Cuenca nach Santa 20.01. - 24.01.2016
Nach langem hin und her hab ich mich dazu entschlossen mit den Bus nach Trujillo in Peru zu fahren. Der Nachtbus ist um 22h los gefahren und brauchte wegen einer Panne 4 Std bis zur Grenze. Der Grenzposten in Piura war der unkomplizierteste den ich gesehen habe auf meiner Reise. Ein Gebäude, linke Reihe bedeutet Ausreise aus Ecuador und rechte Reihe ist dann Einreise nach Peru. So das wars und weil ich so nett mit meiner Zollbeamtin gequatscht habe, habe ich mein 6 monate Visum erhalten. So kann ich ganz entspannt durchs Land ziehen. Die ersten Eindrücke waren dann sehr ernüchternd. Die Wüste ist wie überall nicht gerade Menschen freundlich, doch am meisten hat mich der Abfahl am Strassenrand geschockt. Ich hab  schon viel gesehen und bin doch jedesmal sehr befremdet zu sehen in was für Umständen die Leute leben. Doch solange die Leute sich nicht ändern, wird sich an den Umständen nichts ändern. In Trujillo wohne ich in einem Hostal und Treffe auf Josh, ein Reiseradler der seit 7 Monaten unterwegs ist. Es gibt viel zu erzählen bevor er am nächsten Morgen aufbricht in Richtung Cusco. Eigentlich haben wir die gleiche Route, er ist einfach 3 mal schneller als ich. Mein nächster Halt ist Chao. Die Strasse geht mehr oder weniger der Küste nach und ist nicht sehr spektakulär. Das einzig gute ist der zweispurige Fahrradstreifen. Die eine Strassenseite ist gesperrt und so wird dieser von mir als Fahrradweg missbraucht. Mir und den Lastwagen ist das sehr recht, den so müssen wir nicht aufeinander aufpassen. Ich nehme nicht die Abkürzung dem Fluss entlang, sondern bleibe auf der Panamericana bis nach Santa. Ich nehme mir ein Zimmer im Hostal und mache meine Siesta als ich plötzlich jemanden höre der deutsch spricht. Das kann doch nicht sein, hier hin in die pampa verirrt sich ausser mir niemand. Doch meine Sinne haben mich nicht getäuscht, eine Gruppe von 5 Motorradfahrern und einem Auto sind im gleichen Hostal abgestiegen wie ich. Sie sind auf dem Weg nach Alaska. Ich schaue mal in die Garage wo mein Oski in einer Ecke steht und wir kommen uns ganz klein vor neben so viel BMW Power. 

 

Santa nach Huallanca 25.01. - 26.01.2016
Diesmal verlasse  ich die Panamericana definitiv und begebe mich auf der Routa 12 Richtung Berge. Die Strasse ist bis nach Chuquicara noch asphaltiert und ich geniesse diese schöne Strecke noch in vollen zügen.  Im Ort gibt es zu meinem Glück ein kleines Hostal mit 2 Zimmern. Ich gehe noch einmal über die Bücher und Karten um für die morgige Etappe gut vorbereitet zu sein. Die Strasse wird gleich hinter dem Dorf zur Piste und führt mich hinein in eine gigantische Schlucht. Wirklich vorwärts komme ich nicht, den ich schiebe und fahre im 10 minuten Takt. Die Kulisse ist gewaltig und die Berge reichen bis in den Himmel. Die Berge im Wallis wirken dagegen wie  Swiss Miniatur. Ich kämpfe mich immer weiter rein in die Schlucht und da plötzlich steht ein Haus am Weg das gekühlte Getränke anbietet. Da kann ich nicht wiederstehen und geniesse eine kühle Coca Cola. Die neue Energie bringt mich wieder in den Sattel und meinem Ziel etwas näher. Es fehlen immer noch 25km und der halbe Tag ist gelaufen. Deshalb halte ich den Bus an der um die Ecke kommt. Das ist vielleicht die letzte Mitfahrgelegenheit für Heute. Die Schlucht wird enger und ich staune wieder über die Kunst der Strassenbauer hier in Peru. Im Dorf  Yuracmarca steige ich irtümlicherweise wieder aus. Mein Spanisch ist wohl nicht so gut wie mir alle Leute versichern, den ich habe 3 verschiedene Leute gefragt ob wir in Huallanca sind und alle haben das so bestätigt  So stehe ich wieder auf einer schlecht befahrbaren Strasse, diesmal geht es wenigstens teilweise berg ab. Ich schiebe Oski den Berg hoch und da hält ein Auto und fragt ob sie mich mitnehmen können. Ich freue mich über die zweite Mitfahrgelegenheit für Heute. Für morgen ist wieder eine Asphaltstraße auf dem Programm und somit werde ich und Oski wieder selber strampeln. 

 

Huallanca - Huaraz 27.02. - 02.02.2016
Huallanca ist ein kleines Dorf in Mitten der Berge und so wie es aussieht lebt das ganze Dorf vom Wasserwerk das hier stationiert ist. Mir ist es recht, den die Entenschlucht oder der Canon de pato ist eine geteerte Strasse und wird von den Werken unterhalten. Die ersten Kurven gehen steil den Berg hinauf und danach wird es flacher. Die Landschaft ist überwältigend und ich merke gar nicht, dass ich nach der hälfte der Strecke bereits 700 Höhenmeter gemacht habe. Die Strassenbauer haben gute arbeit geleistet und jede Höhenkurve bestens ausgenutzt.  Bei einer kleinen Pause an der Strasse werde ich mit neugierigen Augen empfangen und nachdem der Gringo nicht so gefährlich wirkt, kann ich mit den Kindern eine Runde Ball

spielen. Ich erreiche Caraz bereits am frühen Nachmittag. Wie immer beziehe ich ein Hotelzimmer, diesmal mit Blick auf den Huascaran. Leider, wie so oft in den nächsten Tagen, ist auch dieser Berg von einer Wolkendecke umgeben. So bleibt mir nur die Vorstellung wie es wäre wenn. Jetzt sind es noch 70km bis nach Huaraz wo ich ein paar Tage ausruhen werde. Die Strecke ist leicht hügelig und auch hier fallen die Höhenmeter nicht auf die sich über den Tag akumilieren.  Dann folgte der Schock des Tages. Ich habe mir ein kleines hübsches Städtchen in den Bergen vorgestellt, die Realität sieht anders aus. Huaraz ist, wie die meisten Städte, ein chaotisch zusammen gewürfelter Haufen an Häusern und Leuten. Ich stehe triefend Nass auf der Strasse und möchte eigentlich direkt weiterfahren. Zum Glück finde ich ein nettes Hotel wo Oski und ich die nächsten Tage verbringen werden.  Selbst ausgeschlafen und bei Morgenlicht sieht die Stadt nicht besser aus. Ich schicke mich in mein Schicksal und mache das beste daraus. Ich finde einen guten Fahrradladen für Oski und für mich gibt es einen kleinen Laden mit Sportartikeln. Brauchen tu ich nichts, es fühlt sich einfach gut an, in all den bekannten Marken wie Patagonia, Petzel, Mammut und so weiter zu stöbern. Frisch gestärkt schauen wir uns den Rest der Stadt an. Hier treffe ich auch wieder auf Josh, den Australier den ich von Trujillo her kenne. Am Sonntag besuchen wir gemeinsam den Karnevalsumzug in der Stadt. Die umliegenden Dörfer sind mit ihren farbenfrohen Kleidern vertreten. Es wird getanzt, gelacht und wie bei jeder Fasnacht viel getrunken. Trotzdem erhalten wir einen Einblick in diese Kultur und ihre Traditionen.  Theoretisch wollten wir am Montag einen Teil der nächsten Etappe gemeinsam fahren, doch weil es am Morgen in strömen geregnet hat, habe ich meine Weiterfahrt verschoben. So sitze ich nun seit einer Woche hier in Huaraz und kann mich nicht entscheiden was ich tun soll. Um die Zeit hier zu nutzen mache ich Alberto das Angebot ihn in Englisch zu unterrichten und er gibt mir Nachhilfe in Spanisch. Der Plan klingt gut und unsere erste Stunde verbringen wir in einer kleinen Konditorei. Die Konversation läuft gut und wir beide profitieren vom gegenseitigen wissen. Wir treffen uns die nächsten Tage in der gleichen Konditorei weil der Apfelstrudel ist einfach himmlisch.....

 

Huaraz 28.01. - 11.02.2016
Ich bin mit einem straffen Program nach Peru gekommen und jetzt hat mich das Wetter ausgebremst. Im Februar durch die Berge zu fahren ist definitiv kein guter Plan. So werde ich noch eine weile hier bleiben, mich als Englischlehrerin versuchen und mein Spanisch verbessern. Die Tage sind lang und ich habe viel Zeit durch die Strasse zu schlendern. Es ist erstaundlich mit was sich die Leute hier ihren Lebensunterhalt verdienen. Um die Markthalle herscht das grösste Angebot an Vielfältigkeit.  Neben den vielen selbstgestrickten Stulpen, Hüten und Schals, kann man sich auch auf eine Personalwage stellen und dafür etwas bezahlen. Ich habe mir vorgestellt, wie jemand in Zürich an der Bahnhofstrasse so einen Service anbietet. Ich glaube er würde nicht glücklich mit seinem Job. Daneben gibt es auch viele Schmuckverkäufer. Der meiste Schmuck wird von den Verkäufern selbst gefertigt und der Ideenreichtum ist unerschöpflich.  Huaraz ist dann auch ein Treffpunkt für die meisten Südamerika Durchquerer. So habe ich Josh hier wieder getroffen sowie Dennis, Ida und Olaf aus Deutschland. Mit den letzten drei hab ich in Ecuador Neujahr gefeiert. Die Welt ist ein Dorf und man begegnet sich immer wieder.  Schluss endlich wurden aus  ein paar Tagen ausruhen, ein paar Wochen in Huaraz. 

 

Lima und Umgebung 12.02 bis 27.02.2016
Nach den kühlen Temperaturen der Berge muss ich mich zuerst wieder an das schwül heisse Klima von Lima gewöhnen. Meine Reisepläne haben sich ja geändert wegen der Regenzeit  und so muss ich mich mal erkundigen was es den in dieser grossen Stadt alles zu sehen gibt. Am besten macht man das mit einem Sightseeing Bus. Der fährt im Viertel von Miraflores los und steht dann so ziemlich die ganze Zeit über im Stau. Viel zu sehen gibt es nur in der Altstadt von Lima mit dem Regierungsgebäude, verschiedenen Kirchen mit den unterirdischem Katakomben. Eine dieser Katakomben besichtigen wir auf der Tour. Die Geschichte der Stadt und das Museum sind dann auch der Höhepunkt der Fahrt. Ich will ja nicht die ganze Zeit nur in der Stadt sitzen, sondern mir auch noch die Umgebung von Lima anschauen.  Ich fahre mit dem Bus bis nach Paracas. Das liegt an der Küste und ist Teil eines Naturschutzparks. Das Dorf selber besteht aus drei Strassen mit jeder Menge Hotels, Hostales und Restaurants. Am ersten Tag mache ich einen Ausflug ins Naturreservat. Der Bus bringt uns zu allen Sehenswürdigkeiten die die Wüste zu bieten hat. In einem extra für Touristen ausgelegten Restaurant geniessen wir ein völlig überteuertes Mittagessen. Die Gesellschaft stimmt und so nimmt man den Preis in kauf. Am nächsten Tag geht es mit einem Schnellboot zu einer Vogel und Seelöwen Kolonie. Dieser Ausflug ist dann richtig spannend und wir sehen sogar, die für diese Saison seltenen Humbolt Pinguine. Die Seelöwen können wir sehe und  vor allem riechen. Nach diesen zwei Ausflügen gibt es für mich nichts mehr zu tun in Paracas und so fahre ich eher als erwartet zurück nach Lima. Hier erwartet mich eine freudige Überraschung in Form eines Bekannten der mir jetzt schon drei mal über den Weg gelaufen ist. Olaf muss sein Motorrad reparieren und ist deshalb die nächsten Tage auch hier in Lima. So sind die Tage in der Stadt nicht gar so eintönig. In der nähe meines Hostales gibt es einen Park der über 100 Katzen beherbergt,  dem statten wir fast jeden Tag einen Besuch ab. Heute endlich kommt Karin aus der Schweiz und wir werden gemeinsam den Süden Perus erkunden. Neben Sanddünnensurfen und dem Besuch des Colca Canyons werden wir noch den Weg zum Matchu Picchu unter die Füsse nehmen.

 

Lima nach Paracas 29.02. - 01.03.2015

Vor 3 Tagen habe ich Besuch aus der Schweiz erhalten. Karin und ich werden für 3 Wochen gemeinsam durch Peru reisen. Für mich sind es Ferien von den Ferien. Wir fahren mit dem Reisebus Peru Hop on Hop off bis nach Cusco. Auf unserer Reise können wir entspannt aus dem Bus die Landschaft geniessen und trotzdem Peru entdecken mit seinen verborgenen Sehenswürdigkeiten. So haben wir bei der Ausfahrt von Lima noch einen Abstecher zur Jesusstatue gemacht und dabei noch etwas über den Krieg und Frieden zwischen Peru und Chile gehört. Ein Röstigraben der anderen Art. Dabei geht es nicht um die Sprache, sondern darum, wer mehr Reisende anziehen kann. Dabei haben beide Länder so viel unterschiedliches zu bieten, dass wir früher oder später beide Länder besuchen. In meinem Fall etwas später. Unser Weg führt und nach Chincha Alto zu einer Hacienda. Die Hacienda war lange Jahre im Besitz einer Spanischen Familie die mit Hilfe der Sklaven Baumwolle angepflanzt und verkauft hat. Auf der Hacienda wohnten bis zu 800 Sklaven. Anno dazumal musste man für jeden Sklaven auf der Hacienda Steuern bezahlen. Damit man dies umgehen konnte, wurde unter den Gut ein Tunnel gegaut in dem die Leute vom Hafen auf die Hacienda gebracht wurden. Die Tunnels waren so geheim, das man den Eingang zu den Tunnels erst nach dem Erdbeeben von 2007 wieder entdeckt hat. Die Familie oder besser gesagt deren Oberhaupt wurde irgenwann im 18 Jahrhundert bei einem Sklavenaufstand geköpft. Der Rest der Familie ist geflohen und nach Spanien zurück gekehrt. Heute ist es ein wunderschönes Hotel mit einer nicht ganz so schönen Geschichte. In Paracas endet unser erster Tag und wir genehmigen uns einen Pisco Sour und geniessen dabei den Sonnenuntergang. 

 

Paracas -Cusco 02.03. - 18.03.2016
Jetzt werden meine grauen Hirnzellen gefordert, um eine Detail getreue Zusammenfassung der letzten 3 Wochen zu schreiben. Nach einem Besuch auf der Insel Ballestas geht es per Bus weiter nach Ica. Da werden wir auf einer Tour in die Geheimnisse des Nationalgetränkes geführt. Wir lernen wie man einen Pisco standes gemäss trinkt. Leicht angesäuselt geht es dann weiter nach Huancachina. Das ist eine kleine Oase in Mitten riessiger Sanddünnen auf denen wir uns am Nachmittag beim Sandboarden üben. Doch zuerst geht es mit speziellen Fahrzeugen hoch und auf der anderen Seite wieder steil runter und das am liebsten über alle Dünnen die unseren Weg kreuzen. Es fühlt sich an wie eine Achterbahnfahrt und ich hasse es. Karin macht neben mir einfach die Augen zu und ich unterhalte alle im Auto mit meinem geschrei. Endlich sind wir bei der ersten Dünne angekommen, doch zu meinem Leidwesen wird es hier nicht besser. Kopf voran liegen wir auf dem Brett und müssen uns so in die tiefen der Dünnen stürzten. Mit jeder Dünne wird es besser und ich habe Spass an dieser Fortbewegungsmethode. Doch bei der letzten und steilsten Dünne verlässt mich der Mut und ich laufe zu Fuss nach unten. Die anderen von der Gruppe schiessen in einem unglaublichen Tempo an mir vorbei. Am Abend stossen wir alle auf unser Abenteuer an und nach einem Besuch in der Disco ist der Tag für mich gelaufen. Am vierten Tag geht es weiter  nach Arequipa. Hier trennen wir uns von unseren Freunden, denn wir wollen 3 Tage durch den Colca Canyon wandern. Gesagt, getan und um 3 Uhr in der Früh werden wir vor unserem Hostal abgeholt. Im Bus ist es totenstill, den alle versuchen noch etwas Schlaf zubekommen. Nach Sonnenaufgang erreichen wir einen Aussichtspunkt von wo aus wir zwei Condore sehen, die über unseren Köpfen kreisen. Karin und ich werden ein paar Tage später selber wie Condore durch die Luft fliegen, doch darauf komme ich später zurück. Der Einstieg zum Canyon ist erreicht und jetzt heisst es Sonnencreme auftragen und los. Am ersten Tag geht es 1200m runter in den Canyon. Ich habe ganz weiche Knie als wir 3 Stunden später am Fluss ankommen. Ein kurzer gegenanstieg und schon sind wir im ersten Camp. Die ganze Gruppe zieht sich in die Zimmer zurück und Karin und ich üben uns beim "wer zuerst einschläft". Leider werden wir nie erfahren wer gewonnen hat, den ich falle für die nächsten 3 Stunden in einen Komaschlaf. Der nächste Tag wird einfacher und flacher. Es geht alles dem Fluss entlang bis zu einer Oase, wo wir den Nachmittag im Pool verbringen. So weit so gut, doch der nächste Morgen kommt bestimmt und mit ihm 1200m Aufstieg. Wir laufen schon um 4.30 in der früh los um den Berg langsam zu erobern. Wer will kann sich bei einem Zwischenstopp in den Heissen Quellen noch die Muskeln lockern und dann geht es übers Altiplano zurück nach Arequipa. Für die Weiterfahrt nach Puno wollte ich noch etwas Geld aus dem Automaten holen, doch werder Geld noch Karte kam aus dem Automaten raus. Ja jetzt ist Plan B angesagt. Karin nimmt wie besprochen den Bus am Morgen und ich mache mich auf den Weg zur Bank. Ich habe mir die ganze Nacht überlegt wie ich der Dame am Schalter erklären kann, das ich die Karte unbedingt wieder brauche. Ein kurzes gestotter auf Spanisch und schon werde ich an den nächsten Schalter verwiesen. Diesmal mit Erfolg und nach 2 Minuten war das gute Stück wieder in meinen Händen.
Nach einer haarsträubenden Fahrt kam auch ich am Abend in Puno an. Wir haben uns für eine Tagestour auf dem Titicacasee eingeschrieben. Mit einem Schnellboot fahren wir zu den Schwimmenden Inseln und werden dort freudig begrüsst. Nach einer kurzen Einführung in den Inselbau und das Leben auf den Inseln geht es weiter ans Festland. Hier werden wir bei einer Familie verköstigt und lernen etwas über die Kultur der Bewohner. Hier stricken die Männer ganz speziell Mützen. Ledige Männer tragen rot mit weiss gestrickte Mützen und die verheirateten Männer rote Mützen. Je feiner und schöner gestrickt wird, desto besser stehen die Chancen eine Frau zu finden.

Bei unsere Reisegruppe wir der Jüngling nicht fündig und so ziehen wir weiter. Wir sind nur noch ein Nachtbus von Cusco entfernt. Karin schläft den Schlaf der gerechten und ich versuche vergebens die ganze Nacht hindurch eine bequeme Position zu finden. So stehe ich gerädert am nächsten Tag in Cusco. Doch wir haben keine Zeit mich zu bemitleiden, den wir müssen unseren Treck zum Matchu Picchu organisieren. Unsere Anlaufstelle heisst Ecopackers und schon wenige Minuten später ist der Trip gebucht und das Portemonaie um einiges leichter.  Am 11. März starten wir unseren 5 Tages Treck von Cusco nach Matchu Picchu. Nach einer 3 stündigen Autofahrt erreichen wir den Ausgangspunkt des Salkantay Trecks in Challacancha. Hier werden die Mulis beladen und wir laufen nur mit einem Tagesrucksack zu unserem ersten Camp in Salkantaypampa. Hier beziehen wir unsere Zelte und am Nachmittag machen wir einen kurzen Besuch beim Humantay Lake. Die ganz mutigen nehmen im 10 Grad warmen See ein Bad. Mir bleibt auch ohne Abkühlung die Luft in der Lunge stecken. Hier auf 4200m ist die Luft doch schon recht dünn. Der zweite Tag wird dann der längste und der anstrengendste Tag der ganzen Tour. Der Aufstieg auf den 4630m hohen Pass erledigen wir noch mit links. Einfach einen Fuss vor den anderen bis wir oben sind, doch der lange Abstieg zu unserem zweiten Camp ist eine nicht endende Geschichte. Der 3 Tag ist dann nach ein paar Stunden abgehackt. In Santa Teresa angekommen können wir für ein paar Soles ins nahe Thermalbad gehen. Die Strasse dahin wurde beim letzten Hochwasser vor ein paar Tagen fast weg gespühlt und in mir wachsen zweifel, ob wir hier in der Pampa Thermalquellen finden. Doch siehe da, eine wunderschön angelegte Anlage mit 3 grossen Becken wartet auf uns. Der 4 Tag wartet wieder mit einer grossen Überraschung auf uns. Wir haben uns für eine für einen Ausflug zum Zip-lining angemeldet. Mit 3 kurzen, 1 fast 1km langen Leine und einer Hängebrücke über eine 400m tiefe Schlucht kann das Abenteuer beginnen. Die erste Traversierung mache ich noch in Begleitung eines Guides, doch danach gibt es kein Halten mehr. Bei der dritten Überquerung hängen wir Kopf über am Seil und flitzen so über die Schlucht. Der krönende Abschluss ist dann der Flug wie ein Condor. Jetzt liegen wir auf dem Bauch und das Seil wird auf dem Rücken befestigt. Damit wir gerade aus gleiten können, müssen wir mit den Armen steuern und die Balance halten. Was gar nicht so einfach ist, aber unglaublich Spass macht. Zum Mittagessen  treffen wir wieder auf unsere Gruppe und jetzt heisst es noch 3 Stunden wandern bis nach Aquas Calientes. Unser Ausgangspunkt für die Besteigung des Matchu Picchu am nächsten Tag. Für diesen letzten Tag sind wir Kreuz und Quer durch Peru gelaufen, doch die Mühe hat sich gelohnt. Um 4.00 klingelt der Wecker und kurze Zeit danach sitzen wir mit allen anderen die Heute auf den Berg wollen beim Frühstück. Danach laufen wir in der Dunkelheit los bis zum ersten Kontrollpunkt am Fusse des Matchu Picchu. Ab hier sind es 1700 Treppenstufen bis zum Eingang. Wir haben knapp eine Stunde Zeit um diese zu bewältigen und kommen völlig ausser Puste oben an. Der Weg fordert noch weiter Opfer und manche Leute müssen umkehren oder eine lange Pause einlegen, weil sie sich überanstrengt habe. Von unsere Gruppe sind alle am Ziel und die Führung durch die Ruinen kann beginnen. Von der Geschichte verstehen wir nicht all zu viel, doch wenigstens hat sich in dieser Zeit der Nebel gelichtet und wir stehen in Mitten dieses Weltwunders. Ein unbeschreibliches Gefühl. Doch lange können wir uns nicht ausruhen, den auf uns wartet der Berg Matchu Picchu. Was wir da noch nicht gewusst haben, das hier weiter 2585 Treppenstufen auf uns warten. Wir passieren den Kontrollpunkt zu der uns eingeteilten Zeit und dann geht es fast 2 Stunden den Berg hoch. Die Aussicht lohnt für die Strapazen und für uns ist es definitv ein krönender Abschluss dieser wunderschönen Wanderung. 

Einstimmig beschliessen wir den Bus zurück nach Aquas Calientes zu nehmen. Wir haben seit heute früh 6870 Treppenstufen bewältigt und das sind für meine Knie eindeutig 6000 Stufen zu viel. Zur Belohnung gibt es eine grosse Pizza und jede Menge Süssigkeiten. Per Zug und Bus geht es am Abend zurück nach Cusco, wo wir völlig erledigt aber Glücklich in unsere Betten fallen und tief und fest schlafen. Zurück in Lima heisst es schon wieder Abschied nehmen. Karin fliegt zurück in die Schweiz und ich fahre zurück nach Huaraz wo Oski schon ungeduldig auf mich wartet.

 

Huaraz nach Chavinillo 23.03. - 27.03.2016
Nach fast 2 Monaten Radler pause geht es endlich weiter mit meiner Reise. Oski kann es kaum noch abwarten wieder unterwegs zu sein und er gibt Vollgas. Ich kann mit dem Tempo nicht mithalten und mache deshalb öfters eine Photopause oder  kontrolliere das GPS ob wir noch richtig sind, oder wie viele Kilometer es noch sind, bis zu unserem ersten Etappenziel. In Catac beziehe ich ein Zimmer im ersten Hostal das mir über den Weg läuft. Bei einem Spaziergang durch den Ort der nur aus 1 Strasse besteht, treffe ich die beiden Reiseradler aus Madrid wieder. Wir kennen uns aus Huaraz und am nächsten Tag wollen wir gemeinsam nach Conococha fahren. Gesagt, getan und um 7.30 geht es los. Die Strecke ist nicht anspruchsvoll, nur der starke Gegenwind macht mir zu schaffen. Schon bald falle ich zurück und Rolle das Feld später von hinten wieder auf. Die Aussicht auf die Cordilliera Blanca ist umwerfend. Nach einem Photostop geht es weiter. Mich plagen Bauchschmerzen und so werden die Anstiege zur Qual. Doch irgendwann is es geschafft und die Lago Conococha liegt vor uns. Ein kurzer Blick ins Hostal und uns ist klar, heute zelten wir. In der nähe der Kirche finden wir den perfekten Platz. Zwischen den Felsen sind wir etwas von dem starken Wind geschützt.  Den Nachmittag verbringen wir spielend in meinem Zelt. Andry hat Mensch ärgere dich nicht auf seinem Tablet gespeichert und so vergeht die Zeit wie im Fluge. Jetzt noch schnell Abendessen kochen bevor das Tageslicht am Horizont verschwindet.  Nach einer langen und zwischen durch stürmischen Nacht trennen sich unsere Wege hier. Die beiden fahren weiter nach Lima und in Richtung Berge. Wieder plagen mich Bauchschmerzen und mir vergeht langsam die Lust am Fahren. In Pachapaqui gibt es eine kleines Hostal und da quartiere ich mich für heute ein. Eine gute Idee, den in der Nacht hat es geregnet und ein nasses Zelt kann ich für die nächste Etappe nicht gebrauchen. Es geht hoch hinaus, über den Pass Yanashalla mit 4720m. Schon von weitem sehe ich die Passstrasse wie sie sich den Berg hoch schlengelt. Mein Ziel ist es um 12h oben zu sein. Kurve für Kurve arbeite ich mich den Berg hoch und dann ist es geschafft. Ich ziehe mir noch warme Kleider an und dann geht es bis nach La Union nur noch den Berg runter. Ein absolut hässliches Dorf und ich bin froh eine nette Unterkunft zu finden. Auf drängen meiner Seits, hab ich das Zimmer mit Fenster bekommen. Was ich da noch nicht wusste, das um 5.30 eine Osterprozesion unter meinem Fenster vorbei läuft und dann der ganze Raum nach Weihrauch richt. Nicht gerade mein Lieblingsduft auf leeren Magen. Die heutige Etappe sollte eigentlich nicht so anstrengend werden. Doch die Realität holt einem immer irgendwann ein. Die Strasse ist mehr Schlagloch als Strasse und so übe ich mich im Slalomfahren. Vor meinem heutigen Etappenziel fahre ich noch an zwei Reiseradler vorbei. Die beiden stammen aus Columbien und sie sind seit 5 Monaten unterwegs. Ihre Reise hat in Brasilien angefangen und geht in Richtung Norden, nach Hause nach Columbien. Für mich geht in  Chavinillo ein weiter Tag zu ende und spätestens um 20h falle ich in einen tiefen und gesunden Schlaf.

 

Chavinillo nach Huanuco 28.03. - 29.03.2016
So langsam gehen mir meine Essensvorräte aus und deshalb gibt es heute nur ein kleines Frühstück. Es sind ja nur 15km aufstieg und dann 59km Abfahrt. Das schaffe ich doch mit links, oder? Der Aufstieg führt durch ganz verschiedene kleine Dörfer und alle Leute freuen sich über die stramplende Gringa. Alle wollen wissen woher ich komme und wohin ich gehe. Ich gebe immer schön Antwort auf meinem Weg nach Corona del Inca. Das ist erstens ein Dorf und zweitens eine Felsformation die von einen Seite aus wie eine Krone aussieht und über das Tal wacht. Ich freue mich auf die kommende Abfahrt von 59km. Was sehr verlockend tönt, entpuppt sich als anstrengende Abfahrt. Von den 59km Downhil muss ich gefühlte 58km auf den Bremsen sitzen und den tausenden von Schlaglöchern ausweichen. Oski nimmt all die Schläge mit gelassenheit hin und freut sich mit mir auf einen Ruhetag in Huanuco.

 

Huanuco nach Huancayo 31.03. - 08.04.2016
Nach 3 Tagen Berg auf fahre ich an Cerro de Pasco vorbei. Gemäss meinem Radführer die höchste Stadt der Welt. Ich mache im nächsten Dorf auf meinem Weg nach Süden halt. Auch hier ist die Mine, wahrscheinlich Silber, die einzige Einnahme Quelle für die Leute die hier wohnen. Mein Weg führt mich jetzt über die Hochebene Junin zum Naturschutzgebiet und gleichnamigen See Chacamarca. Auser Vögel und Fröschen gibt es nur noch Lamas und Schafherden und vereinzelt kleine Dörfer. Die Strasse ist gut und es geht ja tendenziell Berg ab, so kann ich die nächsten Tage so vor mich hin treten ohne gross auf Strasse und Verkehr zu achten. In La Oroya ist Sammelpunkt für die umliegenden Minen. Hier werden Zink, Blei und Kupfer eingeschmolzen und weiterverarbeitet. Das bedeutet eine hohe Metallbelastung für Natur und Menschen. Umweltschutz wird leider in Peru noch nicht überall betrieben.  Je näher ich Huancayo komme umso grüner wird die Landschaft. Hier im Mantano Tal wachsen wieder Mais, Kartoffeln und alles was das Herz begehrt. Ich werde in Huancayo wieder ein paar Ruhetage einlegen bevor es weiter geht nach Ayacucho. Das Radfahren in der Höhe zehrt doch sehr an den Reserven und es ist noch ein weiter Weg nach Cusco.

 

Huancayo - Ayacucho 08.04. - 11.04.2016
Die Ausfahrt aus Hauncayo ist schnell gefunden und schon kurz hinter der Stadt wird der Verkehr weniger und ich kann mich langsam den Berg hoch arbeiten. Das Hochplato ist schon bald erreicht und dann fällt die Strasse in den Canyon und der führt mich bis nach Ayacucho. In Inzcuchaca treffe ich auf einen Reiseradler, der auf seinem Weg nach Norden ist. Wir tauschen uns aus über die nächsten Kilometer und dann trennen sich unsere Wege wieder. Obwohl alle sagen es geht nur Berg ab, mach ich jeden Tag etliche Höhenmeter bis zum nächsten Etappenziel. Ich habe keine Lust wieder in einem Hotel zu schlafen und so schiebe ich Oski vor die Polizeistation und frage, ob sie ein Nachtlager hätten für uns. Wir werden auf den Park vor der Station verwiesen und so stelle ich das Zelt da auf. Für heute bin ich die Attraktion in dem 300 Seelen Dorf. So langsam arbeite ich mich an den Fuss des Cayons und die Landschaft ändert sich fast in eine Wüstenlandschaft. Es wachsen Kakteen wie in der Baja California und die Luft ist wieder trocken und sehr heiss. Das Thermometer zeigt  32 Grad an. Der letzte Aufstieg bis nach Huanta wird ein einziger Kampf. Ich habe zu wenig Wasser dabei und der letzte Tropfen Nass ist schon längst verdampft. Beim ersten Laden im Dorf setzte ich mich mit einer warmen Coca Cola auf die Bank vor dem Laden. Es geht nicht lang und vor mir stehen zwei kleine Mädchen mit 1000 Fragen zu meiner Reise, dem Fahrrad und der Welt im Algemeinen. Nach der Fragestunde werde ich wieder entlassen und so mache ich mich auf Hotel suche. Die Ausfahrt aus Huanta zu finden wird nicht ganz einfach, da alle Leute, die ich nach dem Weg frage,  in eine andere Richtung zeigen. So hilft nur noch das Gps und schon geht es wieder los über Stock und Stein. Zum Glück wurde die Strasse vor ein paar Jahren vollständig geteert und so erreiche ich Ayacucho schon am frühen Nachmittag. Nach den letzten anstrengenden Tagen mache ich hier noch einmal ein paar Tage Pause bevor es dann bis nach Cusco weiter geht. 

 

Ayacocho 11.04. - 16.04.2016
Ich habe ein kleines hübsches Hotel gefunden in der Nähe vom Historischen Zentrum von Ayacucho. Häuser im Kolonialstil bestimmen das Stadtbild. Sie ist auch als Stadt der 33 Kirchen bekannt. Wegen Terroristischen Aktivitäten bis 1990 ist die Stadt noch nicht gross touristisch erschlossen und hat deshalb ihren Charme behalten. Für mich ist es die Stadt der schönen Innenhöfe und der feinen Restaurants. In den letzten Wochen gabs mehrheitlich Reis und Poulet oder Poulet mit Reis......... und ich habe Heisshunger auf eine Wokpfanne, Pizza oder einfach mal einen leckeren Salat. In einem dieser Restaurants habe ich auch Maurizio und Lucía aus Thun kennengelernt. Wir verbringen zwei Abende zusammen und erzählen uns Geschichten von unseren Erlebnissen. Sie fahren weiter Richtung Norden und ich bleibe noch ein paar Tage hier bevor ich meine letzte Etappe auf meinem Weg nach Cusco in Angriff nehme. 

 

Ayacucho - Chumbes 18.04. - 19.04.2016
Ich habe noch einen Tag verlängert in Ayacucho und bin erst am Montag los gefahren. Das Wetter ist wie gemäss Meteo heute stabil und so mach ich mich auf in die Berge. Die richtige Ausfahrt zu finden ist nicht ganz einfach, vor allem wenn man das GPS überlisten will. So stehe ich also vor zwei Steilen Anstiegen und ich stosse bereits an meine Grenzen als ich versuche Oski den Berg hoch zu schiebe. Er ist mit 10l Wasser und Essen für die nächsten Tage ausgerüstet. Das bedeutet ich schiebe ca. 45kg den Berg hoch. Doch das wird heute nicht die einzige Schiebe aktion bleiben. Es geht stetig den Berg hoch und nach 23km will ich aufgeben. Leider fahren alle Autos bereits voll bepackt an mir vorbei und die, die Platz hätten, winken mir einfach nur zurück anstatt anzuhalten. So kämpfe ich mich und meinen inneren Schweinehund weiter den Berg hoch. Irgendwann schaffe ich es ein Auto anzuhalten. Der Fahrer meint zwar er hätte bereits viel Betonsäcke geladen, doch nach längerem Hin und Her hat er dann doch noch Platz für uns. Wir sind ja nicht so schwer wie all der Beton zusammen. Nach 3 km ist dann meine Fahrt schon wieder zu ende,, doch jetzt steh ich auf dem Pass auf 4230m. Der Fahrer meinte von jetzt geht es nur noch berg ab..... was er gemeint hat ist, ab jetzt geht es nur noch 25km berg auf und ab und über das Hochplato und danach fällt die Strasse steil ab ins Tal. Ich fahre für heute nur noch ein paar Kilometer und suche mir dann einen Platz wo ich heute schlafen kann. Es ist gar nicht so einfach auf diesem kargen Hochplato etwas zu finden das mit dem Fahrrad erreichbar ist und trotzdem gut versteckt. Ich finde den perfekten Platz. Auf einem Hügel gleich neben der Strasse. Die Aussicht ins nächste Tal ist wünderschön und mit dem Sonnenuntergang ergibt sich ein wunderschönes Farben - Schattenspiel. Jetzt nur noch schnell Abendessen kochen und dann in den Schlafsack. Die Temperaturen sinken rapide auf 7 Grad. Mein warmer Schlafsack erweisst gute Dienste und ich hab's wohlig warm im Zelt. Mitten in der Nacht fängt es an zu regnen und gegen meine Vorstellung,  hört es leider nicht mehr auf. So muss ich am Morgen meine 7 Sachen packen und bin froh das ich alles im inneren des Zeltes trocken einpacken kann. Denn das nasse und jetzt schwere Zelt reicht mir als extra Gewicht. Wie schon gesagt führt die Strasse weiter über das Hochplato bis es endlich ins Tal geht. Die Strasse schlängelt sich 35km lang dem Berg entlang nach unten. Zum Glück wurde die Strasse vor ca. 2 Jahren komplett asphaltiert und ist somit gut ausgebaut. Zwischen durch lacht jetzt auch wieder die Sonne und ich benutze die Gelegenheit meine Sachen zu trocknen. Das Strassengeländer wird für eine kurze Zeit  zur wäscheleine umfunktioniert. Bis ich Chumbes erreiche regnet es wieder in Strömen.   Ich nehme mir ein Zimmer in der Hospedage  und schaue dem Regen von innen zu. Leider fehlt in der Fensterfront im Zimmer eine Scheibe und so ist es fast wie Schlafen im Zelt. Ich werde heute wieder meinen Schlafsack testen und ich bin mir sicher er wird wieder bestehen.

 

Chincheros - Cusco 20. 04. - 25.04.2016
Nach einer früh morgendlichen Abfahrt geht es auf der anderen Talseite wieder den Berg hoch. Wie in meinem Reiseführer beschrieben, ist es eine für Peru heftige Steigung. Chincheros ist zu meiner Überraschung ein sehr hübscher Ort. Ich habe mir trotz meinem warmen Schlafsack eine triefende Nase geholt und die Erkältung setzt mich Schach mat. So kauf ich mir ein Busticket für die Fahrt über die nächsten Pässe nach Abacay. Hier oben in den Bergen tickt die Uhr noch anders als in der Grossstadt Lima. Die Strasse über die Berge wurde erst vor ein paar Jahren durch gehend geteert und so sind die wenigen Dörfer, noch ursprünglich und die Leute auf den Feldern winken uns zu als wir vorbei fahren. Nach 5 Stunden haben wir es bis Abacay geschafft. Ich hätte mit dem Rad 5 Tage gebraucht. Im Zentrum finde ich ein kleines hübsches Hotel wo ich für 3 Tage flach liege. Viel verpasse ich hier nicht. Den die Stadt ist absolut untouristisch und noch typisch peruanisch. Es gibt keine grossen Einkaufszentren sondern tausende von kleinen Läden die mehrheitlich alle das gleiche verkaufen. Was auch nicht fehlt ist mindestens eine Bata Filiale. Ich muss immer lachen wenn ich wieder einen dieser Schuhläden sehe, den als ich meine Lehre gemacht habe, wusste ich nicht, das die Firma in Südamerika so verbreitet ist. Trotz Bettruhe ist meine Erkältung nicht viel besser und so nehm ich wieder den Bus bis nach Cusco. Ich war ja Anfangs März bereits einmal hier und so freue ich mich schon auf die nächsten Tage die ich hier verbringen werde. Diesmal quartiere ich mich im Hostal Estrellita ein und was die Sterne für mich bereit halten erzähl ich euch schon bald. 

 

Cusco und Emil's Reise nach Lima 

Wie so oft nimmt meine Reise eine unerwartete wende in Cusco. Ich sitze im Hostal Estrelitta und freue mich darueber endlich andere Fahrradfahrer zu treffen und so lerne ich Jesus und seinen 50 jaehrigen VW Bus kennen. Er war mit dem Fahrrad auf seinem Weg nach Ushuaja und in Cusco hat er den Bus gesehen und gekauft. Auf seinem Heimweg macht er halt in Cusco um den Bus auf vordermann zu bringen und damit nach Lima zu fahren. Dabei gibt es nur ein kleines Problem, er hat keinen Fahrausweis dabei. Da ich Zeit habe, biete ich ihm an, ihn und den Bus nach Lima zu fahren. Doch bevor wir losfahren koennen, werden die Bremsen ersetzt, der Bus komplet gereinigt und nach einer Kontrolle auf dem Strassenverkehrsamt starten wir unsere erste Probefahrt. Der Bus wird auf den Namen Emil getauft und bei einem Glas Wein stossen wir auf unser Abenteuer an. Am Sonntag den 08.05.2016 geht es los. Einmal Volltanken und schon sind wir auf dem Weg ueber die ersten Paesse. Gemuetlich tuckern wir durch die Doerfer und die Leute winken uns zu, den selbst hier ist Emil eine Raritaet. Bei den ersten Fahrradfarern halten wir an und fragen ob sie mitfahren moechten, doch die beiden sind gut in Form und so fahren wir alleine weiter. Ein paar Kilometer weiter treffen wir wieder auf ein Paar und diese sind froh ueber die Mitfahrgelegenheit. Doch Emil ist nicht so gluecklich ueber das Extragepaeck und er zeigt uns das indem das Kabel fuer das Gaspedal ploetzlich bricht. Das Kabel ist schnell geflickt doch dann laesst uns die Kupplung im Stich. Wir schaffen es noch bis ins naechste Dorf und dann ist fuer den ersten Tag schluss. Der Motor wird ausgebaut und die gebrochenen Teile geschweisst und am Mittag sind wir wieder fahr bereit. Die naechsten Paesse stehen an und Emil faehrt ohne zu mucksen, doch diesmal liegt sein Besitzter flach auf der Rueckbank mit einer Magen Darmgrippe. Nach einer verordneten Zwangspause in Puquio geht  es einen Tag spaeter uebers Altiplano weiter in Richtung Huacachina. Wir freuen uns immer ueber Mitfahrer und so halten wir an und nehmen eine Lehrerin und ihren einzigen Schueler ein Stueck mit. Sie hat mit ihrem Sproessling einen Schulausflug ins Nachbardorf gemacht.  Wir sind alle froh die Berge hinter uns zu lassen und so toben wir uns an diesem Abend in den Sanduennen von Huacachina aus. Jesus versucht stehend die Duennen herunter zu fahren, ich lege mich aufs Brett, wie ich es gelernt habe und so duessen wir beide mehr recht als schlecht die Duennen runter. Bei der Ausfahrt von Ica spielt uns Emil wieder einen Streich, diesmal kann ich keinen Gang mehr einlegen. Doch Jesus hat auch auf dieses Problem eine Loesung. Wir verpassen es den Rueckwaertsgang zu pruefen und so stossen wir mit vereinten Kraeften Emil nach einer Mittagspause aus der Parkluecke. In Lima wartet dann eine weitere Herausforderung auf uns, wir muessen ein Hotel mit Parkplatz finden. Was gar nicht so einfach ist wie es sich anhoert. Jesus bleibt auf dem Trottoir stehen und ich mache mich zu Fuss auf die Suche. Ich werde fuendig, doch das wird wohl die teuerste Hotelnacht seit beginn meiner Reise...... auch Emil hat einen bewachten Parkplatz und so koennen wir entspannt durch die Strassen von Lima schlendern und beim Inder noch einen feinen Fallafel essen. Jetzt muessen wir nur noch ein Schiff finden das Emil nach Spanien bringt. Danach fliegt Jesus nach Hause und ich fliege zurueck nach Cusco wo Oski schon ungeduldig auf mich wartet und wir dann gemeinsam nach Bolivien fahren. 

 

Cusco - Copacabana 25.05. - 01.06.2016
Wer hätte noch daran gedacht das ich mich von Cusco losreissen kann. Doch ich schaffe den Absprung mit bravur und der erste Tag bringt mich bis nach Urcos. Es macht Spass wieder im Sattel zu sitzen und zu sehen wie die Landschaft an mir vorbei zieht. Der zweite Tag wird schon etwas anstrengender. Nicht wegen der Berge, sondern weil mir mein Hintern und mein linkes Knie weh tut. Ich will auf jedenfall auf meinen letzten Kilometern in Peru noch den letzten Pass, den Abra la Raya überqueren. Gesagt, getan und am 4ten Tag steh ich auf dem Pass. Nach einer kurzen Abfahrt geht es dann über's Altiplano bis zum Titicacasee. Hier auf dieser Strecke stelle ich noch meinen eigenen Streckenrekord auf mit einer Tagesetappe von 100km.  Auch sonst treffe ich hier auf ganz viele Radler die alle Richtung Norden unterwegs sind. Ich bin wohl die einzige die dem kalten Winter Südamerikas entgegenfährt. Dafür habe ich die nächsten Tage die Strasse ganz für mich, den in Puno wird gestreickt und der ganze Verkehr nach Süden ist für 48 Std. blockiert. Mich freuts und so fahre ich zügig zur bolivianischen Grenze. Der Grenzbeamte freut sich, das wenigsten jemand vorbei kommt und so brauche ich nur 5 Minuten und schon bin ich offiziell in Bolivien eingereist. Copacabana ist dann die Touristen Hochburg und dank Nebensaison immer noch gut überschaubar. Ich beziehe ein Zimmer direkt am See und lass mich am Abend in einem guten Restaurant verwöhnen. Ein guter Einstieg in ein neues Abenteuer.