Portobello - Cartagena 30.10. - 05.11.2015

Das Warten hat endlich ein Ende und am 30.10.15 besteigen 16 Passagiere und ich das Segelboot Wild Card. Mit an Board sind auch zwei Motorraeder die bereits am Nachmittag auf das Schiff gebracht wurden und Oski. Er darf gemeinsam mit mir zum Boot rueber fahren. Zum Abschied oder als Auftrakt unserer Reise beginnt es in stroemen zu regnen und Passagiere und Gepaeck sind tropf nass als wir das Boot besteigen. Nachdem die Betten verteilt sind und alles Gepaeck verstaut ist, geht es los in Richtung San Blas Inseln.  Die Stimmung an Deck ist ausgelassen und wir freue uns alle auf die Ueberfahrt. Leider ist die Freude von kurzer dauer, den es geht nicht lange und die erste Person eroeffnet das Fischbuffet an der Reeling. Ich kriege gerade noch die Kurve und kann dank Reisepillen alles bei mir behalten, aber richtig wohl ist mir auch nicht. Mir stellt sich die Frage, wieso will jemand mit dem Boot fahren wenn er bequem mit dem Flugzeug fliegen koennte? ich weiss es nicht den ich sitze ja auf dem Boot fuer die naechste 5 Tage. Irgendwann in der Nacht und der zweiten Pille schaffe ich es, mich in mein Bett zu legen und im Takt der Wellen zu schlafen. Ich wache auf als es still wird und das Boot voellig ruhig in einer Bucht liegt. Welcome in Paradise heisst es an Deck, wir sind mitten der 365 San Blas Inseln angekommen. Das Wasser ist kristall klar und man kann den Meeresgrund sehen. Nach dem Fruehstueck geht es ab ins Wasser. Nach einem erfrischenden Bad ist die letzte Nacht vergessen und wir verbringen den Tag mit Schnorcheln in den nahen Korallenriffen. Diese Nacht bleiben wir in der Bucht vor Anker und alle schlafen den Schlaf der gerechten. Am zweiten Tag geht es weiter zu einer anderen Insel und auch da ist wieder Schnorcheln und einfach nichts tun angesagt. Der dritten Tag ist dann auch der schoenste fuer mich. Das Korallenriff ist wunderschoen und ich sehe nicht nur Regenbogenfische sondern auch eine Stachel Roche. Ich uebelege mir sogar vielleicht doch noch mit Tauchen anzufangen, vielleicht auf einer naechste Reise. Am Abend stechen wir wieder in See und diesmal geht es uebers offene Meer nach Cartagena. Vorsorglich nehme ich meine letzte Pille und lege mich gleich nach dem eindunkeln ins Bett. Ich kann erstaunlich gut schlafen und bin ueberrascht als ich erfahre,  dass wir bereits die haelfte der Stecke zurueck gelegt haben. Wir setzen die Segel und fliegen mit ueber 9 Koten uebers Meer. Bei dieser Geschwindigkeit ist das Boot ganz stabil und keine Welle ist mehr zu spuehren. Mich freuts und wir erreichen Cartagena in Rekordzeit von 27 Stunden. Normalerweise benoetigt das Schiff 36 bis 44 Stunden. Wir feiern diese Ereignis mit Pinacolada und verbringen unsere letzte Nacht an Board im Hafen von Cartagena. Um 10.30 duerfen wir endlich an Land. Diesmal werden zuerst die Passagiere und alles Gepaeck an Land gebracht und am Schluss folgen die Motorraeder und Oski. Ich bin ganz froh, dass er ausser einer rostigen Kette die Ueberfahrt unbeschadet ueberstanden hat. Ich allerdings schwanke mit dem Gepaeck und Oski Richtung Stadt und Hostal wo wir die naechsten Tage verbringen werden. Wieder festen Boden unter den Fuessen zu haben, ist genau so komisch wie am Anfang der Reise das Wellental im Meer. ich brauche 3 Tage bis ich mich wieder sicher fuehle und mit festen Schritten durch die schoene Altstadt von Cartagena schlendere. 

 

Cartagena 05.11. - 09.11.2015

Ich bleibe die nächsten Tage noch hier, da ich auf ein Packet aus der Schweiz warte. Gemäss Post dauert es 5 -10 Tage bis zur Enddestination. Da sieht man mal wieder wie Theorie und Praxis auseinander klaffen. Die ersten 2 Tage bin ich noch mit Mike unterwegs. Er war mit mir auf dem Boot und sein flieger nach Hause geht erst am Samstag. Es ist schön etwas Gesellschaft zu haben. Ich nutze die restliche Zeit hier um mich mit Ursula Schläppi zu treffen. Sie kommt Ursprünglich von Guttannen und ihr immer noch starke Akzent löst bei mir Heimweh aus. Sie wohnt und arbeitet seit 5 Jahren hier in Cartagena. Sie wird mir das Packet, wenn es den überhaupt ankommt nachsenden nach Bogota. Oski steht geputzt und wieder geölt in den Startlöchern und kann es kaum abwarten bis wir morgen los fahren.

 

Cartagena - Arjona 10.11.2015

Ich habe das Gefühl überhaupt nicht geschlafen zu haben, da die ganze Nacht wieder die Musik aus dem Lautsprecher gedröhnt hat. Nichts desto trotz stehe ich um 6h auf und mache mich fertig für meine erste Etappe in Kolumbien. Der Start gelingt dann nur mittelmässig. Schon am Morgen muss ich längere Zeit die Toilette  besetzen nachdem ich ein Joghurt gegessen habe. Ich denke mir nichts dabei, denn Durchfall hatte ich ja schon öfters und so stosse ich Oski in Gegenfahrtrichtung zu meinem Abzweiger der mich nach Arjona bringt. Der Verkehr in den frühen Morgenstunden ist sehr heftig. Es gibt keine Verkehrsregeln, jeder ob Auto, Bus oder Motorrad fährt links und rechts an mir vorbei. Wenn es hoch kommt dann sind da auch noch all die Fussgänger irgendwo dazwischen. Das war die bis jetzt chaotischste Ausfahrt seit Beginn meiner Reise. Ich passe mich dem Verkehrschaos an und schaffe es in kurzer Zeit raus aus dem getümmel. Die Leute sind freundlich, winken mir zu oder wollen mit mir reden. Da ich mich aber auf die Strasse konzentrieren muss, sind meine Antworten auf die Fragen eher einsilbig. Der erste kleine Berg steht an und ich merke sofort das ich absolut keine Kraft in den Beinen habe. So steige ich ab und stosse Oski neben mir her. Alle 5 min muss ich eine Rast machen und dabei überlege ich, wie lange ich wohl für die 34km von heute brauchen werde. Aber es nützt nichts und ich schleppe mich zum nächsten Schattenplatz. Gerade als ich mich dazu entschlossen habe ein Bus oder Taxi anzuhalten, hat sich mein Magen dazu entschlossen mir das gestrige Essen noch einmal durch den Kopf zu lassen. Ich gebe meinen Plan wieder auf und setzte mich wieder in den Schatten. Ein Kolumbianer setzt sich neben mich und schaut mich an. Nach ein paar Minuten sagt er ich hätte eine Markzistische Nase ob ich aus Deutschland sei. Nein, aber nur knapp daneben. Ich erkläre ihm ich sei aus der Schweiz. Wieder kurzes Schweigen und dann sagt er, die Hauptstadt der Schweiz ist Bern oder? Ich bin sehr erstaunt über sein Geografisches Wissen. Er reicht mir noch die Hand, wünscht mir noch gute Besserung und macht sich wieder zu Fuss auf seinen Weg in Richtung Cartagena. Ich habe daraus gelernt, arm zu sein bedeutet nicht ungebildet zu sein. Mein Magen hat sich soweit wieder beruhigt das ich trotz anfänglichen Schwierigkeiten mein heutiges  Ziel erreicht habe.

 

Arjona - San Onofre 11.11.2015
Nach dem sich meine Darm umd Magennerven wieder beruhigt haben mache ich mich auf zu meiner zweiten Etappe. Ich komme gut voran bis ich an eine Strassensperre fahre die von Kindern aufgestellt wurde. Ich frage was das soll und sie wollen Geld von mir. Keine Chance ich bleibe hart und sie lassen mich passieren. Dann etwas später wieder, diesmal sitzen die Mütter im Schatten und schauen dem treiben zu. Wieder die gleiche Frage und die gleiche Antwort. Diesmal waren die Kinder verkleidet und einer hatte einen Dolch im Magen. Erst jetzt hab ich geschnallt das es Karnevalsbeginn ist und das hier so eine Art Ritual ist. Je grösser das Dorf je mehr sperren. Ich bremse am Schluss gar nicht mehr, schütle nur den Kopf und schon kann ich ungehindert passieren. Etwas später fährt ein Motorrad neben mir hier und fragt mich woher ich komme und wohin ich gehe. Nachdem er jede Frage 2 mal wieder holen muss bis ich etwas verstehe, sage ich im das mein Spanisch nicht sehr gut ist und ich deshalb nicht alles verstehe. Die nächste Frage ist etwas komisch und ich gebe keine Antwort darauf. Bei seiner nächsten Frage weiss ich dann das mein Spanisch besser ist als mir lieb ist. Er wollte nämlich wissen was ich unter meinen Fahrradhosen trage. Ich halte es aber wie die Schotten und bleibe ihm die Antwort schuldig. Er hin gegen zeigt mir sein bestes Stück und als ich nicht beglückt von meinem Fahd gesprungen bin, sondern danken abgelehnt habe, hat er endlich das weite gesucht. So viel zum Auftakt der Fasnacht und der Gastfeundschaft der Kolumbianer.

 

San Onofre - Barrancabermeja 12.11. - 17.11.2015

Als ich auf der heutigen Etappe Oski den Hügel hoch gestossen habe, habe ich mich gefragt wie ich je über die Anden kommen soll. Doch bis dahin ist ja noch etwas Zeit. Ich stärke mich im ersten Restaurant in Sincelejo, den hungrig schaff ich die letzten 20km nicht mehr. Nach den Essen treffe ich John, er ist Mitglied in einem Fahrradclub und er führt mich durch den Strassenjungel von Sincelejo.  Ich habe noch nie so viele Motorräder gesehen die sich gleichzeitig durch eine Stadt wälzen. Ich fahre hinter John her und versuche mit ihm schritt zu halten. Plötzlich merke ich das alle Motorräder hinter mir her fahren und mich nicht willkürlich überholen. Sie haben gemerkt das John mich lots und so komme ich unbehindert ans andere Ende der Stadt. Ab hier führt mich ein Fahrradweg direkt nach Corozal.  Ab hier wird es ländlich und ich bin ganz alleine unterwegs in dieser schönen Landschaft. Nach einer kurzen Etappe am Vortag,  steht heute wieder eine lange vor der Türe. Es geht von San Pedro nach Mompòs. Bis nach Manague ist alles bestens und meine Gedanken kreisen bereits um den Ruhetag der Morgen ansteht. Die Stadt selber ist wieder eine Herausforderung,  doch so langsam gewöhne ich mich an das Kolumbianische Temperament. Ich erfrage mir den Weg zur Fähre die mich über den Rio Magdalena nach La Bodega führt. Ich bin die erste Passagierin und ich staune nicht schlecht als sich eine Stunde später das Boot fühlt und ein Lastwagen nach dem anderen auf die metallene Plattform fährt. Überpünktlich, nämlich 30 vor Fahrplan, beginnt unsere Überfahrt nach La Bodega. Da ist die Strasse nach Mompòs  zunächst eine Wellblechschotterstrasse und ich mach das nicht so gern. Aber mich fragt heute wieder mal niemand den die nächsten 30km sind Schotterstrasse und ich schlucke so viel Staub von den vorbeifahrenden Autos und Lastwagen, das ich schon fast Angst habe am Ende des Tages eine Staublunge zu haben. Ich bin so genervt von den allem, das ich nicht vom Fleck komme. Mein  Allerwerteste Schmerzt und heute scheint einfach nicht mein Tag zu sein. Um meinen Tag noch zu vervollständigen fange ich mir noch einen platten Hinterreifen ein. Ich fahre so lange noch etwas Luft drinn habe und erreiche Mompòs kurz bevor es eindunkelt. So jetzt ist bei mir und meinem Reifen die letzte Luft raus und ich freue mich nur noch auf einen Fahrrad freien Tag.  Ausschlafen,  ausgiebig Frühstücken und dann noch einen kleinen Stadtrundgang, ein richtig gemütlicher Ruhetag. Nach dem Rundgang ist es mir wieder zu heiss und ich fange an Oskis Hinterrad zu flicken. Da ich das mit dem Flicken schon so gut im Griff habe, mache ich es gleich zwei mal. Den mein geflickter Reifen vom vor Tag ist alles andere als dicht und die ganze Luft ist wieder raus. Die Strasse die aus der Stadt führt ist mehr schlecht als recht und ich bin froh das mein neu geflickter Reifen die Prüfung besteht. Mir fällt auf, je ärmer die Dörfer, je besser die Strasse. Kommt das daher, dass die Leute sich keine Autos leisten könnnen und deshalb  die Strasse schön bleibt? Wohl eher nicht. Ich suche vergebens nach einem Strassenschild das mir den Weg nach El Banco weisst. Ich frage eine Mopedfahrerin und sie erklärt mir den Weg. Bei jeder Abzweigung wartet sie jedoch auf mich und lots mich durch die Strassen. Bei der Polizeistation von Guamal trennen sich unsere Wege wieder. Ich stehe vor einem grossen Schlammloch und sehe keinen Weg wie ich da durch kommen kann ohne bis zu den Knien im Schlamm zu versinken. Der Polizist sagt mit einer Handbewegung auf einen Nebenstrasse auszuweichen. Ich bin mir zwar nicht so sicher ob das eine gute Idee ist, aber immer noch besser als eine Schlammschlacht. Ich erreiche zeitig El Banco und so habe ich nach einer ausgiebigen Dusche noch Zeit mich nach de Boot zu erkundigen das mich auf dem Rio Magdalena nach Barrancabermeja fährt. Die Leute im Hotel sind keine grosse Hilfe, so gehe ich direkt zum Bootsanleger. Das Boot fährt um 8h in der Früh los und braucht 6 Stunden für die ganze Strecke. Mit dem Fahrrad bräuchte ich 6 Tage. Ich entschliesse mich für die kürzere Variante. Ich verlasse pünktlich das Hotel und auf meinem Weg zum Boot, kommt mir in den Sinn was ich im Zimmer vergessen habe, meine Glücksveste. Ich eile zurück und frage noch einmal nach dem Schlüssel. Doch wieso auch immer kann ich die Türe nicht öffnen, den das Türschloss hat soeben den Geist aufgegeben. Mit etwas gewalt bringen wir die Türe auf und ich schaffe es noch rechtzeitig zum Hafen. Dort besteige ich mit ca. 20 anderen Personen ein kleines Wassertaxi. Oski und das ganze Gepäck wird auf dem Dach verstaut und los geht die Fahrt. Nach 1 1/2 Stunden erreichen wir die erste Haltestelle. Bis dahin läuft alles wie geschmiert. Kurz nach dem wir wieder auf dem Fluss sind kommt Panik auf und wir ziehen uns die Schwimmvesten an, der Motor hat ein Problem und bei der starken Ströhmung ist das nicht ganz ungefährlich. Wir schaffen es bis zur zweiten Haltestelle und da müssen wir alles aussteigen. Der Motor wieder geflickt und wir können unsere Reise fortsetzen. In der zwischen Zeit sind schon 4 Stunden vergangen und wir sind immer noch weit von unserem Ziel entfernt. Ich unterhalte mich mit der 4 jährigen Tochter des Schiffskapitäns. Sie möchte wissen woher ich komme, doch mit dem Wort Schweiz kann sie auch nach dem 10mal Fragen nichts anfangen. So zeige ich ihr auf der Rückenlehne ihres Stuhles wo die Schweiz liegt und wo Kolumbien. Ah, jetzt wird alles klarer und die Fragestunde geht in die nächste Runde. Bei der nächsten Haltestelle wird aufgetankt und schon geht es weiter. Doch leider hat jemand vergessen das Ruder wieder im Motor einzubauen und so nimmt unsere weiterreise wieder ein jähes Ende. Unser Käpitän wird wirklich gefordert und mit Hilfe eines anderen Bootes kann er den Schaden relativ schnell beheben. So kommen wir anstatt in 6 erst nach 8 Stunden an.  

 

Bucaramamga 19.11. - 20.11.15
ich dachte eigentlich das ich nach über 7000km eingefahren sei, doch die bergigen Strecken hier in Kolumbien sagen mir etwas anderes. Bei der Abfahrt nach Giron sehe ich mein heutiges Ziel auf der anderen Seite des Canyons. Bucaramanga erstrahlt im Sonnenlicht und ich weiss spätestens jetzt,  auf der anderen Seite geht es wieder bergauf. Der Verkehr in die Stadt ist sehr heftig und so beschließe ich Oski auf dem Trottoir zu stossen. Eigentlich wollte ich zwei Tage hier bleiben, doch die Stadt hat absolut nichts schönes oder  nichts sehenswertes zu bieten und so beschränke ich den Besuch auf einen Ruhetag. Ich hatte eigentlich einen Platz zum Schlafen bei Warmshower gefunden,  leider ist die Quelle beim Haus von Diego ausgetrocknet und so muss er selber bei Freunden in der Stadt schlafen. Wir verabreden uns dann auf ein gemeinsames Mittagessen in dem Restaurant wo er arbeitet. Er hat im hinterenteil des Restauranzs eine kleine Bäckerei und backt da auf kleinstem Raum wunderbares Schoggibrot. Wir sprechen über meine kommenden Tage und meine Tour nach Bogota. Meine ursprüngliche Route wird über den haufen geworfen und ich zeichne meine neue Route ein auf der Karte. Ich fahre neu auf einer Route ohne den nervigen Strassenverkehr, dafür mit ganz viel schöner Natur. Vielen Dank an Diego der mir diesen Typ gegeben hat.

 

Etappe Bucaramanga - Zapatoca 21.11. - 23.11.15
Ich bin in der frühe gestartet über Floridablanca nach Acapulco.  Den Weg muss ich erfragen, den Strassenschilder haben in Kolumbien noch keinen einzug gehalten. Ich bin froh endlich vom starken Morgenverkehr weg zu sein und fahre gemütlich in Richtung Berge. Dabei werde ich abwechslungsweise von zwei fahrradfahrern  ein Stück begleitet.  In Acapulco  plündere ich erst mal die bäckerei und nach der Stärkung geht es weiter.  Auch hier ist es nicht einfach den Weg zu finden, hier fehlen nicht nur die Strassenschilder., hier fehlt auch der Strassenbelag und ich fahre auf einer Erdstrasse in Richtung Zapatocca. Doch bis auf ein paar Schlammlöcher komme ich gut voran, doch das beste ist, es geht alles berg ab. Die Lanschaft ist wunderschön und so machen Oski und ich immer wieder einen kurzen Halt um all das zu geniessen. Die geteerte Strasse hat uns wieder und wir fahren in hohem Tempo runter in den Canyon wo wir diese Nacht verbringen werden.  Die wärme im Zelt treibt mich am nächsten Morgen zeitig raus und so bin ich schon vor 7 uhr startklar. Die Etappe ist nur 23km lang, aber wie sich herausstellt schiebe ich Oski die ersten 14km den Berg hoch.  Eine gute Gelegenheit  meine neu gekauften Schuhe einzulaufen.  Das positive an der Schinderei ist, je höher ich komme, je kühler werden die Temperaturen . Irgendwann hab ich es geschafft und der Berg ist bezwungen und die Strasse neigt sich endlich in einen für mich positiven Winkel, nämlich Berg ab. Es folgen nur noch kurze Anstiege und schon bin ich in Zapatocca wo ich bereits erwartet werde. Ich darf die nächsten zwei Tage bei Armando und seiner Familie übernachten

 

Zapatoca nach Barichara 24.11. - 25.11.2015
Seit zwei Tagen bin ich nicht mehr alleine unterwegs, meine neue Reisegefährtin heisst Paula und kommt aus Deutschland. Wir fahren beide sicher nach Bogota und danach sehen wir weiter. Die Route die wir wählen führt definitiv nicht der geteerten Strasse nach, sonder auf anraten eines Freundes, auf kleinen Nebenstrassen ohne Verkehr. Was ja eigentlich super ist, doch unser erster Tag verläuft nicht ganz nach unserem Geschmack. Wir kommen flott voran und erfreuen uns an der schönen Landschaft und dann so gegen 9.50 fängt das Theater an. Gott hat um diese Zeit die Arschkarten für den heutigen Tag verteilt und ich habe gleich 3 Karten mit Bonus gezogen. Zuerst einen Platten am Vorderrad. Kein Thema, der Reifen ist schnell geflickt und schon geht es weiter. Danach machen wir bei einer Finka  halt, denn wir sollen hier Grüsse ausrichten aus Zapatoka. Die Einladung zum Mittagessen nehmen wir danken an, den unser heutiges Etappenziel ist ja nur 12km von hier entfernt. Der Hausheer möchte uns noch einen Aussichtspunkt nahe der Finka zeigen und als wir bei den Rädern vorbei laufen, sehe ich, mein Hinterreifen ist platt. Ja da kommt Freude auf, denke ich mir. Kein Problem, ich hab ja noch einen ganzen Schlauch im Gepäck und dann flicke ich die beiden Schläuche heute Abend im Hotel. Paula möchte mir Helfen und so repariert sie den Schlauch in der Zeit wo ich den anderen wechsle. Rad wieder rein und dann wird das Verbindungskabel zur Gangschaltung wieder angeschraubt. Ja aber wieso passt das Teil auf einmal nicht mehr? Also alles wieder raus und noch einmal das Rad einsetzen. Ach jetzt passt es ja, nur ich kann die Gänge nicht schalten. So langsam reisst mir der Geduldsfaden und ich werde leicht säuerlich mit Oski. Was soll den das, eifersüchtig weil wir nicht mehr nur zu zweit unterwegs sind? Ich probiere und probiere und es will einfach nicht klappen. Ich gebs auf und lass Oski stehen, so wie er ist, den in der zwischen Zeit ist das Mittagessen ja fertig. Anstatt gemütlich ein Mittagsschläfchen zu halten, mach ich mich wieder auf, um Oski start klar zu kriegen. Na also, geht doch, nach gefühlten 3 Stunden Bastelei. Wir verabschieden uns und fahren weiter ins nächste Dorf. Alles gut bis jetzt, eine Abzweigung weiter zickt Oski schon wieder. Ich bremse noch einmal und dann gibt es einen lauten Knall. Tja diesen Schlauch brauch ich nicht mehr zu flicken, den der ist geplatzt. Jetzt ist der Zapfen ab und ich bin drauf und dran alles hinzuschmeissen. Zum Glück hat Paula den jetzt letzem Schlauch schon geflickt und wir bauen den wieder ins Hinterrad. Mein Vertrauen an Reifen und Schlauch sind für heute dahin und ich stosse Oski die meiste Zeit bis nach Galán. Am nächsten Morgen steh ich auf und ich bin ganz Glücklich als ich sehe das Oski noch Luft hat. Meine keine Unterhaltung unter vier Augen hat wohl seine Wirkung gezeigt. Wir schliessen wieder frieden und machen uns  nach dem Frühstück auf den Weg. Auch diese Etappe ist nur 23km lang, aber mit 1000 Höhenmetern brauchen wir etwas länger, als die Zeit, die uns das GPS angibt.  Zuerst geht es runter zum Fluss, über die Brücke und dann 4 Stunden den Berg hoch. Der erste Teil der Strecke ist mir zu steil um zu fahren, so stosse ich Oski wieder den Berg hoch. Danach wird es flacher und ich kann wieder mit Paula Schritt halten. Endlich kommen wir wieder auf eine Teerstrasse und jetzt bin ich wieder auf gewohnten Terain. Zügig geht es den Berg hoch nach Barichara. Ein hübsches kleines Dorf mit einer schönen Kirche und einem grossen Park im Dorf. Ein ausgibiges Mittagessen und einen leckeren Kaffee runden diesen Aufstieg ab. Diese Nacht schlafen wir bei einer Freundin von Diego, etwas ausserhalb von Barichara. Eine kleine Finka mit einem grossen überwucherten Garten, genau Richtig um den Abend und diese zwei Etappen ausklingen zu lassen. 

 

Barichara - San Gil 26.11.2015
Heute dürfen wir mal ausschlafen den heute geht es nur bis San Gil. Es ist schon ein Running Gag unter uns...... " Die Heutige Etappe ist ganz kurz......". Es geht 2 km den Berg hoch und danach 20 km den Berg runter. So weit so gut. Es klappt alles und wir brauchen wirklich nur 1 1/2 Stunden und dann sind wir da. Ich decke mich noch mit Reserven Schläuchen ein, den man weiss ja nie. Die nächsten Tage geht es wieder über Stock und Stein. Auf dem Markt haben wir noch tüchtig eingekauft und dann geht es in Richtung heutigen Schlafplatz. Wieder dürfen wir bei einer Freundin von Diego übernachten, diesmal etwas ausserhalb von San Gil. Die Sonne brennt und die Steigung übersteigt wieder einmal meine Muskelkraft. Also schiebe ich wieder, das hab ich auch schon recht gut im Griff. Wir fahren immer weiter den Berg hoch und irgendwie kommt da einfach unsere heutige Abzweigung nicht in Sicht. Da hilft nur noch Fragen und hoffen das jemand die Adresse kennt. Die ersten zwei Personen sind uns keine Hilfe, doch so schnell geben wir nicht auf. Den wir haben Photos gesehen von der Finka und die waren sehr schön und deshalb wollen wir jetzt auch dahin. Endlich naht Rettung und der schickt uns wieder den Berg runter in die Richtung von wo wir kamen. Wir beissen in den Sauren Apfel und fahren wieder den Berg runter.  Dann kommt die Abzweigung, die Holzbrücke und das Hotel das wir passieren müssen. Zwei Jungs warten auf uns und bringen uns zu unserer gesuchten Finka. Ich schicke wieder Paula voraus, erstens spricht sie Spanisch und zweitens hat sie ja schon mit der Schlummermutter gesprochen. Leider wieder falsch und jetzt hilft nur noch anrufen und nach dem Weg fragen. Ja so falsch sind wir nicht, wir müssen einfach noch einmal ca. 700m die Strasse hoch. Selbst für Paula wird es jetzt zu steil und auch sie muss ihr Fahrrad schieben. Wir scherzen wieder mit unserer Kurzen Tour von Heute und sind fix und foxi als wir endlich die richtige Finka sehen. Zuerst begrüssen uns die Hunde und die Katze und dann kommt auch die Schlummermutter hinter her.  Ihr Name ist Esperanza,  was Hoffnung bedeutet. Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben und haben sie Schluss endlich auch gefunden. 

 

San Gil -Duitama 27.11. - 01.12.2015
Gut erholt starten wir in Richtung Charala. Die Etappe führt dem Fluss entlang und wird für einmal wirklich eine lockere Tour. In 4 Stunden sind wir am Ziel und es bleibt noch viel Zeit um den Nachmittag zu geniessen. Ab Charala wird es dann richtig bergig und die flachen Partien sind für die nächsten Tage geschichte. Wir kämpfen uns langsam den Berg hoch sind aber immer loch guten muttes das die Strasse irgendwann etwas besser wird. Dann haben wir die Wahl über Belen oder Encino nach Duitama zu fahren. Zuerst fahren wir in Richtung Belen, doch schon nach ein paar Metern verwandelt sich die Strasse in ein getrocknetes Flussbett. Für mich ist klar, hier kann ich mit all meinem Gepäck nicht weiter und wir drehen um. Die andere Richtung nach Encino sieht am Anfang etwas besser aus. Doch auch hier schiebe ich mehr als das ich fahre. Am Nachmittag kommen wir im Dorf an und hier stillen wir zuerst unseren Hunger. Danach wollten wir eigentlich noch weiter fahren, da ein Gewitter aufzieht, verzichten wir darauf. Denn die Strassen hier verwandeln sich bei Regen zu einer matschig schlammig brauenen Sauce. Von der Terrasse der Hospedaje aus sehen wir dem Gewitter entspannt zu. Am nächsten Morgen lacht wieder die Sonne und wir fahren um 7 Uhr in der frühe los. Hier auf  2300m ist die Temperatur angenehm frisch und für die ersten üaar Meter runter zum Fluss wird es fast frostig. Auf der Karte haben wir gesehen das es Steigungen von 16.7% auf der Strecke gibt. Nach dem ersten Kilometern läuft uns der Schweiss schon wieder in die Augen und wir müssen wegen eines Platten Reifen schon eine Zwangspause einlegen. Das kann ja jeiter werden wenn das schon do angängt.  Der zweite Platten lässt dann auch nicht lang auf sich warten. Danach geht es für mich nur noch schiebend den Berg hoch und ich kämpfe mich Meter im Meter weiter. Eigentlich wollten wir heute  30 km schaffen doch bei 18 km und 7  Stinden später geben wir auf. Wir fragen bei einem Haus ob wir vielleicht hier Zelten dürfen, doch sie schickt uns weiter zum nächsten Restaurant das nur 20 min von hier entfernt ist. Sie will dann noch wissen woher wir kommen und wie immer sagen wir unseren Spruch auf. Die schaut etwas komisch und fragt ob die Schweiz den noch in Kolumbien liegt? Wir schütteln den Kopf und weiter gehts. Die Strecke ist etwas flacher und so brauchen wir nicht länger als 30 min bis wir im Restaurant  oder so ähnlich ankommen. Leider dürfen wir hier auch nicht bleiben, werden aber an die Schule weiter verwiesen. Wir fragen nach und dann heisst es wir dürfen vor dem Schulgelände zelten. Das wollen wir aber nicht, da wieder ein Gewitter aufzieht. Beim zweiten Anlauf klappt es dann und wir dürfen doch unser Zelt unter dem Dach der Schule aufstellen. Die Entscheidung das wir das nächste Auto anhalten um uns nach Duitama zu fahren ist schon längst gefallen,  doch da wir aber  nicht auf der A1 zwischen Zürich und Bern sitzen fährt das nächste Auto erst am Montag morgen zwischen 5 und 5.30 hier vorbei. Geduldig warten wir auf der Strasse und um 6h in der früh kommt dann auch unsere Mitfahrgelegenheit. Wir brauchen alle Überredungskünste damit er uns mit nimmt, doch am Schluss werden die Fahrräder und die Satteltaschen aufs Dach gebunden und wir quetschen uns hinten auf die Ladefläche. Dann gehtces stettig berg auf bis auf 3800m. Da wir ja nicht selber fahren müssen geniessen wir die schöne Landschaft und insgeheim sind wir sehr Glücklich das wir um Auto sitzen. Wir hättenxsicher noch eunmal 2 Tage gebraucht  bis über diesen Pass. Wieder ein kurzer Halt und hier steigen wir aus, da wir die Abfahrt geniessen wollen. Was wir da noch nicht gewusst haben, ist, das die Strasse nur ca. 3 km geteert ist und der R3dt der Strasse eine Schlammschlacht. Die Strecke wird zur Zeit gebaut und wegen den schweren Lastwagen die hin und her fahren wird es eher schwierig einen Weg durch die tiefen Furchen zu finden.  Langsam und konzentriert fahren wir die 1000 Höhenmeter Richtung Tal. Kurz vor Duitama werden wir von einem Fahrradfahrer abgeholt und er führt uns direkt zu unserem Schlafplatz. Die nächsten zwei Tage dürfen wir wieder bei einer Familie Übernachten. Heute hat Oski seinen Wellnesstag und er wir wieder einmal rund um gepflegt. Die letzten Tage waren für uns beide anstrengend und wir geniessen den Ruhetag in vollen zügen. Wir hatten in 5 Tagen 7 Platten und einen Sturz mit blauen Flecken....  Morgen geht die Reise weiter und diesmal hoffentlich ohne weitere Zwischenfällen.
Duitama - Guatavita 02.12. - 06.12.2015
Oski ist wieder fit und auch ich habe mich wieder von meinem Sturz erholt und so fahren wir los in Richtung der Laguna Tota. Auf geteerter Strasse kommen wir ohne Probleme vorwaerts und in nur 2 Tagen erreichen wir die Laguna und den beruehmten Strand la Playa Blanca. Hier auf 3015m ist es eisig kalt und ausser dem kleinen Finger beruehrt kein Koerperteil dieses Eisige Wasser. Paula wollte eigentlich mal baden gehen, doch auch sie schafft es nicht, sich aus den 7 waermenden Schichten Kleider zu schaellen. Wir fahren weiter nach Iza, den da gibt es heisse Quellen und ein Thermalbad das sich eher fuer ein Bad bei diese Temperaturen anbietet. Bis nach Tunja fahre ich noch gemeinsam mit Paula und danach trennen sich unsere Wege wieder. Sie moechte sich noch ein Dorf in der Naehe von Tunja anschauen und ich will so schnell wie moeglich nach Bogota. Wieder alleine Unterwegs kommen Oski und ich zuegig vorwaerts und wir naehern uns zuegig unserem naechsten Ziel der Laguna de Guatavita. Ein Kratersee in dem die Ureinwohner frueher Zeremonien fuer alle Moeglichen Anlaesse abgehalten haben. Leider sehe ich nichts von der Laguna, den ich muesste Oski am Eingang stehen lassen und das ist mir mit all meinem Gepaeck dann doch zu riskant. So bleibt nur noch eine rassante Abfahrt zurueck zur Hauptstrasse und dann ins Dorf Guadavita. Meine Anstrengungen werden mit einer Portion Erdbeeren, Meringues mit Doppelrahm und Schockolde belohnt. Die letzten Bergetappen haben an meinen Reserven gezehrt und deshalb habe ich die Kalorienbombe einfach nur genossen. 
Guatavita - Bogota 07.12. - 12.12.2015
Als ich heute aufgestanden bin und aus dem Fenster geschaut habe war alles dick im Nebel..... huch bin ich schon wieder zurueck in der Schweiz...... Doch nach dem Fruestueck war dann schon wieder heiter Sonnenschein und meinem Weg nach Bogota stand nichts mehr im Wege. Noch ein letzter Huegel und ploetzlich liegt die 11 Millionen Stadt vor meinen Fuessen. Fuer mich ist der Anblick einer so grossen Stadt faszinierend und auch etwas beaengstigend, denn ich fahre ja irgendwann mitten in den grossen Kuchen mit Sack und Pack. Eingangs Stadt wurde ich von Daniel angehalten, ein Motoradfahrer der hier in Bogota wohnt und er hat mich sicher durch den Grossstadtverkehr zu meiner Jugendherberge gelotst. Den ersten Tag lag ich dann flach im Bett und hab ausser der Zimmerdecke des Hostales nicht viel von der Stadt gesehen. Dabei wollte ich mein 1 jaehriges Reisejubilaeum feiern. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben und als ich endlich wieder fit war, hab ich das Ereignis mit einer Berner Bratwurst und Kartoffelsalat nachtraeglich gefeiert. Die Altstadt von Bogota hat einiges an Geschichte und Kulturellem zu bieten. Der Besuch des Goldmuseum ist pflichtprogramm. Alle Plaetze der Stadt sind auf Weihnachten getrimmt mit meterhohen Weihnachtsbaeumen mit abstracktem Weihnachtsschmuck, doch sonst errinnert nichts daran das es ja eigentlich Winter ist. Das Klima hier ist das ganze Jahr ueber gleich und die Temperaturen schwanken so zwischen 10 und 20 Grad. Ich freue mich ueber die kuehlen Temperaturen, den endlich macht es Sinn, dass ich meine warmen Kleider die letzten 12 Monate im Gepaeck mitgefuehrt habe. Die Bergetappen der letzten Tage haben an meinen Kraftreserven gezehrt und so verlaengere ich meinen Aufenthalt von geplanten 3 Tage auf eine ganze Woche um mich durch all die Regionalen Koestlichkeiten zu futtern. 
Bogota nach Bruselas 13.12. - 16.12.2015
Bogota ist unseren Schweizer Städten ja schon einiges voraus, denn jeden Sonntag werden grosse Teile der Stadt für den Autoverkehr gesperrt und nur für Fahrräder, Fussgänger und was sonst noch kreucht und fleucht freigegeben. Am Strassenrand werden Stände aufgebaut und es ist Kult da mitzumachen.  So sind wir dann via Ciclarouta ohne Verkehr und ganz gemütlich bis zum Busterminal gefahren. Wir wurden von einer Polizistin angehalten mit der Begründung "die Strasse ist für  motorisierte Fahrzeuge geperrt". Wir müssen lachen und erklären ihr das unsere Fahrräder definitiv keinen Motor haben. Sie schaut uns und unsere vollbepackten Räder komisch an und lässt uns weiterfahren. Paula ist auch wieder von der Partie, diesmal wahrscheinlich bis nach Ecuador. Aus Zeitgründen nehmen wir den Bus bis nach San Agustin. Ich, weil ich auf den Galapagosinseln arbeiten möchte und gesagt habe das ich Ende Jahr  eintreffe und Paula, weil ihr Visum in 15 Tagen abläuft. Der Bus führt uns vom bergigen Bogota wieder in die Ebene und zurück in die Hitze. Wenn ich so aus dem Fenster schaue bin ich froh im klimatisierten Bus zu sitzen. Nach 11 Stunden Busfahrt kommen wir endlich in San Agustin an. Ein kleines Touristisches Dorf mit einem interessanten Archeologischen Park. Hier verbringen wir 2 Tage und dann werden die Fahrräder wieder gesattelt und los gehts auf unseren letzten Etappen vor der Grenze. Unser Gastgeber gibt uns noch eine Abkürzung der heutigen Etappe an und die wollen wir uns dann mal anschauen. Ich bin ja eher skeptisch gegenüber Kolumbianischen Aussagen betreffen den Wegen, doch diesmal hab ich im unrecht getan. Die  Strasse ist gut angelegt und schlängelt sich um alle Hügel auf unserem Weg. Ein kleiner Aufstieg und dann sind wir schon fast im Dorf. Nach der einwöchigen Pause in Bogota war das der perfekte Einstieg für die nächsten Etappen. 

San Juan de Villabos - Ipiales 17.12. - 25.12.2015
Die letzten Tage in Kolumbien werden vom Berg auf und ab bestimmt. Auf dem Weg nach Mocoa werde ich auf Schweizerdeutsch angesprochen, mal was ganz anderes. Zwei Landsmänner auf Reisen mit dem Auto. Nachdem geklärt ist woher wir kommen und seit wann wir unterwegs sind, bekommen wir noch frisches Wasser und jeder geht wieder seinen Weg. Etwas später treffen wir noch einen Landmannn von Paula. Guido ist Lehrer an der Deutschen Schule in Bogota . Er offeriert uns leckere Schweizer Würstchen und Italienischen Käse mit selber gebackenem Brot. Frisch gestärkt geniessen wir danach die lange Abfahrt. Die Leute in Mocoa staunen nicht schlecht als wir sagen, wir fahren mit unseren bepackten Drahteseln rüber nach Sibundoy. Spätestens als die Teerstrasse aufhört und der Schotterweg anfängt wissen wir wieso die Leute so erstaunt waren. Wir kämpfen uns noch 2 km den Berg hoch und dann ist Ende Feuer. Wir warten eine Stunde auf einen Lastwagen der Platz für uns und all unser Gepäckt hat und dann brauchen wir geschlagene 5 Stunden für die Überquerung.  Die Strasse ist so eng, dass es nur unter komplizierten Manövern möglich ist, mit einem anderen Lastwagen zu kreuzen. Die Landschaft ist wunderschön, doch ehrlich gesagt, wir hätten für diese Strecke 5 Tage gebraucht. Der Fahrer will uns überreden bis nach Pasto mitzufahren, doch wir steigen in Sibundoy aus. Für diese Nacht haben wir einen Schlafplatz bei einer Einheimischen Familie arrangiert. Die Geschichten und Gespräche über die traditionelle Lebensweise ist sehr interessant. Irgendwie hab ich es mit meinen Reifen. Bei der Ausfahrt vom Dorf merke ich, dass der Reifenmantel vom Hinterrad aufgekratzt ist. Also wieder mal flicken und dann geht es weiter. Der Schaden ist zum Glück nicht so gross, den hier in der Pampa wäre es wieder schwierig einen Ersatz zu finden. Heute stehen über 1200 Höhenmeter auf dem Programm. Die wir nach 8 Stunden mit Bravur schaffen. Da wir wieder das Glück haben, einen Warm showerplatz zu ergattern, legen wir einen Ruhetag ein. Das Haus liegt etwas ausserhalb vom Dorf, dafür direkt am See. Um mich und meine steifen Glieder wieder warm zu bekommen mache ich einen Sparziergang ins Dorf. Dabei werde ich von 2 der 5 Hunde der Familie begleitet. Der Plan am Abend wieder per Auto nach Hause zu fahren geht leider nicht auf und so mache ich an meinem Fahrrad freien Tag die 18km zu Fuss. Ein kurzer Aufstieg und eine lange Abfahrt und schon sind wir in Pasto. Dort treffen wir auf Denise, bei der wir diese Nacht bleiben dürfen. Die Adresse zu finden wird relativ schwierig, den offiziell gibt es diese nicht auf den GPS Karten. Wir vereinbaren einen anderen Treffpunkt und laufen dann alle gemeinsam zu ihr nach Hause. Die Strasse wird irgendwann fast überhängend und ich kann Oski  fast nicht mehr den Berg hoch schieben. Dafür ist die Gegend tagsüber sicher und nett. Seit langem wieder einmal fahren wir auf der Panamericana Richtung Süden. Der Verkehr ist deftig, den jeder der kann will noch vor Weihnachten bei seiner Familie eintreffen. Die Abfahrt führt uns durch eine wunderschöne Canyonlandschaft. Kurz vor Pedegral überqueren wir eine von Soldaten bewachte Brücke. Anscheinend ein strategischer Angriffspunkt für mögliche Gerillagruppen. Was uns eher auffällt ist der Temperaturunterschied zu den letzten Tagen. Wir haben von 15,9 Grad schnell mal auf 29,3 Grad gewechselt. So schnell wird aus dem Winter wieder Sommer. Als kleines Weihnachtsgeschenk wurden wir auf dem Weg nach San Juan zu Kaffee und einem zweiten Frühstück eingeladen. Die Familie besitzt hier im Canyon ein Wochenendhaus und verbringt jetzt die Weihnachtsferien hier. San Juan ist wieder ein kleines verschlafenes Nest auf dem Weg zur ecuadorianischen Grenze.  Morgen geht es dann über die Grenze und so verlasse ich Kolumbien nach 1 1/2 Monaten wieder. 

Ich weiss nicht genau was ich mir unter Kolumbien vorgestellt habe, es ist aber definitiv nicht so kriminell und gefährlich wie es überall heisst. Ich habe auf meinem Weg nur nette und hilfsbereite Leute kennengelernt. Was nicht heisst, das man mit Blindem vertrauen durch das Land reisen kann. Mit etwas gesundem Menschenverstand und einem wachsamen Auge kann man hier die Ferien genießen.