennbaren Krater.Der Weg wird steiler und nach gut einer Stunde erreichen wir das Gipfelkreuz. Ist schon sehr lange her seit ich das letzte mal ein Gipfelkreuz gesehen habe. Ab hier geht es auf der anderen Bergseite wieder ins Tal. Wir kommen zu einem gemauerten Wasserbecken mit einem Mini Wasserfall und wir fragen uns ob wir deshalb den weiten Weg gemacht haben. Keine von uns hat Lust ins Wasser zu steigen und so geht es weiter bergab. Wir staunen nicht schlecht, den je weiter wir ins Tal kommen, je grösser werden die Wasserfälle am Weg. Der letzte Wasserfall war dann auch der grösste und endlich haben wir die schlafende India erreicht. Zeit zum verweilen bleibt uns keine den das nahende Gewitter kündigt sich bereits mit Donnergrollen an. Wir sitzen bereits gemütlich im Restaurant als der Wolkenbruch los geht. Leute vom Hostal die nach uns gestartet sind, kommen klitsch Nass und bis auf die Unterwäsche durchtränkt im Hostal an. Das Wetter der nächsten Tage ist leider auch nicht stabil und so beschliesse ich nach 4 Tagen wieder nach Panama City zurück zugehen.   

 

Panama City zum letzten 23.10. -26.10.2015

Noch 3 Tage und dann endlich geht es weiter in Richtung Portobelo von wo aus ich mit einem Segelboot nach Kolumbien fahre. Das Wetter in der Stadt ist auch nicht so super und so schiebe ich mein letztes Projekt, eine Fahrradtour zur Puente de los Americas, immer auf den nächsten Tag. Der Hurrikan Patrizia der über Mexiko gewütet hat merken wir hier nicht, doch bringt er uns auch heftige Regengüsse. Eine Überraschung schneit dann noch am späten Abend ins Hostal, Anna und Daisy stehen wieder vor mir. Eigentlich wollten sie nach Bocas del Toro, doch dann war der Weg zu weit und so sind sie wieder in der City gelandet. Wir verbringen noch einmal einen letzten Abend zusammen und am nächsten Tag trennen sich unsere Wege definitiv. Diesmal fliegen sie nämlich nach Hause. Mein letzter Tag in der Stadt zeigt sich von seiner Sonnenseite und so kann ich endlich meinen Ausflug zur Brücke machen. So krieg ich doch noch ein gutes Bild für mein Album und Oski kann sich nach 7 Tagen in der Gepäckaufbewahrung endlich wieder einmal bewegen.  

 

Somit ist das Kapitel Mittel und Zentralamerika für mich abgeschlossen und in ein paar Tagen fängt ein neues an in Südamerika. Ich freue mich schon auf die neue Herausforderungen und meinem Traum in den Anden Fahrrad zufahren steht nichts mehr im Wege.