La Paz bis zur chilenischen Grenze 02.06. - 16.06.2016
In meinem Kopf hab ich eine Vorstellung wie La Paz aussieht, doch die Realität ist viel grösser und überwältigender. Wir durchqueren mit dem Bus für gefühlte Stunden den Vorort El Alto bevor es steil in den Talkessel geht. Im Herzen von La Paz endet die Busfahrt und ich mache mich auf den Weg zum Casa de cyclistas. Jetzt einfach nicht verfahren, den es ist schon am eindunkeln und die Stadt hat nichts nettes an sich, dass mir das Gefühl von Sicherheit geben würde. Ich gebe zu, meine grosse Liebe wird La Paz nicht. Dank Yamila lerne ich die Stadt noch etwas besser kennen und wir machen eine Stadtbesichtigung mit den verschiedenen Luftseilbahnen die die einzelnen Stadtteile miteinander verbinden. Das ist nicht nur eine Touristenatraktion, sondern für viele La Pazer die einzige Möglichkeit die Stadt in wenigen Minuten zu durchqueren ohne stundenlang im Stau zu  stehen.  Denn mit dem Auto oder Bus ist kein durchkommen durch die Stadt. Nach nur 3 Tagen verlasse ich die Stadt wieder und mache mich auf den Weg nach Uyuni. Bis nach El Alto bringt mich ein Taxi und von da geht es dann per Rad weiter.  Die Fahrt auf dem Altiplano geht fast wie von selber. Am Nachmittag kommt dann noch Wind auf und der schiebt mich bis zu meinem ersten Etappenziel. Nach einem Teller Spaghetti zieh ich mich in mein kleines Nachtquartier zurück. Am nächsten Morgen geht es weiter und diesmal erreiche ich meinen Streckenrekord von 130km an einem Tag. Nach den Bergetappen in Peru ist es sehr entspannend einfach auf dem Altiplano gerade aus zu fahren. Ich komme ohne grosse Probleme bis nach Chalapata und dann ist wieder einmal eine Zwangspause angesagt. Mein Husten verwandelt sich in eine heftige Erkältung mit Fieber. So bleibe ich 3 Tage in Chalapata und danach fahr ich mit einem Taxi weiter bis nach Uyuni. Die Landschaft in Bolivien ist wunderschön und so ganz anders als noch in Peru. Der Salzsee ist schon von weitem Sichtbar und ich bin schon sehr gespannt auf dieses Naturwunder. Leider treffe ich nur auf Radler die Richtung Norden unterwegs sind und so geht mein Traum den See per Rad zu überqueren diesmal nicht in erfühlung. Alleine getraue ich mich nicht auf diese grosse weisse Fläche. Vielleicht klappt es ja das nächste mal. Deshalb buche ich eine Tour die mich bis an die chilenische Grenze bringt. Am ersten Tag überqueren wir den riessigen Salzsee. Machen Halt auf der Isla del pescado und fahren weiter Richtung San Juan wo wir die erste Nacht verbringen. Wir schlafen in einem Hostal das aus Salzblöcken gebaut wurde. Das eigentliche Salzhotel mitten auf dem See wurde geschlossen, wegen Umweltverschmutzung. Das Essen ist kalt, doch dafür ist das Bett bequem und das Zimmer warm. Am nächsten Tag geht es weiter und wir sehen 5 verschiedene Lagunen und ganz unterschiedliche Landschaften an diesem Tag. Solange die Sonne scheint ist es angenehm warm doch sobald diese am Horizont verschwindet wird es sofort eiskalt.  Das zweite Hostal hat dann zum Glück einen kleinen Holzofen wo wir uns wenigstens etwas wärmen können. Diesmal ist das Essen warm doch die Nacht wird für die meisten von uns bitterkalt. Ich hab zum Glück meinen warmen Schlafsack dabei, den ich die letzten Monate mitgeschleppt habe um auf dem Salzsee zu übernachten. Am dritten Tag geht es sehr früh los zu den Geysir und Lavafeldern und dann zu einem Hotpot in Mitten der Wüste. Nach einem kurzen Bad geht es weiter und nach der Laguna Blanca führt die Strasse zur chilenischen Grenze. So schnell wie Bolivien, hab ich noch kein Land durchquert. Es ist nicht unbedingt ein Radlerland und die Kälte der letzten Tage machen auch keine Lust auf mehr. Ich werde aber wieder kommen und den Rest des Landes per Auto zu durchqueren und kennenzulernen.