Willkommen in Ecuador

 

 

 

 

Oski und ich wünschen allen einen guten Start ins 2016

Ipiales - Laguna Yahuarcocha in Ibarra 27.12.- 01.01.2016
Aus organisatorischen Gründen sind wir erst am 27.12.2015 über die Grenze nach Ecuador. Der Grenzübertritt ist ganz unproblematisch und schon ist ein Stempel mehr in meinem Reisepass. Die Strassen sind sehr gut ausgebaut und wir erklimmen unseren ersten kleinen Hügel nach Tulcán. Nach dem zweiten Frühstück werden neue Simkarten gekauft und los gehts in das Naturreservat von El Angel. Gemäss meiner Karte sollte die Strasse geteert sein, was sich dann aber als Druckfehler herausstellt. Es geht flott voran auf der Erdstrasse in Richtung Naturreservat El Angel. Dank dem Wärmetraining in Mittel und Zentralamerika macht mir die starke Sonne und die Hitze nichts aus beim treten. Paula hat da schon mehr mühe und sie kommt nur langsam voran. Am Abend suchen wir uns einen Schlafplatz und finden ein kleines Häusschen das von ein paar Tannne verdeckt ist. Irgendwie fühle ich mich nicht so wohl und so fragen wir auf der nahen Finka noch an, ob wir unser Zelt hier aufschlagen können. Kein Thema und schon haben wir unsere eigenen vier Wände für die Nacht. Am frühen Morgen geht es weiter und schon nach 3km stehen wir vor einem umgekippten Baum. Die ganze Strasse ist blockiert und wir müssen uns unseren Weg frei brechen. Die Äste sind zum Glück so trocken das sie sich meinen Oberarmen beugen. Die Strasse wird zu unserem Leidwesen nicht besser und so muss ich wohl oder übel Oski über den Berg schieben. Es scheint fast so als ob das mein neues Hobby ist. Das Naturreservat beherbergt eine für diese Region ganz spezifische Blume,  die Sonnenblumenbäume (Frailejoles). Auf dem höchsten Punkt im Park gibt es auch noch 3 Lagunen zu besichtigen, wir verzichten darauf, den es regnet und es ist sehr kalt. Völlig erledigt erreichen wir El Angel und mein bedarf an Überlandstrassen ist wieder einmal gedeckt. Ab El Angel geht es dann wieder auf normaler Strasse weiter und wir stürzen uns bei einer wilden Abfahrt ins Tal. Das  neue Jahr steht vor der Türe und so suchen wir uns einen Platz wo wir uns ein paar Tage verweilen können, so kommen wir zum Campingplatz Sommerwind an der Laguna Yahuarcocha. Wie es scheint ist hier ein Treffpunkt für Deutsche Landmänner auf reisen. So feiern wir alle gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden am Lagerfeuer ins Neue Jahr hinein.  Hier trennen sich die Wege von Paula und mir und jeder geht mit dem neuen Jahr wieder seine eigenen Wege. Meiner führt auf direktem Weg nach Quito.  

 

Galapagos Inseln - Santa Cruz 06.01. - 08.01.2016
Meine Bucketliste wird mit jedem Land das ich bereise etwas kleiner. Zur Zeit bereise ich Ecuador und da standen natürlich die Galapagos Inseln ganz zuoberst auf der Liste. Da ich nur 5 Tage Zeit habe um mir alles anzusehen, mache ich eine Art Rundtrip auf den beiden Hauptinseln. Zur Zeit bin ich auf Santa Cruz unterwegs. Der Ausflug zu den hier lebenden Riesenschildkröten war ein Erlebnis. Die riesigen Tiere rennen nicht davon, wenn man ihnen zu nahe kommt, sie ziehen einfach die Beine und den Kopf ein. Was es relativ schwierig macht ein schönes Photo zu machen. Doch die eine oder andere Schildkröte zeigt sich doch noch von ihrer schönsten Seite.  Danach geht es weiter zu den Lavatunnels die es anscheinend nur hier gibt. Der kurze Tunnel ist schnell durchquert. Leider hab ich aus meinem Guide nicht heraus bekommen wie sie entstanden sind. Am Nachmittag noch ein Besuch bei der Tortuga Beach. Per Boot geht es raus aufs Meer und um die Landzunge rum zum Strand. Diesmal wird mir nicht schlecht vom Wellengang, sondern ich habe fast ein bisschen Angst. Die Nussschalle wird herum geworfen und kippt beängstigen von einer Seite auf die andere. Der Käpitän des Schiffes wiederholt immer die gleichen Worte "no passa nada", es passiert schon nichts. Erleichtert steige ich aus und freue mich über den festen Boden unter meinen Füssen. Ein Blaufusstölpel macht es mir gleich und ruht sich auf einem Lava-brocken aus.  Endlich kann ich auch ein Photo von diesem speziellen Vogel machen. Seine Füsse sind so kitischig blau, wie wenn er durch einen Topf Farbe gelaufen ist. Eigentlich wollte ich Meeresschildkröten photographieren,  aber ausser Leguanen, einem Tölpel und Badegästen gibt es hier nichts zu sehen.  Ein kurzes Bad im Meer und schon geht es zu Fuss wieder Richtung Dorf. Beim Abendessen treffe ich wieder auf Holger und Sabine, die ich in Quito kennengelernt habe. Nach einem gemütlichen Essen trennen sich unsere Wege wieder. Sie fahren weiter zur Insel Isabella und ich verbringe meine letzen Tage  auf der Insel San Cristobal.

Galapagosinsel San Cristobal 08.01. - 10.01.2016
Der Wechsel nach San Cristobal stellt mich und meine Magennerven auf eine harte Probe. Es heisst, es fährt eine Fähre rüber zur Insel. Doch das ist einfach ein Schnellboot mit 3 Aussenbordmotoren und 35 eingepferchten Touristen mit Gepäck. Es geht los und bereits nach den ersten 4 grossen Wellen wird mir klar, das ist nichts für meinen Magen. Aussteigen geht schlecht und so hilft nur noch Augen zu und durch. Das Boot hätte also auch bei einem Schanzentournier mit machen können, den wir fliegen mehr über die Wellen als das wir fahren. Die Landung auf dem Wasser ist dann leider nicht so sanft wie mit den  Skiern und wir alle werden auf unseren Sitzen hin und her geworfen. Nach zwei Stunden ist alles vorbei und wir sind erleichtert das wir aussteigen können. Auf dem Boot habe ich Miriam und Boris aus der Heimat kennengelernt und sie arrangieren mir eine günstige Unterkunft für die nächsten 2 Tage. Sie sind dann auch meine Reiseführer und zeigen mir die schönsten Plätze auf der Insel. Bei einem Spaziergang am Morgen zeigen sie mir ihre Lieblings Schnorchelplätze. Leider sind für die nächsten Tage hohe Wellen angesagt und so wird nicht aus Schnorcheln. Das spielt für die beiden aber keine Rolle, sie sind sicher noch zwei Wochen auf der Insel.  Die Seelöwenkolonie interessiert mich am meisten und ich mache mich zu Fuss auf den Weg dort hin. Wer will und Schnorchel und Taucherbrille dabei hat, hat die Chance mit den putzigen Kerlen Schwimmen zu gehen. Meine Ausbeute war ein Biss von einem Krebs, bin wohl auf sein Haus getreten in der Brandung. Nichts desto trotz habe ich die Zeit am Strand genossen. Doch viel zu schnell sind die Tage vergangen und schon wartet mein Flieger, der mich wieder zum Festland bringt. Das nächste mal komme ich länger um alle Inseln zu Besuchen und die Natur und Tierwelt besser kennen zulernen. 

 

Quito nach Banos 11.01. - 14.01.2016
Nach 5 Tagen Hitze und Sonnenschein auf Galapagos fällt mir hier in Quito der Himmel fast auf den Kopf. Die Wolken sind am Morgen schon sehr dunkel und es ist sicher nur eine Frage der Zeit bis es zu regnen anfängt. Meine raffiniert ausgeklügelte Route aus Quito raus wird wegen dem allmorgendlichen Verkehr der in die Stadt rein will, ausgebremst. Der Tunnel der mich direkt zu meiner Abzweigung nach Machachi bringen sollte, ist jeden Morgen von 6.00 - 9.30 nur Stadteinwärts befahr bar. Ja da hilft alles argumentieren mit dem Polizisten nichts, die lassen mich da nicht durch fahren. Die alternative dazu ist ein grosser Umweg oder 2 Stunden warten bis die Sperrung aufgehoben ist. Ich entschliesse mich für die alternative und fahre im dichten Morgenverkehr durch die Stadt. Quito ist 50 km lang und so fahre ich und fahre ich und es fühlt sich an wie eine nie endende Geschichte. Die Strecke ist angenehm hügelig und doch komme ich kaum vom Fleck. Der Wind bläst zum Teil so stark das ich kräftig in die Pedalen treten muss, beim Berg abfahren, um auf 10 kmh zu kommen. Leider sehe ich vor lauter Wolken keinen der grossen Vulkane die den Strassenrand säumen und so besorge ich mir eine Mitfahrgelegenheit von Machachi nach Ambato. Von hier aus geht es weiter per Fahrrad nach Banos. Ich suche mir in einem der, keine Ahnung wievielen Hotels ein schönes Zimmer das bezahlbar ist. Direkt im Zentrum werde ich fündig und so reicht die Zeit noch die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden. Ich will zum Baumhaus mit der Schaukel. Wie sich heraus stellt,  wollen das alle Touristen. Die Schlange zum Anstehen ist lange, doch irgendwann bin ich an der Reihe. Ein lustiges Gefühl so ins leere zu Schaukel. Im Bus lerne ich noch eine Schweizer Familie kennen und die Kinder erzählen mir was sie alles gesehen haben im Amazonas. Die Geschichten inspirieren mich und ich Buche für den anderen Tag eine Tour in den Amazonas. Wie schon oft ist die Werbung für die Tour besser als das Ergebnis. Das beste war die Wanderung im Dschungel durch Knietiefen Matsch. Es hat mich daran erinnert, wie wir als Kinder im Hasliberg im Matsch gespielt und dabei einen Gummistiefel verloren haben. Ganz so schlimm ist es hier nicht, aber man  muss die Stiefel schon gut mit den Zehen festhalten. Die Krönung war das baden unter dem Wasserfall. Zurück in Banos gab es noch eine leckere Pizza und danach hab ich geschlafen wie ein Baby, nach diesem Tag. 

 

Banos - Cuenca 15.01. - 20.01.2016
Es gibt 2 Strassen von Banos nach Riobama. Die neue Routa 35 oder die Alte Strasse, die bei einem Vulkanausbruch beschädigt wurde. Die Hotelbesitzerin empfiehlt mir die alte Strasse zu nehmen, weil weniger Verkehr und erst noch kürzer. Das überlege ich mir nicht zwei mal und mache mich auf den Weg zur alten Strasse. Der erste Abschnitt ist keine befestigte Strasse und so schiebe ich Oski den Berg hoch. Doch nach 3 Kurven stehe ich auf Asphalt und freue mich darüber wie ein Kind. Doch es ist wie bei Weihnachtsgeschenken, nach 2 min verliert man seine Freude daran und legt das Spielzeug wieder auf die Seite. So war den die Strasse nur kurz geteert um dann in eine wilde Piste zu wechseln. Da wo der Wind den Sand abgelegt hat, habe ich nicht mal ansatzweise eine Chance zu fahren. So schiebe ich Oski ein gutes Stück und hoffe auf eine Mitfahrgelegenheit. Die ersten zwei Autos fahren an mir vorbei und deuten mein Armwinken als Gruss. Damit das nicht noch einmal passiert laufe ich mitten auf dem Weg. Diesmal mit Erfolg, das Auto hält und nimmt mich und Oski anstandslos mit. Ich muss für mich lachen, den nach ca. 1km sind wir auf  der geeterten Strasse nach Riobamba. Na wenn ich das gewusst hätte, wäre ich weiter gelaufen. Aber wie sagt man so schön, im Nachhinein ist man immer schlauer. Am Abend sehe ich dann endlich den Chimborazo wie er über der Stadt trohnt. Leider habe ich keine Kamera dabei und so hoffe ich das sich der Berg morgen noch einmal von seiner schönen Seite zeigt. Stadtauswärts ist er schon von weitem zu sehen und das ganz ohne Wolken. Ich freue mich sehr über den Anblick und so hat sich die stramplerei der letzten Tage gelohnt. Für die nächsten Tage fahre ich auf einem Hochplato in Richtung Cuenca. Die Landschaft errinnert mich sehr an den Jura in der Schweiz. Die neu sanierte Bahnstrecke zur Teufelsnase  ist die Touristenattraktion schlecht hin. Die Dörfer Guamote und Alausi leben nur vom Tourismus. In Alausi ist am Sonntag Markt und so schlendere ich durch die farbenfrohen Gassen und Marktstände. Ausser ein paar Früchten brauche ich nichts, den meine Packtaschen sind sonst schon prall gefühlt. Am Montag morgen mache ich mich bei Sonnenschein auf den Weg, doch schon bald hüllt mich der Nebel in sein undurchdringliches Gewand. In Chunchi sattle ich dann auf den Bus bis nach Cuenca. Die Stadt entpuppt sich als ein kleines Juwel und auf der Stadtrundfahrt besichtige ich die Fabrikationstädte des Panamahutes. Der hier seinen Ursprung hat und nur fälschlicherweise den Namen Panamahut trägt.
Ich habe längst nicht alles gesehen von Ecuador und trotzdem besteige ich heute den Bus in Richtung Peru. In einem Monat muss ich in Cusco sein und wer die Topographie und die grösse des Landes studiert hat, der weiss das wird eine sportliche Herausforderung.